China Mobile installiert Mobilfunk auf umstrittenen Inseln

7. April 2003, 08:28
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Von Vietnam und Taiwan beanspruchtes Archipel hat keine Einwohner

Der staatliche Mobilfunk-Netzbetreiber China Mobile hat sein GSM-Mobilfunknetz auf einen umstrittenen Archipel ausgedehnt. Auf der aus Korallenriffen und -inseln bestehenden Paracel-Inselgruppe wurden drei Basisstationen errichtet, die ein Gebiet von etwa zehn Quadratkilometern versorgen sollen. Es handelt sich offenbar um ein politisches Signal - es gibt dort keine Einwohner sondern nur Militär der Volksrepublik China. Angeblich nutzen bereits 500 Soldaten das neue Netz.

Bewegt

Die Geschichte der Paracel-Inseln ist sehr bewegt. 1932 entsandte Französisch Indochina Truppen und errichtete eine Wetterstation. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Archipel von Japan besetzt und dann wieder aufgegeben, ohne - nach japanischer Darstellung - an einen anderen Staat übergeben worden zu sein. Taiwan hat nach eigenen Angaben wiederholt, erstmals 1946, Flottillen entstandt und Garnisonen angelegt. Zu einer Eskalation kam es im Jänner 1974, als südvietnamesische Truppen auf dem Paracel-Archipel landeten. Die Volksrepublik entsandte selbst eine Streitmacht, die wenige Tage später die Vietnamesen überwältigte. Neben Taiwan, Vietnam und China beanspruchen auch die Philippinen Hoheitsrechte. 1997 hatte China angekündigt, "Hsi scha", wie die Gruppe auf chinesisch genannt wird, für Touristen zu öffnen. Gegenwärtig sind jedoch nur Truppenverbände in dem strategisch wichtigen Gebiet, in dem reiche Erdöl- und Gasvorkommen vermutet werden, stationiert.(pte)

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