Stapellauf für erstes Brennstoffzellen-U-Boot der Welt

7. April 2003, 19:17
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"U 31" ist das erste von vier U-Booten seiner Klasse - Deutsche Marine als Abnehmer

Kiel - Das weltweit erste U-Boot mit Brennstoffzellen-Antrieb hat am Montag in Kiel seine Jungfernfahrt angetreten. Wie die Kieler Werft HDW mitteilte, ist "U 31" das erste von vier U-Booten der Klasse 212 A, die an die Deutsche Marine geliefert werden sollen. Zunächst sollte das U-Boot in der westlichen Ostsee im Flachwasser erprobt werden. Auf dem Prüfstand stand die gesamte Schiffstechnik.

Flüsterbetrieb

An Bord waren neben der Besatzung nicht nur Mitarbeiter der Werft, sondern auch der Zulieferer und das Abnahmepersonal des deutschen Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung. Vorausgegangen waren umfangreiche Hafentests. Die neue U-Bootklasse, die HDW entwickelt hat, zeichnet sich durch einen außenluftunabhängigen Antrieb auf der Basis der Wasserstoff-Brennstoffzelle aus.

Als erstes Unternehmen der Welt bietet HDW damit einen serienreifen Brennstoffzellen-Antrieb, mit dem das Boot mehrere Wochen unter Wasser fahren kann. Darüber hinaus erzeugt die Brennstoffzelle weder Geräusche noch Abgaswärme. Damit ist das Unterseeboot faktisch nicht zu orten.

Vorsichtiges Vortasten

Voraussichtlich Ende Juli 2003 verlässt "U 31" zum ersten Mal die heimischen Gewässer mit Ziel Norwegen, um im Tiefwasser erprobt zu werden. Hauptstationen werden Kristiansand, Stavanger und Bergen sein, wo die norwegische Marine mit ihren Einrichtungen Hilfestellung geben soll. Bei den Tieftaucherprobungen, die vorzugsweise im Skagerrak stattfinden sollen, stehen Akustik, Sonar und Feuerleitanlage auf dem Prüfstand, auch erste Übungs-Torpedos sollen verschossen werden.

Nach Abschluss der Tests kehrt das Boot Mitte März 2004 zur Erledigung etwaiger Restarbeiten nach Kiel zurück. Im Anschluss daran will die Deutsche Marine das U-Boot in Dienst stellen. (APA/AP)

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