Armutskonferenz: Pensionsreform polarisiert

7. April 2003, 12:00
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Sinkende Einkommen und Pensionen vergrößern Stress und Krankheit und reduzieren somit die Lebenserwartung

Wien - Die Armutskonferenz warnte am Montag vor den Folgen der Pensionsreform für die Gesundheit der Bevölkerung. Das Netzwerk von Armut bekämpfenden Sozialorganisationen befürchtet ein erhöhtes Krankheitsrisiko im Alter. Denn: mit fallendem Einkommen sinke die Lebenserwartung und stiegen die Erkrankungen. Fallende Einkommen brächte wiederum die Steigerung der sozialen Ungleichheit mit sich, wie sie durch die Pensionsreformpläne der Regierung entstünde.

Der Sozialexperte der Diakonie Österreich, Martin Schenk, hielt dazu am Montag - auch unter Hinweis auf den Weltgesundheitstag - in einer Aussendung fest: alle Studien in Österreich kämen zu einem Schluss, dass nämlich "mit fallendem Einkommen die Lebenserwartung sinkt und dass ökonomische Stressbelastung wie finanzielle Not oder Angst um den Arbeitsplatz krank macht".

Auswirkungen

230.000 Menschen hätten jetzt schon eine Pension unter der Armutsgefährdungsschwelle. 31 Prozent der weiblichen Pensionisten lägen darunter. Der Anteil der unteren Einkommensbezieher werde sich nach der nun geplanten Reform vergrößern, die soziale Polarisierung verschärfen. Die steigende Zahl der Mindestpensionisten werde öfter krank und pflegebedürftig sein als Ältere mit hohen Pensionen, aber gleichzeitig würden die Betroffenen dann weniger Geld zur Bezahlung sozialer Dienstleistungen zur Verfügung haben.

Zahlen über die Sterblichkeit in Österreich würden die Ungleichheit vor dem Tod auf die Spitze getrieben zeigen, so die Armutskonferenz weiter: Wer geringes Einkommen und geringe Bildung habe, habe nicht nur eine geringere Lebenserwartung, sondern im Alter auch weniger von Behinderung freie Jahre in Gesundheit zu erwarten. (APA)

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