Initiative für Wiedereinsteigerinnen

7. April 2003, 13:38
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Bessere Jobchancen nach der Babypause soll die eben in den Städten Wien und Graz anlaufende "EDV-Akademie für Frauen" bieten. Je 40 "ausgesuchte" Mütter erhalten "Schulung à la carte" - in sozialen Härtefällen sogar zum Nulltarif

"Vier Monate kann man überbrücken, eineinhalb oder zwei Jahre nicht", konstatiert Thomas Lutz, Unternehmenssprecher von Microsoft Österreich zum Thema Karenzurlaub aus Arbeitgebersicht. Während Mütter die lieben Kleinen daheim betreuen, veraltet Business-Know-how und schwinden in der Regel die Karrierechancen: Frauen haben es schwer, nach der Babypause wieder voll ins Berufsleben einzusteigen.

Frauenquote inferior

In der IT-Welt sind weibliche Fachkräfte mit 4,1 Prozent ohnehin eklatant unterrepräsentiert. Microsoft Österreich möchte deren Zugang zu dieser Domäne erleichtern, Wiedereinsteigerinnen beim Comeback helfen und initiierte aus diesem Grund die "EDV-Akademie für Frauen", in der vergangenes Jahr über 60 Teilnehmerinnen ausgebildet wurden. Gemeinsam mit den Partnern abzwien, Manpower, Fujitsu Siemens Computers, UTA und bit schulungscenter startet nun der zweite Teil dieses IT-Programms.

127 Bewerbungen liegen bereits vor, die Bewerbungsfrist läuft noch so lange, bis die jeweils 40 Idealkandidatinnen für die Schulungen in Graz und Wien identifiziert worden sind.

Die Auswahl erfolgt "durch Assessment-ähnliche Verfahren", in denen neben der fachlichen Qualifikation auch das persönliche Umfeld evaluiert wird, und damit die späteren Erfolgsaussichten", erläutert Manuela Vollmann, Geschäftsführerin des abzwien. "Schließlich", so die Chefin der unter anderem auf Gender-Mainstreaming fokussierenden Non-Profit-Organisation, "steht ,abz' für "Arbeit, Bildung und Zukunft. Der Einstieg muss auch zum Aufstieg führen."

Einstieg, Aufstieg

Die erwählten Teilnehmerinnen werden je nach Interessenschwerpunkt und Vorkenntnissen den drei verschiedenen Kursen - Microsoft Office Spezialist (MOS), Microsoft Certified Professional Programm (MCP) und Microsoft Certified Systems Administrators (MCSA) zugeteilt.

Die bis zu 24 Wochen dauernden Ausbildungen schließen alle mit anerkannten Industriezertifikaten ab. Zum Großteil kann auch von zu Hause aus gelernt werden: Die Kurse sind in Form eines Hybridprogramms angelegt, also in einer Kombination von klassischen "Face-to-face"-Seminaren mit E-Learning-Komponenten. Der Wert eines Kurses liegt zwischen 1500 und 4300 Euro - der zu bezahlende Eigenanteil beträgt zwischen 150 Euro und 300 Euro.

In echten sozialen Härtefällen wird auch auf diesen "Hygienefaktor", wie Lutz den Selbstbehalt bei einem Pressegespräch vergangenen Donnerstag bezeichnete, verzichtet.

Die Berufsmöglichkeiten danach reichen von Systemingenieuren, Support-Technikern über System- und Netzwerkadministratoren bis zu Webmasters.

Generell seien die Karriere-aussichten im IT-Bereich allerdings derzeit eher flach, relativierte Gerhard Flenreiss, Geschäftsführer von Manpower Österreich. Der führende Konzern in der Spezies Teilzeitarbeit begleitet die Kandidatinnen während ihrer Ausbildung und unterstützt sie danach bei der Suche eines Jobs auf Zeitarbeitsbasis. (stef, zug, DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.4.2003)

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Bewerbungen ab sofort unter:
it4women.at

  • Zwar sind die Karriereperspektiven im IT-Bereich nicht rosig, fundiertes Wissen schafft aber Wettbewerbsvorteile
    foto: der standard/microsoft

    Zwar sind die Karriereperspektiven im IT-Bereich nicht rosig, fundiertes Wissen schafft aber Wettbewerbsvorteile

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