Salzburger Festspiele

Öffentliche Hand will Osterfestspiele übernehmen

10. Februar 2010, 19:23

Bürgermeister: Stadt, Land und Tourismusförderungsfonds mit je 25 Prozent in neuer Gesellschaft

Salzburg - Bei den Salzburger Osterfestspielen dürfte kein Stein auf dem anderen bleiben. Kommt es, wie von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) angestrebt, zu einer Neugründung der Osterfestspiele GmbH wird darin die öffentliche Hand das Sagen haben. Wie Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) dem Standard bestätigte, sei geplant, dass "die Stadt, das Land und der Tourismusförderungsfonds zu je 25 Prozent" einsteigen. Der Vorschlag wird am Donnerstag bei einer Kuratoriumssitzung vorgelegt.

Zurzeit hält die Herbert von Karajan-Stiftung 98 Prozent der Gesellschaftsanteile. Im Kuratorium der Stiftung sitzen Karajan-Witwe Eliette, Burgstaller kraft ihrer Funktion als geschäftsführende Präsidentin sowie der Salzburger Bürgermeister, die Präsidentin der Sommerfestspiele, der künstlerische Leiter der Osterfestspiele, drei Vertreter der Berliner Philharmoniker und zwei des Vereins der Freunde der Osterfestspiele. Laut Schaden habe in dieser Konstruktion die Mitsprachemöglichkeit der öffentlichen Hand bisher gegen null tendiert.

Teil der neuen Konstruktion sind schärfere Kontrollen: Dem künftigen Aufsichtsrat müssten im Rahmen eines "vierteljährlichen Rapports" regelmäßig "Kennzahlen über die Entwicklung" vorgelegt werden, so Burgstaller. In diesem Aufsichtsrat könnten neben der Politik auch Wirtschaftsexperten und Vertreter der Sponsoren sitzen. Ebenfalls auf der Tagesordnung steht die Bestellung eines neuen Festivalleiters. Vom Büro Burgstallers wird bestätigt, dass der Brite Peter Alward (50), vormals Chef von EMI Classical, gute Chancen auf den Job habe.

Ex-Geschäftsführer in Belgien

Der bei der Staatsanwaltschaft angezeigte Ex-Geschäftsführer Michael Dewitte bestreitet alle Fluchtgedanken. Er sei aus persönlichen Gründen in Belgien und werde bis Anfang März wieder nach Österreich kommen. Würden ihn die Behörden früher benötigen, komme er unverzüglich. (Thomas Neuhold / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.2.2010)

 

Alward-Ernennung bestätigt

Peter Alward wird als Nachfolger von Michael Dewitte neuer Leiter der Salzburger Osterfestspiele,  wurde am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Anschluss an die Sondersitzung des Kuratoriums der Osterfestspiele bekanntgegeben. Alward, Ex-Präsident von EMI Classics (2002-2004),  hat sich vor allem in Zeiten Herbert von Karajans einen Namen gemacht. (APA)

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12 Postings
weitwegweiser
00
14.2.2010, 12:07
Hoffentlich!

Es war ein System der pefekten Täuschung, das diese Zustände ermöglichte!

mulligan1
03
11.2.2010, 14:32
die "gädige frau von..."

soll bitteschön auch finanziell in "ihr festival", dieses geschäft der großen und reichen einsteigen und nicht nur die vom "herrn von selig" für sie sicherlich installierten beteiligungen kassieren !

die "öffentliche hand" hat langsam genug davon, in allen diesen skandalfällen und abzockerbereichen zur kasse gebeten zu werden.

und hört´s mir auf, mit diesen nebulosen "umwegrentabilitäts-erklärungen".
wenn schon, dann sollen jene wirtschaftsbereiche, für die sicher etwas zu holen ist (hotellerie, gastgewerbe, handel) eben auch in die spiele investieren.

shaki1
01
11.2.2010, 13:26


Öffentliche Hände haben wir genug. Viele mit Handflächen nach oben.
Was wir dringend brauchen, sind ein paar anständige öffentliche Köpfe. Und ein paar die rollen...

Hyperanthropos
01
11.2.2010, 13:03
Eingliederung in die Sommerfestspiele

und Verwaltungskosten sparen. Schon die paar Sager von Herrn Alward zeigen, dass niemand einen solchen Manager braucht. Programm und Besetzung kann Simon Rattle mit ein paar Musikern in einer Stunde besprechen, die Administration für die paar Aufführungen schaffen die Sommerfestspiele locker nebenbei.

stimme zu
00
11.2.2010, 16:00
Geht nicht, das würde das Festspiel-Fonds-Gesetz kippen

madman
11
11.2.2010, 12:50
anstatt zuzusperren,

hat man wieder einen weg gefunden pfründe aufrechtzuerhalten.
ehrlich, wer braucht diese oster-festspiele?

wronskys ohren
00
11.2.2010, 11:31

wieso, sind das systemfestspiele?

willi weimaraner
00
10.2.2010, 21:35
Was macht Dewitte in Brügge?

Ich fürchte, er packt.

das poppende lottchen
11
10.2.2010, 20:53
österreich - das land, wo nicht (nur) banken gerettet werden müssen, sondern ein festival!

aber wieso eigentlich?
sind arbeitsplätze betroffen? nein, denn eine große firma sind die osterfestspiele ja nicht gerade.
geht es um den tourismus? folgt man diesem argument, müssten ganzjährig festspiele veranstaltet werden, damit die hotelbetten gefüllt werden können.
sind aus den letzten jahren herausragende künstlerische leistungen überliefert, die den osterfestspielen einzigartigkeit garantiert hätten? im gegenteil, es wurden dort längst in aix gezeigte teile des "rings" aufgewärmt. wobei das ein teurer spaß ist: dekorationstransport, technische einrichtung, proben usw. für lediglich 2 aufführungen!
das ist verschwendung pur. die öffentliche hand hat hier genau gar nichts verloren, sondern geld und ressourcen sinnvoll einzusetzen.

Brangäne
00
20.8.2010, 19:25

Gemäss ihrer Argumentation müssten dann auch die Sommerfestspiele abgeschafft werden!

daydreamer07
30
11.2.2010, 03:54
ahnungslos

sie sind einfach ahnungslos und schreiben irgendetwas ohne substanz, fakt ist einmal, dass die festspiele ein wichtiger faktor der salzburger wirtschaft sind und durch umwegrentabilitaet etliche arbeitsplaetze schaffen, die anzahl der direkt beschaeftigten ist vielleicht nicht sehr hoch, doch ziehen die festspiele einiges an potential an, die zahlen koennen sie sicher am tourismusamt erfahren, dann werden sie nicht mehr so einen bloedsinn posten....eine tradition, die noch dazu geld bringt, kann doch nicht in frage gestellt werden, nur weil es im management einige kriminelle gegeben hat, die jetzt hoffentlich dafuer buessen werden...

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