Serbien: Prozesse gegen Organisierte Kriminalität beginnen im Herbst

7. April 2003, 13:28
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Serbien braucht für die Angeklagten neues Gefängnis - Haftbefehl gegen Mira Markovic ausgestellt

Belgrad - Der serbische Justizminister Vladan Batic hat am Montag angekündigt, dass die Einvernahmen von Verdächtigen aus der organisierten Kriminalität durch Untersuchungsrichter spätestens am 12. Mai aufgenommen würden, die ersten Prozesse sollen im Herbst stattfinden. Das serbische Parlament soll am Dienstag eine Abänderung des Strafgesetzes beschließen, wodurch die Möglichkeit des Polizeigewahrsams während des Ausnahmezustandes von 30 auf 60 Tage verlängert wird. Seit der Ermordung von Zoran Djindjic wurden in Serbien an die 7.000 Personen festgenommen, rund 2.000 befinden sich in Polizeigewahrsam.

neues Gefängnis notwendig

Batic sagte, dass die Festgenommenen neben dem Belgrader Kreisgefängnis auch in den Militärgefängnissen in Belgrad und Nis untergebracht seien. "Wir brauchen ein neues Gefängnis für 2.000 Inhaftierte", stellte der Justizminister gegenüber der Tageszeitung "Blic" am Montag fest. Nach den Polizeiangaben wurden bis jetzt bereits 777 Strafanzeigen gegen einzelne Angehörige der Mafia-Gruppen eingereicht.

Haftbefehl gegen Mira Markovic ausgestellt

Die serbische Polizei hatte am letzten Freitag auch einen Haftbefehl gegen der Führerin der Jugoslawischen Linken (JUL-Partei), Mira Markovic, ausgestellt. Sie wird der Verwicklung in die Entführung und Ermordung des früheren serbischen Präsidenten Ivan Stambolic im August 2000 verdächtigt. Die Belgrader Tageszeitung "Danas" berichtet am Montag unter Berufung auf die Presseagentur FONET, dass sich Markovic seit Ende Februar in der Luxusvilla ihres Sohnes Marko Milosevic in Moskau aufhalte. Im Stadtviertel Barwiha, etwa 40 Kilometer vom Moskauer Stadtzentrum entfernt, sei Milosevic Junior Nachbar des früheren russischen Präsidenten Boris Jelzin, aber auch seines Nachfolgers Wladimir Putin. Für eine Villa in diesem Stadtviertel müsse man mindestens 700.000 Dollar ausgeben, nicht selten auch wesentlich mehr, berichtet die Tageszeitung.(APA)

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