"Chemie-Alis" Schicksal bleibt vorerst ungewiss

7. April 2003, 21:49
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Briten wollen Leiche von Ali Hassan Al-Majid gefunden haben - Rumsfeld: Villa des Generals zerstört

London/Washington - "Wir haben starke Hinweise, dass er tot ist. Aber definitiv bestätigen kann ich das noch nicht", erklärte der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon am Montag in London. "Er" ist Ali Hassan Al-Majid, besser bekannt unter seinem makabren Spitznamen "Chemie-Ali". Diesen hatte sich der Cousin Saddam Husseins erworben, als 1988 auf seinen Befehl Tausende Kurden im nordirakischen Halabja durch Giftgas ums Leben kamen.

Die britischen Streitkräfte fanden am Wochenende bei ihren Vorstößen nach Basra einen Toten, der "Chemie-Ali" sein könnte. Außerdem habe man in seinem Hauptquartier die Leiche des für Basra zuständigen Geheimdienstchefs entdeckt. Am Samstag war Ali Hassan Al-Majids Haus in der belagerten Stadt bei Luftangriffen alliierter Kampfjets beschossen worden.

General Ali Hassan Al-Majid ist nach Einschätzung des Pentagon tot. "Wir glauben, dass die Terrorherrschaft von Chemie-Ali ein Ende gefunden hat", sagte US- Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Montag. An die Kurden im Nordirak gewandt, fügte der Minister hinzu: "Er wird nie wieder Eure Familien terrorisieren."

Zuletzt war Al-Majid Kommandeur für den südlichsten Verteidigungsbezirk des Irak. Viele Militärs der angreifenden Koalition fürchteten, "Chemie-Ali" könnte dabei seinem Namen gerecht werden und C-Waffen gegen die britischen und US-Truppen einsetzen. Während der siebenmonatigen Besetzung Kuwaits 1990/91 diente Majid als Gouverneur des Emirats. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 8.4.2003)

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    Ali Hassan Al-Majid

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