Kärnten: Sturm und Lawinengefahr

7. April 2003, 12:16
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Stromausfälle, abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume

Klagenfurt - Nach den Stromausfällen durch Sturmschäden am Wochenende funktionierte die Stromversorgung in Kärnten am Montag wieder, wie Martin Slamanig von der Störungsabteilung des Kärntner Energieversorgers Kelag bestätigte. Am längsten mussten siebenhundert Bewohner in der Ortschaft Schiefling am Wörther See warten, die bis in die Nacht auf Montag ohne Elektrizität waren. Besonders stark vom Sturm betroffen waren Oberkärnten, das Gurktal und das Lavanttal.

Sturmschäden

Die Intensität des Sturms ging am Montag zurück. Am Wochenende hatten die für Kärnten ungewöhnlich heftigen Stürme schwere Schäden angerichtet. Dächer wurden abgedeckt, in Oberkärnten stürzten zahlreiche Bäume um. In Döbriach am Millstätter See (Bezirk Spittal) fiel eine Fichte auf ein Wohnmobil. Der Urlauber kam mit dem Schrecken davon, sein Fahrzeug wurde schwer beschädigt. In Bad Kleinkirchheim stürzte ein 72-jähriger Pensionist Sonntagnachmittag vom Dach seines Ferienhauses, als er Sturmschäden beheben wollte. Der Mann musste mit schweren Wirbelverletzungen ins Krankenhaus geflogen werden.

In Treffen (Bezirk Villach) "zerlegten" die Sturmböen in einer Wohnsiedlung ein Gartenhaus, die Teile flogen nach Angaben von Augenzeugen 150 Meter weit. In der Siedlung wurden zudem zahlreiche Hausdächer beschädigt. Auch aus Unterkärnten wurden Schäden gemeldet, so wurde in Wolfsberg das Dach eines Baumarktes zum Teil weggerissen.

Weiterhin erhebliche Lawinengefahr

Die Lawinengefahr in Kärnten wird weiterhin überwiegend mit "erheblich" beurteilt. Gefahrenstellen bilden derzeit die mächtigen Triebschneeansammlungen in fast allen Hangrichtungen ab einer Höhe um 2.100 Meter. Auf Grund der zunehmenden Schneelast in den Ablagerungsgeländeteilen, können sich Lawinen auch von selbst lösen, was auch bereits beobachtet wurde.

Allgemein ist in den überwiegenden Kärntner Tourengebieten die Auslösung von Lawinen in allen Hangrichtungen bereits durch einen einzelnen Tourengeher möglich. Auf Hänge mit einer Steilheit von mehr als 35 Grad sollte auf Touren derzeit überhaupt verzichtet werden. Generell soll auf Touren die Lawinensituation ständig beurteilt werden. Bei gleich bleibendem Wetter und etwas nachlassendem Wind wird sich die Lawinengefahr in den nächsten Tagen in Kärnten nicht wesentlich ändern. (APA)

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