Katholischer Familienverband: "Kurzsichtig und familienfeindlich"

7. April 2003, 14:57
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Johannes Fenz ortet Mütter als Hauptverliererinnen der geplanten Reform

Wien - Als "gedankenlos, kurzsichtig, unlogisch und familienfeindlich" bezeichnete am Montag der Katholische Familienverband Österreichs die von der Regierung geplante Pensionsreform. Besonders stößt sich Johannes Fenz, Präsident des Katholischen Familienverbandes, an der Verlängerung des Durchrechnungszeitraums ohne Abfederungsmaßnahmen von 15 auf 40 Jahre. Zu den Hauptverliererinnen der neuen Pensionsreform zählten Frauen und Mütter, weil sie es seien, die für die Kindererziehung und für die Pflege von Angehörigen zu Hause bleiben bzw. Teilzeit arbeiten.

Ein Drittel Teilzeitbeschäftigte

Laut aktuellem Sozialbericht sind 33 von 100 Frauen teilzeitbeschäftigt, bei den Männern sind es vier von 100, so Fenz in einer Aussendung. Zwei Drittel der teilzeitbeschäftigten Frauen würden sich aus familiären Gründen zu einer Reduktion der Arbeitszeit entscheiden. "Werden diese Fakten bei der Pensionsreform nicht berücksichtigt, sind die Bemühungen zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie das im Regierungsprogramm geplante Recht auf Teilzeit bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes nicht mehr als eine Farce", kritisierte Fenz.

Wo ist die soziale Ausgewogenheit?

Der Katholische Familienverbandes vermisse daher bei der Pensionsreform "ein vernünftiges und sozial ausgewogenes Konzept für die eigenständige Pensionsabsicherung von Frauen". Ein solches müsse berücksichtigen, dass Frauen auf Grund der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen Versicherungslücken haben, Frauen auf Grund der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen oft "nur" teilzeitbeschäftigt sind und Frauen weniger verdienen als Männer.

Fenz fordert Abfederungsmaßnahmen

Eine Verlängerung der pensionsbegründenden Kindererziehungszeiten von derzeit 1,5 Jahren um das Doppelte, eine Erhöhung der Bemessungsgrundlage vom ASVG-Ausgleichszulagenrichtsatz auf ein Durchschnittseinkommen, die Ausweitung der pensionsbegründenden Pflegezeiten über die Zeiten der Hospizkarenz sowie die Anhebung von Ersatzzeiten. (APA)

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