USA versuchen neuerlich "Enthauptungsschlag" im Stadtteil El Mansur

9. April 2003, 09:15
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14 Tote bei schwerem Bombardement auf mutmaßlichen Aufenthaltsort Saddams - Mit Infografik

Bagdad - Mit einer gezielten Bombardierung haben die US-geführten Streitkräfte am Montagabend erneut den irakischen Machthaber Saddam Hussein persönlich ins Visier genommen. Er soll sich mit seinen Söhnen im relativ vornehmen Bagdader Stadtteil El Mansur aufgehalten haben. Der südwestliche Bezirk der Hauptstadt liegt etwa 15 Kilometer vom amerikanisch kontrollierten internationalen Flughafen und fünf Kilometer von der Innenstadt entfernt.

In El Mansur leben vorwiegend bürgerliche Iraker, in den Straßen gibt es Geschäfte und Restaurants. Militärische Ziele sind in dem Bezirk nicht erkennbar. Allerdings sollen in einigen unscheinbaren Gebäuden verschiedene staatliche Stellen untergebracht sein, vor allem Geheimdienstbüros.

Die meisten der Läden sind seit Kriegsbeginn am 20. März geschlossen. Die US-Bomben schlugen in einer Querstraße der Straße des 14. Ramadan ein und töteten 14 Menschen aus zwei Familien. Die Geschosse zerstörten vier Häuser und hinterließen einen riesigen Krater. In der Nähe befindet sich das angeblich noch immer geöffnete arabische Spezialitätenrestaurant "El Saah", in dem Gerüchten zufolge auch Saddam Hussein regelmäßig bewirtet werden soll. Erst am vergangenen Freitag soll der irakische Präsident dort gespeist und auf ordentliche Bezahlung bestanden haben, heißt es von Seiten seiner Leibwächter. US-Armee setzt sich in Bagdads Mitte fest

Nach ihrem überraschenden Vorstoß ins Zentrum von Bagdad haben die amerikanischen Truppen am Dienstag mehrere Machtzentren von Saddam Hussein besetzt gehalten. Drei Bataillone der US-Armee blieben dabei in der Stadt. Erstmals versuchten amerikanische Panzer auch einen Vorstoß auf die strategisch wichtige Brücke Al Jumhuriya über den Tigris- Fluss, um auf das dichtbebaute Ostufer zu gelangen. Die Kämpfe mit irakischen Einheiten dauerten den ganzen Tag.

US-geführte Truppen nahmen zudem einen strategisch wichtigen Militärflughafen im Südosten von Bagdad ein. Die Einnahme des El-Rashid-Flughafens schneide Mitgliedern der irakischen Regierung einen möglichen Fluchtweg ab, sagte General Vincent Brooks vom US-Zentralkommando in Katar. Dem Flughafen komme eine "erhebliche militärische Bedeutung" zu. Seit vergangener Woche kontrollieren US- Truppen bereits den Internationalen Flughafen im Südwesten Bagdads. Brooks räumte ein, dass die Soldaten dort immer noch auf Widerstand stoßen. Die Armee bemühe sich darum, ihre Stellung auf dem Gelände zu sichern. Eine US-Maschine vom Typ A-10 wurde von irakischen Soldaten abgeschossen, der Pilot konnte sich retten. (APA/Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 9.4.2003)

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    Ein Krater von zehn Metern Durchmesser im Bagdader Wohngebiet al-Mansur: Hier sollen sich Saddam und seine Söhne aufgehalten haben

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