British Telecom muss Dial-In-Tarif um 17 Prozent senken

7. April 2003, 08:34
posten

Millionen-Rückzahlungen an Großkunden drohen

Die britische Regulierungsbehörde Oftel hat dem Ex-Monopolisten British Telecom eine deutliche Reduktion der Großhandelspreise für Wählleitungs-Internetzugänge empfohlen. Die Entscheidung ist derzeit noch im Entwurfsstadium. Das Verfahren war durch eine Beschwerde von Cable & Wireless in Gang gesetzt worden; später hatte sich auch Energis der Beschwerde angeschlossen.

"Das ist genau der Anteil der unnötigen Kosten"

Ursprünglich hatte die Regulierungsbehörde BT gezwungen, ein Großhandelsangebot für Wählleitungszugänge einzuführen. Bei der Tarifgenehmigung wurden auch Aufwändungen für technische Einrichtungen, die eine Überlastung des BT-Netzes durch Internet-Wählleitungsverkehr verhindern sollten, berücksichtigt. Durch Verbesserungen des Netzes im Dezember 2001 ist aber laut dem Telekom-Direktor von Oftel, David Edmonds, die Gefahr der Netzüberlastung weggefallen: "Ich schlage vor, BT aufzutragen, die Großhandelspreise für unlimitierten Internetzugang um 17 Prozent zu senken. Das ist genau der Anteil der unnötigen Kosten. Diese Einsparungen könnten von den Providern an ihre Kunden weitergegeben werden."

Die offenbar zu hohen Rechnungen sollen auch rückwirkend korrigiert werden. "Ich beabsichtige, BT zu verpflichten, den anderen Operatoren die Einsparungen für den Zeitraum seit Dezember 2001 zu refundieren", so Edmonds. Dies könnte British Telecom laut eigenen Angaben zehn bis 15 Mio. Pfund, umgerechnet ca. 14,6 bis 22 Mio. Euro, kosten. Die zukünftig erwarteten jährlichen Einnahmenausfälle in gleicher Höhe würden allerdings teilweise durch aufgrund gesunkener Preise verstärkte Inanspruchnahme ausgeglichen werden und in Folge der zunehmenden Migration zu Breitbandanschlüssen auch geringer ausfallen. (pte)

Share if you care.