Neues Säbelrasseln in Indien und Pakistan

7. April 2003, 15:20
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Wegen Kaschmir-Streit Drohungen mit Präventivkrieg

Islamabad/Neu Delhi - Der Irak-Krieg hat zu neuem Säbelrasseln zwischen den Atommächten Indien und Pakistan geführt. Die wegen des Streits um Kaschmir verfeindeten Nachbarn bezeichneten einander als Kandidaten für einen Präventivkrieg. Nach entsprechenden indischen Vorwürfen sagte der pakistanische Außenamtssprecher Aziz Ahmed Khan am Montag: "Wenn es einen Fall gibt, dann einen gegen Indien, weil es UNO-Resolutionen nicht umgesetzt hat und Staatsterrorismus betreibt."

Die Vereinten Nationen hatten nach dem ersten Krieg um Kaschmir von 1947 eine Volksabstimmung über die Zugehörigkeit der Region gefordert. Pakistan wirft Indien vor, Armee und Polizei verletzten im indischen Teil Kaschmirs die Menschenrechte. Indien beschuldigt Pakistan des "grenzübergreifenden Terrorismus". Moslemextremisten kämen aus Pakistan über die Grenze und begingen Anschläge auf indischem Gebiet.

"Gründe für einen Präventivschlag"

Der indische Außenminister Yashwant Sinha hatte deshalb Pakistan mit dem Irak verglichen und gesagt, Pakistan besitze Massenvernichtungswaffen, gewähre Terroristen Unterschlupf und es mangele an Demokratie. Daher gebe es Gründe für einen Präventivschlag.

Indien und Pakistan haben seit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt. Im vergangenen Jahr war es zwei Mal erneut fast zu einem Krieg gekommen, weil Indien nach Terroranschlägen Angriffe auf mutmaßliche Extremistenstützpunkte auf pakistanischem Gebiet erwogen hatte. (APA/dpa)

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