Rascher US-Vormarsch beflügelt Märkte

8. April 2003, 09:30
12 Postings

Europäische Börsen mit Gewinnen - Börse Frankfurt legt um knapp sechs Prozent zu - New York im Plus - Öl- und Goldpreis fallen

Wien - Die Meldungen über den Vorstoß der US-Truppen in das Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad und die damit verbundenen Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende haben am Montag eine kräftige Kursrally an den europäischen Aktienbörsen ausgelöst. Auch der US-Dollar konnte am Devisenmarkt kräftig zulegen.

Die New Yorker Aktienbörse hat am Montag mit festeren Kursen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index stieg 23,26 Punkte oder 0,28 Prozent auf 8.300,41 Einheiten.

Kräftige Aufschläge

Schon zum Handelsstart verbuchten die europäischen Börsen kräftige Kursgewinne und konnten diese weiter ausbauen. Der Frankfurter DAX nahm schließlich bis zum Handelsschluss die Marke von 2.800 Punkten. Er gewann 154,87 Punkte (plus 5,84 Prozent) und schloss auf 2.808,94 Einheiten.

Auch die Wiener Börse ging im Windschatten des internationalen Aufwärtstrends auf deutlich höherem Niveau aus dem Handel. Der Fließhandelsindex ATX stieg um 21,44 Punkte oder 1,80 Prozent auf 1.211,31 Zähler.

Als Krisenindikatoren geltende Preise für Anleihen, Gold und Öl fielen im Gegenzug stark zurück.

Dollar profitiert

Auch der Dollar profitierte deutlich von den jüngsten Entwicklungen im Irak und legte gegenüber den anderen Leitwährungen zu. Der Euro fiel im Gegenzug bis zum oben genannten Zeitpunkt auf 1,0575 Dollar zurück nach einem Stand von 1,0733/39 Dollar bei Handelsschluss in New York am Freitag. "Die jüngsten Nachrichten aus dem Irak haben dem Dollar Auftrieb gegeben", sagte Nick Parsons, Devisenstratege bei der Commerzbank in London.

Ungünstiger Einfluss des Krieges nimmt ab

"Es gibt kaum Zweifel daran, dass der ungünstige Einfluss des Krieges auf die Weltwirtschaft jeden Tag ein bisschen mehr abnimmt", sagte der Chefvolkswirt der Bank HSBC, John Edwards, in Sydney. Peter Gottlieb, Portfolio-Manager bei First Albany Asset Management in New York, prognostizierte: "Der Markt wird sich weiterhin auf den Krieg konzentrieren und unter der Annahme agieren, dass er in naher Zukunft beendet wird."

Preis für Rohöl fällt deutlich

Der Preis für Rohöl fiel am Montag deutlich. "Die Erwartung ist, dass kein um Kampf um Ölfelder notwendig sein wird, falls es zum Fall von Bagdad kommen wird", sagte der Ölanalyst Simon Games-Thomas in Sydney. "Geht der Krieg immer weiter, wird das Risiko größer, dass die Öl-Infrastruktur Schaden nimmt", fügte er hinzu. Marktteilnehmern zufolge gingen die Anleger davon aus, dass mit einem baldigen Endes des Irak-Kriegs die Öllieferungen aus der Golfregion wieder steigen könnten. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel zeitweise über einen Dollar auf den tiefsten Stand seit November 2002. Am Vormittag lag der Preis für Brent zur Lieferung im Mai um fast einen Dollar tiefer bei 23,69 Dollar. (APA/Reuters)

  • Artikelbild
    montage: derstandard.at
Share if you care.