Der Ur-Eskimo von der Diskobucht

10. Februar 2010, 18:04
  • Artikelbild
    illu.: nuka godfredsen

    So in etwa dürfte "Inuk" aus Grönland ausgesehen haben: braunäugig, untersetzt, schütteres Haar. Seine Vorfahren waren aus Ostsibirien gekommen.

Erstmals Erbgut eines 4000 Jahre alten Menschen sequenziert - es hält eine große Überraschung bereit

Kopenhagen/London/Wien - Im Vergleich zum Ötzi hat sich vom Mann aus dem grönländischen Eis nicht allzu viel erhalten: Gerade einmal ein paar Haarbüschel und ein paar Knochen hatten sich vom 4000 Jahre alten Angehörigen der Saqqaq-Kultur im Permafrost konserviert.

Dennoch weiß man erstaunlich viel über das Aussehen und die Herkunft des Ur-Eskimos, dem die Forscher den Namen "Inuk" gaben, was in der Sprache der heutigen Inuit "Mensch" bedeutet und zugleich der Singular von "Inuit" ist: Er ist nämlich der erste vorzeitliche Vertreter der Gattung Homo sapiens, dessen DNA ziemlich vollständig rekonstruiert wurde (zu 79 Prozent).

Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass der frühe Arktisbewohner braune Augen, schaufelartige Vorderzähne und eine Neigung zum Haarausfall hatte. Außerdem produzierte er kein feuchtes, sondern trockenes Ohrenschmalz, gehörte der Blutgruppe A positiv an und war mit seinem hohen Body-Mass-Index gut an das kalte Klima angepasst.

Die Erbgutanalyse brachte aber auch einige Überraschungen, wie das internationale Forscherteam um den dänischen Humangenetiker Eske Willerslev in der britischen Wissenschaftszeitschrift Nature (Bd. 463, S. 757) schreibt: Bei Vergleichen der rund 350.000 gefundenen SNPs (Abweichungen von einzelnen Basenpaaren in der DNA) mit jenen heutiger Arktisbewohner zeigte sich, dass "Inuk" genetisch wenig mit den heutigen Grönländern, also den Angehörigen der "Inuit" zu tun hatte.

Am engsten ist er mit heutigen Bewohnen des nordöstlichen Sibirien verwandt. Das wiederum bedeutet, dass "Inuk" von Zuwanderern aus dieser Gegend abstammen dürfte. Wie und warum dessen Vorfahren die Distanz von mehreren tausend Kilometern ins genauso kalte Grönland hinter sich gebracht haben, sei aber völlig ungeklärt, so Willerslev, der nur durch Zufall auf die Haar- und Knochenreste gestoßen war.

Er hatte in den vergangenen Jahren im nördlichen Grönland nach Knochen mit intakter DNA gesucht und sich "dabei den Arsch abgefroren" , so der Humangenetiker im Original. Als er sein Leid dem Chef des Zoologischen Museums, Morten Meldgaard, klagte, erinnerte der sich an einen Fund, den er vor 20 Jahren mit seinem Vater gemacht hatte. Die beiden hatten 1986 an der Diskobucht an der Westküste Grönlands Haare gefunden, die das ewige Eis 4000 Jahre lang konserviert hatte. "Versuch's doch einmal mit denen" , habe Meldgaard gemeint.

Der Versuch gelang prächtig. Ob er der Auftakt zu vielen weiteren vorzeitlichen DNA-Analysen aus aller Welt sein wird, darf indes trotz des rasanten technischen Fortschritts bezweifelt werden: Auch DNA erhält sich am besten bei Minusgraden. (Klaus Taschwer, DER STANDARD/Printausgabe 11.2.2010)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2
Kapitalismus Luege
00
17.2.2010, 12:51
DNA fast zur gänze ... 79%


der Schimpanse ist zu 97% mit dem Menschen ident.

rubita
00
17.2.2010, 18:11

wurde zu 79% sequenziert, nicht 79% identisch mit irgendwem.

Palavatar
02
16.2.2010, 23:22
Hatte der das 'Beschi**ene-Frisur-Gen' oder warum haben sie den Armen mit so einer schiachen Matte gezeichnet?

lichaot
01
19.2.2010, 15:40
in der diskobucht tragen alle vokuhila

sangria und drews gab es damals noch nicht.

rubita
00
17.2.2010, 18:11

"Neigung zum Haarausfall"

neuer weg
02
14.2.2010, 12:13
Super !

gleiches Gengut, wie der derzeitige IPCC-Vorsitzende (Klon?)
Kieferpartie von Freddie Mercury
Vokuhila, Ghettobart...

ist das ein bewußter persönlicher Angriff der betreffenden Wissenschafter auf den Vorsitzenden, mobbing der Moderne ?

standard-forum - you made my day.

