Nordirland: Bush, Blair und Ahern rufen zu Waffenstillstand auf

8. April 2003, 19:39
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Friedensprozess soll wieder aufgenommen werden - Ende der paramilitärischen Aktivitäten verlangt

Belfast - US-Präsident George W. Bush hat gemeinsam mit den Regierungschefs Großbritanniens und Irlands zu einem völligen Waffenstillstand in Nordirland aufgerufen. Protestanten und Katholiken müssten "vollständig und unwiderruflich" mit den paramilitärischen Aktivitäten der Vergangenheit brechen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die Bush sowie der britische Premierminister Tony Blair und der irische Regierungschef Bertie Ahern nach ihrem Treffen am Dienstag in der Nähe von Belfast abgaben.

London und Dublin wollen am Donnerstag mehrere "Vorschläge" unterbreiten, um den festgefahrenen Friedensprozess in der britischen Unruheprovinz wieder aufzunehmen. Wenn diese Vorschläge angenommen und umgesetzt würden, könne das die "ersehnte und verdiente" Aussöhnung der Glaubensgruppen fördern, hieß es in der Erklärung weiter.

Mit ihren neuen Vorschlägen wollen Blair und Ahern die Umsetzung des Karfreitags-Abkommens von 1998 abschließen und zu einer Übereinkunft der katholischen und protestantischen Konfliktparteien gelangen. Die katholischen Republikaner in Nordirland fordern die Vereinigung mit der Republik Irland, während die protestantischen Unionisten für den Verbleib bei Großbritannien sind. Das Friedensabkommen für Nordirland von 1998 ist bis heute nicht vollständig umgesetzt. London hatte die nordirische Regionalregierung im vergangenen Oktober außer Kraft gesetzt und damit zum vierten Mal seit dem Friedensabkommen wieder die Direktverwaltung über die Provinz übernommen. (APA)

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