Mit der Lupe im Supermarkt

7. April 2003, 14:16
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Heimische Produkte sind schlecht gekennzeichnet, zeigt ein Test der Arbeiterkammer. Das Etikett sei zu schlecht lesbar

Wien - Jedes zehnte Produkt in den heimischen Supermärkten ist schlecht gekennzeichnet. Das ergab ein Test unter 1.641 Lebensmitteln, den die Arbeiterkammer (AK) Wien durchführte. Beanstandet wurden vornehmlich Backwaren, gekühlte Fertiggerichte, Müsliriegel, Mayonnaisen, alkoholfreie Getränke in Dosen sowie Wellness-Getränke.

Bei rund zwei Drittel der untersuchten Produkte war das Etikett unübersichtlich oder wegen der zu kleinen Schrift schlecht lesbar. 7,7 Produkte wurden sogar als ausgesprochen schlecht leserlich beurteilt.

"Etikett wichtig"

Aber gerade das Etikett sei für die Kaufentscheidung der Konsumenten sehr wichtig, sagte AK-Konsumentenschützer Harald Glatz heute, Montag, bei einer Pressekonferenz in Wien. "Viele Hersteller wollen ihre Produkte in allen Sprachen beschreiben. Und da wird dann die Schrift immer kleiner", meinte Glatz.

Buchstabengröße

Bisher habe es keine gesetztliche Vorschrift bezüglich der Buchstabengröße gegeben, erklärte AK-Konsumentenschützer Heinz Schöffl. "Es wurden zwei Millimeter empfohlen." Doch es seien Schriften bis zu 0,5 Millimeter auf dem Markt gesehen worden, sagte Schröffl.

"Diese Größen müssen gesetzlich vorgeschrieben werden. Es sollen ja Konsumenten lesen können, die nicht so gutsichtig sind", meinte der Konsumentensprecher. Durchsichtige Folien und glänzende Hintergründe würden die Sache nicht gerade leichter machen, so Schöffl.

112 der untersuchten Produkten halten laut AK nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung ein. Diese wurden dem Marktamt übermittelt. Bei den betroffenen Artikeln fehlten etwa Mengenangaben der wertbestimmenden Bestandteile. Bezeichnung, Menge, Haltbarkeit und Alkoholgehalt waren nicht im gleichen Sichtfeld. Es gab falsche oder unzureichende Sachbezeichnungen. Es fehlte das Mindesthaltbarkeitsdatum oder war schlecht zu lesen. Zudem wurde zu wenig Angaben über den Hersteller sowie fehlerhafte Füllmengenangaben gemacht. (APA)

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