Condoleezza Rice von Außenminister Iwanow empfangen

7. April 2003, 16:42
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Rice bezeichnet Gespräche in Moskau als "sehr gut"

Moskau - US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice hat als erste ranghohe amerikanische Politikerin seit Kriegsausbruch Moskau besucht und mit der russischen Führung über den Irak gesprochen. Trotz der gegenwärtigen Belastung der bilateralen Beziehungen durch den Krieg hielten die USA an der strategischen Partnerschaft mit Russland fest, sagten US-Diplomaten. Moskau hatte den amerikanisch-britischen Angriff auf den Irak scharf kritisiert. Washington warf Russland vor, dem Regime von Staatschef Saddam Hussein Rüstungsgüter geliefert zu haben.

Rice, die engste außenpolitische Beraterin von Präsident George W. Bush, sprach im Kreml mit Verteidigungsminister Sergej Iwanow und dem Sekretär des Sicherheitsrates, Wladimir Ruschailo. Außerdem traf sie mit Außenminister Igor Iwanow zusammen. Rice sagte lediglich, die Treffen seien "sehr gut" gewesen. Bush und der russische Präsident Wladimir Putin sollen bereits Ende Mai wieder zusammenkommen, zunächst in St. Petersburg und dann bei dem Treffen der wichtigsten Industriemächte (G8) in Frankreich.

Die russische Seite wiederholte nach diplomatischen Angaben ihre Vorwürfe wegen der Schüsse auf den Fahrzeugkonvoi des russischen Botschafters in Bagdad, Wladimir Titorenko. Die Kolonne war bei der Ausfahrt aus Bagdad am Sonntag zwischen die Fronten geraten und beschossen worden. Russland machte US-Truppen für den Zwischenfall verantwortlich, die USA wiesen dies zurück. Titorenko und acht Diplomaten und Journalisten trafen am Montagnachmittag in Syrien ein. Ein schwer verletzter Fahrer der Botschaft blieb mit einem Diplomaten als Begleitung im Krankenhaus der irakischen Stadt Falluja zurück.

Rice sprach mit der russischen Seite auch über die Verwaltung und den Wiederaufbau des Irak nach Kriegsende, sagte ein ranghoher US-Diplomat in Moskau. Russland fordert wie Frankreich und Deutschland eine Nachkriegsverwaltung der Vereinten Nationen, während die USA die Führungsrolle für sich beanspruchen. (APA/dpa)

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