300.000 Demonstranten bei G-8-Gipfel erwartet

7. April 2003, 16:08
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Behörden wollen "Kontruktiven Dialog" mit Globalisierungskritikern

Lausanne - Während des G-8-Gipfels Anfang Juni erwarten die Schweizer Behörden für die gesamte Genfersee-Region rund 300.000 Demonstranten. Diese Schätzung beinhalte aber eine "Fehlermarge" von 200.000, hieß es am Montag in Lausanne.

Bei ihren Schätzungen stützen sich die Behörden auf die Erfahrungen aus Genua, wo im Juli 2001 mehrere hunderttausend Globalisierungskritiker gegen das Treffen der acht größten Industrienationen demonstriert hatten.

Gegengipfel auf französischem Boden

Die zentrale Lage Genfs innerhalb Europas sowie das Auffahrtswochenende dürften für Andrang sorgen, sagte Rafael Rebord von der Genfer Kantonspolizei. Die Großkundgebung gegen den G-8-Gipfel von Evian wie auch der geplante Gegengipfel im "village alternatif" soll aber auf französischen Boden stattfinden.

Bis heute sei kein Demonstrationsgesuch für eine Kundgebung auf Schweizer Seite eingereicht worden, erklärte die Genfer Staatsrätin Micheline Spoerri. Mit einer Kontaktgruppe, der Vertreter der drei Kantone Genf, Waadt und Wallis angehören, wollen die Behörden den Dialog mit den Schweizer G-8-Gegnern suchen.

Ein "konstruktiver Dialog" zwischen allen Beteiligten - Frankreich, der Eidgenossenschaft, den drei Kantonen und der globalisierungskritischen Bewegung - solle sicherstellen, dass die Meinungsäusserungsfreiheit gewährt bleibt. "Dazu braucht es den guten Willen aller", betonte Spoerri.(APA/sda)

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