Wo Mensch und PC interagieren

7. April 2003, 11:12
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Usability als Thema in österreichischen Forschungszentren

Usability-Forschung ist aus einem noch jungen Gebiet der Wissenschaft entstanden: der Mensch-Computer-Kommunikation (Human Computer Interaction). Sie hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine rasche Entwicklung durchgemacht und wird von vielen Unternehmen, die zum Beispiel Websites starten wollen, heutzutage als selbstverständlicher Bestandteil im Entwicklungsprozess betrachtet. Ihre Wurzeln gehen auf erste interaktive Programme zurück, die laut Usability-Forum um 1970 entstanden.

In Österreich wird dieser Bereich von einigen Uni-Instituten, außeruniversitären Forschungsstellen und Forschung betreibenden Unternehmen zumindest teilweise abgedeckt. Neben dem Center of Usability Research & Engineering (Cure) in der Wiener Hauffgasse, wo man sich selbst als "Nukleus" der heimischen Szene sieht, beschäftigen sich die Austrian Research Centers Seibersdorf, das Electronic Competence Center (EC3) in Wien und auch das Kompetenzzentrum Evolaris in Graz damit. Die Institute für angewandte Informatik an den Unis in Wien und Linz forschen auf Hochschulebene im Usability-Bereich. An der Fachhochschule Technikum Joanneum in Graz ist im Rahmen des Studiengangs Informationsdesign ein Web Usability Center (WUC) entstanden, wo man Firmen zu benutzerfreundlichen Websites verhilft.

Als untrügliches Zeichen dafür, dass österreichische Aktivitäten auch international anerkannt werden, gilt die Tatsache, dass die nächste, üblicherweise in den USA (derzeit noch bis 10. April in Fort Lauderdale) stattfindende Konferenz zum Thema Computer Human Interaction (CHI) 2004 in Wien veranstaltet wird. Hier treffen einander sämtliche Forschungsabteilungen der Computer- und Softwareriesen zum Gedankenaustausch. "Dann wird die Welt einmal auf uns schauen", wie Manfred Tscheligi, Cure-Chef, nicht ganz ohne Stolz betont.

Aber was Usability betrifft, sei man in Europa ohnehin nicht hinter den USA, trotz meist geringerer Möglichkeiten. (pi/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. 4. 2003)

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