Bagdads "Palast der Republik"

7. April 2003, 10:03
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Festung am Tigris wurde unter Saddam Husseins Vorgänger General Bakr offizieller Präsidentensitz

Bagdad - Der irakische "Palast der Republik" steht wie eine klotzige Festung im Zentrum von Bagdad. Seit Beginn des Krieges wurde das mehrere Quadratkilometer große Palastgelände von den US-geführten Streitkräften bombardiert, denn hier ist der offizielle Sitz des irakischen Staatspräsidenten, seitdem Saddam Husseins Amtsvorgänger, General Ahmed Hassan al Bakr, Anfang der siebziger Jahre auf diesem Areal Quartier bezogen hatte. Es handelt sich um das ehemalige Herrscherviertel der haschemitischen Königsfamilie, die beim Sturz der Monarchie 1958 fast vollständig ausgelöscht wurde.

Der Palast ist nur eines von ungefähr einem Dutzend Gebäuden, in denen sich Saddam Hussein abwechselnd aufhalten soll. Als offizieller Präsidentensitz gilt nur der Palast der Republik am Westufer des Tigris. Während die anderen Präsidentenpaläste nicht erwähnt werden dürfen, ist ein Blick auf den "Palast der Republik" offiziell nicht verboten. Aber zu sehen ist ohnehin nicht viel mehr als eine große Mauer mit schwarzen Toren. Dahinter verbergen sich mehrere Gebäude sowie ein großer Park. Eine mit grünem Mosaik verzierte Kuppel überragt die Anlage, seit kurzem schmückt eine vergoldete Kuppel das Haupttor.

Autoverkehr ist aus Sicherheitsgründen vor dem Palast verboten; Fußgänger müssen auf die praktische Fährverbindung an das andere Ufer des Tigris verzichten. Nur der Fluss trennt den Palast der Republik vom einstigen Prachtboulevard Abu Nawaz am Ostufer. In den 70er Jahren zog die Flaniermeile zahlreiche Touristen an. Schattige Plätzchen bieten die Fischrestaurants, in denen der für Bagdad typische Süwasserfisch Maskuf serviert wird. Aber die Sicht auf den Tigris und den Palast wird von Gittern versperrt - wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen verlor die Allee ihren Charme.(APA/AFP)

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