Sudan: Neue Friedensverhandlungen

7. April 2003, 15:24
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Sicherheitsfragen im Mittelpunkt - SPLA-Chef Garang: "Frieden noch dieses Jahr"

Kairo - Der Chef der südsudanesischen Rebellenorganisation SPLA, John Garang, ist überzeugt, dass sich die Bürgerkriegsparteien im Sudan noch in diesem Jahr auf ein Friedensabkommen einigen werden. "Die noch ausstehenden Probleme sind schwierig, aber nicht unüberwindbar", sagte er am Montag bei seinem ersten offiziellen Besuch bei der Arabischen Liga in Kairo. Bei der neuen Runde der Friedensverhandlungen, die am Montag in Kenia begann, geht es laut Garang ausschließlich um die Frage, wie die Sicherheit in der sechsjährigen Übergangszeit gewährleistet werden kann.

Die Arabische Liga rief er dazu auf, sich an der Entwicklung in den vom Bürgerkrieg zerstörten südsudanesischen Provinzen zu beteiligen. Garang sei "ein sudanesischer Führer, der den Traum von einem geeinten Sudan niemals aufgegeben hat", erklärte der Generalsekretär der Liga, Amr Mussa. Garangs erster Besuch bei der Liga sei ein "wichtiger Schritt".

Zuvor hatte Garang in Kairo am Montag bereits den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak getroffen. Er sei überzeugt, dass Ägypten eine positive Rolle im sudanesischen Friedensprozess spielen könne, sagte Garang nach dem Treffen. Die SPLA hatte der ägyptischen Führung in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, sie behindere den Friedensprozess aus Angst vor einer Spaltung des Landes in einen Nord- und Südsudan.

Die islamistische Regierung von Staatschef Omar Hassan al Bashir und die SPLA im Süden des größten afrikanischen Landes hatten im Juli ein Rahmenabkommen über eine Einstellung der Kämpfe geschlossen. Der Bürgerkrieg und die dadurch verursachte Hungersnot forderten bisher rund zwei Millionen Todesopfer und schlugen weitere vier Millionen Menschen in die Flucht. Die SPLA tritt für eine Selbstbestimmung des Südens ein, dessen Bevölkerung sich ethnisch, kulturell und religiös vom Norden unterschiedet. Während die Bevölkerung im Norden vorwiegend moslemisch ist, sind die Mehrzahl der Bewohner des Südens christlichen oder animistischen Glaubens. (APA/dpa/AP)

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