In der EU sind 56 Millionen Menschen von Armut bedroht

7. April 2003, 14:33
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Jeder siebente - Ohne Sozialtransfers wäre es jeder Vierte - Österreich bei den besseren EU-Staaten

Luxemburg/Brüssel - In der EU sind 56 Millionen Menschen, das ist jeder siebente Bürger, von Armut bedroht, geht aus einem Bericht des EU-Amtes für Statistik (Eurostat) hervor, der sich auf Zahlen von 1999 stützt und heute, Montag veröffentlicht wurde. Während bei manchen die Bedrohung nur kurzfristig ist, sind neun Prozent der EU-Bürger nach Berechung von Eurostat dauerhaft von Armut bedroht.

Wichtigkeit von Sozialtransfers

Die Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern sind groß: In Schweden sind nur neun Prozent, in Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und Finnland elf Prozent und in Österreich zwölf Prozent von Armut bedroht, in Portugal und Griechenland sind es jeweils 21 Prozent, in Spanien und Großbritannien 19 Prozent.

Dabei spielen die Sozialtransfers, insbesondere Pensionen, eine wesentliche Rolle, hält Eurostat fest: Vor Sozialtransfers wäre fast jeder vierte EU-Bürger (24 Prozent) von Armut bedroht. In Irland und Großbritannien wären es 30 Prozent, in Österreich 23 Prozent.

Eurostat definiert Armut mit einem Einkommen unter 60 Prozent des nationalen Durchschnittseinkommens. In Absoluten Werten ist die Grenze daher je nach Mitgliedsland unterschiedlich hoch. Für Österreich gibt Eurostat etwa für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern einen Grenzwert von 17.132 Euro Netto pro Jahr an, für Portugal sind es 9.240 Euro, für Luxemburg 26.317 Euro.(APA)

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