"Lampedusa"

11. April 2003, 11:15
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In Emanuele Crialeses Film will sich eine Frau nicht den Spielregeln einer isolierten Gemeinschaft fügen

"Lampedusa" spielt auf der Insel gleichen Namens. Feinfühlig, sinnlich, aber auch in unbeschönigender Härte beschreibt Regisseurin und Drehbuchautorin Emanuele Crialese das Leben in einem Fischerdorf und die Seelenlandschaften einer Frau, die sich den Spielregeln dieser isolierten Gemeinschaft nicht fügen will. Verwurzelt in der Tradition des neorealistischen Kinos, fesselt der Film durch seine ebenso originäre wie moderne Sprache, die ganz der Macht der Bilder vertraut, dem flirrenden Licht, der ausgeprägten Körpersprache seiner DarstellerInnen, allen voran Valeria Golino.

Sie ist Grazia, Mutter eines pubertierenden Mädchens und zweier aufmüpfiger Buben - abgründig, voller Höhen und Tiefen, einmal sanft, dann wieder aggressiv, stürmisch wild. Auf alle Fälle zu kompliziert für die BewohnerInnen von Lampedusa. Die meisten halten Grazia für verrückt. Als ihr Ehemann Pietro sie auf Druck seiner Familie nach Mailand zur Behandlung schicken will, läuft Grazia davon ...

"Lampedusa" wurde 2002 in Cannes mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. (red)

Lampedusa (Respiro) ist in österreichischen Kinos zu sehen.

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Lampedusa

  • Artikelbild
    foto: filmladen
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