Drei Viertel der US-Bürger unterstützen laut Umfrage den Krieg

7. April 2003, 10:28
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Deklarierte Gegner laut "Los Angeles Times"- Befragung in der Minderheit

Washington - Die Unterstützung der US-Bürger für den Krieg gegen den Irak war auch zwei Wochen nach Kriegsbeginn noch hoch. Gemäß einer am 2. und 3. April durchgeführten Umfrage der "Los Angeles Times" erklärten 75 Prozent ihre Zustimmung zum Irak-Krieg. Auch bei den oppositionellen Demokraten und bei den Unabhängigen lag die Unterstützung noch bei 70 Prozent, bei den Republikanern zeigten sich sogar 95 Prozent mit der Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush einverstanden.

Die deklarierten Gegner dieses Krieges bilden gemäß dieser Umfrage derzeit in den USA eine klare Minderheit von rund 20 Prozent. Von den befragten Demokraten und Unabhängigen sprachen sich 27 Prozent gegen den Irak-Krieg aus, von den regierenden Republikanern nur 4 Prozent. Das Recht der Kriegsgegner zu Protesten auch während der Militäraktion wird aber von der den Krieg befürwortenden Mehrheit nicht in Frage gestellt. Nur etwa ein Drittel der US-Bürger hält es für unangebracht, dass Friedensdemonstranten während des Einsatzes der Truppen gegen den Krieg demonstrieren.

"Moralische Autorität"

Über die Legitimation des Irak-Krieges auch ohne UNO-Sicherheitsratsbeschluss herrschen laut der Umfrage bei den US-Bürgern wenig Zweifel. Rund 70 Prozent erklärten, die USA hätten die "moralische Autorität", den Irak anzugreifen. Zwei Drittel waren der Ansicht, die USA hätten den Diplomaten genügend Zeit gelassen, bevor sie sich zum Angriff entschlossen hätten.

Etwa die Hälfte der befragten US-Bürger glaubte, das irakische Volk begrüße die US-Truppenpräsenz in ihrem Land. Rund 30 Prozent meinten, die Iraker würden die US-Soldaten nicht willkommen heißen weil sie noch Angst vor Saddam Hussein hätten und lediglich zwölf Prozent waren der Ansicht, die Iraker sähen die USA als "Invasions-Macht".

50 Prozent für Wiederaufbau unter UNO-Führung

Bei den Bemühungen zum Wiederaufbau nach dem Krieg wollen 50 Prozent eine führende Rolle der Vereinten Nationen sehen. Nur 30 Prozent wünschen eine Führungsposition der USA, sieben Prozent für ein anderes Land. Eine gemeinsame Führung von USA und UNO beim Wiederaufbau wird von sieben Prozent angestrebt. Die Umfrage wurde am 2. und 3. April US-weit mit 745 Telefoninterviews von Erwachsenen durchgeführt. Die Fehlerquote liegt bei plus/minus vier Prozentpunkten.(APA)

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