Auch Wiener Grundig-Werk droht die Insolvenz

14. April 2003, 13:15
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Gläubigerschützer erwarten Entscheidung nach Ostern

Wien - Nach dem heutigen Insolvenzantrag des traditionsreichen Nürnberger Elektronikkonzerns Grundig droht auch dem Wiener TV-Standort die Insolvenz. Im Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) erwartet man einen Insolvenzantrag nach Ostern. Durch die engen Verknüpfungen mit der deutschen Muttergesellschaft liegen die Insolvenzvoraussetzungen jetzt schon vor. Der Antrag könnte daher auch schon früher kommen.

Der Konkurs des Wiener Werks sei nur mehr eine Frage der Zeit, hieß es am Montag aus Expertenkreisen. Durch die Probleme der Mutter habe die Kreditwürdigkeit des Unternehmens gelitten. In Bankenkreisen geht man davon aus, dass das Management von Grundig-Österreich in den nächsten Tagen über einen etwaigen Insolvenzantrag entscheiden müsse.

Fertigung bis Ostermontag gestoppt

Im Falle einer Insolvenz gehen Experten von Passiva in Höhe von 90 Mio. Euro aus, die Bankverbindlichkeiten betrugen per Ende 2002 dem Vernehmen nach 71 Mio. Euro. Wesentliches Asset von Grundig Austria ist das Werksgelände mit einem 33.000 m2 großem Grundstück.

Wie berichtet wurde die Fertigung im Fernsehwerk Wien bis Ostermontag gestoppt. Die Bezahlung der Mitarbeiter soll vorerst sichergestellt sein. Arbeitnehmer und Unternehmensleitung haben sich bereits in der Vorwoche auf eine "Ausdehnung eines bereits bestehenden Arbeitszeitmodells" geeinigt.

Laut Medienberichten hatten sowohl der österreichische Industrielle Mirko Kovats als auch eine deutsche Investorengruppe rund um den Ex-Grundig Manager Cornelius Rinck ihr Interesse an einem Kauf des Wiener Werks erneuert. Bei einem realistischen Angebot zur Fortführung der Produktion will auch die Stadt Wien alles unternehmen um den Standort am Leben zu halten.(APA)

  • Grafik: APAGrundig vor der Insolvenz - Grafik zum Vergrößern anklicken.

    Grafik: APA

    Grundig vor der Insolvenz - Grafik zum Vergrößern anklicken.

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    Die Produktion im Wiener Grundig-Werk steht vorerst still.

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