Fischfangnation Island will Walmägen auspumpen

7. April 2003, 19:57
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... um den Einfluss der Meeressäuger auf die schwindenden Fischbestände zu klären

Reykjavik - Islands Regierung will beim Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) im Juni in Berlin die Wiederaufnahme des Walfangs "zu wissenschaftlichen Zwecken" rund um die Nordatlantik-Insel auf die Tagesordnung bringen. Wie Sprecher des Fischereiministeriums am Montag in Reykjavik mitteilte, sei nur durch genaue Untersuchung des Mageninhaltes von Walen zu klären, welchen Einfluss diese Tiere auf die für Islands Wirtschaft ausschlaggebenden Fischbestände haben.

Der Sprecher bestritt Vorwürfe von Tierschutzorganisationen, wonach Island bereits die Wiederaufnahme dieser 1989 eingestellten wissenschaftlichen Fänge beschlossen habe. Man habe lediglich die eigenen Vorschläge zum Fang von jährlich jeweils 100 Zwerg- und Finn- sowie 50 Seiwalen über zwei Jahre an wissenschaftliche Mitglieder der IWC verschickt und hoffe in Berlin auf eine "konstruktive Diskussion". Die Bestände aller drei Arten seien in den nordatlantischen Gewässern nicht gefährdet.

Island nimmt an der IWC-Sitzung in Berlin erstmals nach dem Austritt vor 14 Jahren wieder als Vollmitglied teil und hat beim Wiedereintritt die ablehnende Haltung gegenüber dem 1982 eingeführten Verbot des kompletten kommerziellen Walfangs erneuert. Die Regierung in Reykjavik will kommerzielle Fänge frühestens 2006 wieder zulassen. Umwelt- und Tierschutzorganisationen wie der WWF (World Wide Fund For Nature) werfen Island vor, wissenschaftliche Gründe nur vorzuschieben und in Wirklichkeit den Verkauf von Walfleisch vor allem an Interessenten in Japan anzustreben. (APA/dpa)

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