Nick Tameer
00
13.2.2010, 12:27

Trotz deutlicher Unterschiede der einzelnen Gesichtszüge ist die Ähnlichkeit zu Rajenda Pachauri im Gesamtbild verblüffend.

dieter tiefensteppe
00
13.2.2010, 09:13

echt so hat eine eskimo früher ausgschaut? also von einem haar büschel auf einen eckschädl zu kommen und von braun äugig mit schütterem haar zu sprechen ist schon sehr gewagt. und wieso schaut der so grantig drein? kann man das auch aus der dna ablesen (verbrechergen)?
und wieso ist der oberschädl bereich viel schmaler als der untere bereich? ^^ ja damals ists halt noch ums essen gangen. da brauchte man noch einen anständigen kaubereich. und ganz abgesehen von dem ghettobart.

also bis auf die augen schaut mir der eher sehr nach einer reiner comic mutmassung aus.

man könnt ja hinschreiben -> wegen totschlag gesucht?

jaja war schon eine wilde und böse zeit damals.

also nix den zeichner,aber dass ist wirklich sehr unglaubwürdig.

neuer weg
00
14.2.2010, 12:19
jep, das foto scheint dem Chronikteil der Kronenzeitung entnommen worden sein

fehlt nur noch, dass sie was vom fremdländischen Akzent (irgendeinen inuit-slang) schreiben, den der Bösewicht gesprochen haben soll.

Nick Tameer
00
13.2.2010, 12:31

Na gut, er trug, einerseits um cooler zu wirken und andererseits als Schutz vor Schneeblindheit, vielleicht noch eine Sonnenbrille, aber sonst?

Bodypainter
03
12.2.2010, 15:01
schaut bissl aus wie horst buchholz in jungen jahren.

Dr. B
00
12.2.2010, 13:06

Wie kommt man aus der DNA (merke, es waren nur ein paar Knochen und Haare vorhanden) auf Aussagen darueber, dass der Mensch (Inuk) einen hohen BMI hatte?

Auch die Theorie, dass er aus Sibirien ausgewandert sein muss ist nur eine von mindestens zwei Moeglichkeiten, da genausogut sein Volk nach Sibirien gewandert sein koennte.

Kurz gesagt, dieser Artikel enthaelt vor allen Dingen ein paar Hypothesen, die nicht stichhaltig untermauert werden sondern axiomatisch behandelt werden.

Nope
00
15.2.2010, 15:36
Wie kommt man aus ein paar Knochen und Haaren auf Aussagen über einen hohen BMI?

Fettiges Haar vielleicht? ;-)

Uncle Ethan
00
12.2.2010, 12:38

Trockenes Ohrenschmalz, VOKUHILA, bissl untersetzt, und nennt sich selbst "Mensch" - wirklich außergewöhnlich sensationell!

ebenso
00
12.2.2010, 10:26

Wo isn die Überraschung?

Cyber Motzer
00
12.2.2010, 03:17
Ach wie ist er aus Sibirien gekommen ?

Im Zuge einer grossen Voelkerwanderung natuerlich. Genau, aber dass es kleine und groessere Staemme immer schon alle paar Jahre in alle Winkel der Welt gezogen hatte davon spricht niemand....

tunguska
00
12.2.2010, 13:31
Danke dass DU uns wenigstens darauf aufmerksam machst.

Cyber Motzer
00
16.2.2010, 05:21
mache ich doch gerne

nachdem ja immer alle von nicht nachweisbaren Kontakten sprechen. Brauche ich da einen Nachweis, wenn es eigentlich bewiesen ist, dass ich mit einem Segelboot die Erde umsegeln kann ???

tablespace65
00
11.2.2010, 23:03
Der schaut ja fast aus wie IPCC-Vorsitzender Rajendra Pachauri (zwei Artikel weiteroben)!

Pi der Grieche
02
11.2.2010, 11:49
Das Ergebnis ist mit Skepsis zu betrachten.

Vor 20 Jahren waren die Schutzmaßnahmen gegen Kontamination des Genmaterials noch nicht so ausgereift um diese auszuschließen.
Man müßte neues Material finden und dieses zeitgemäß Konservieren.

Walter Sedlazcek
09
11.2.2010, 07:37
Das Erbgut hält eine große Überraschung bereit:

Eskimos hatten damals alle einen Vokuhila.

StrgAltEntf
 
015
11.2.2010, 08:15

Das trägt man so in der Disko(Bucht)

Hugh G. Rection
00
11.2.2010, 12:53
Ja damals

bist mit so einem Mullet noch überall reinkommen.

667 one step ahead of the devil
01
10.2.2010, 19:37

Wie soll ich mir "schaufelartige Vorderzähne" vorstellen?

Müff
00
13.2.2010, 11:23
Wenn Sie sich das Bild noch einmal genau ansehen,

werden Sie feststellen, daß die gesamte Kieferpartie von Freddie Mercury ist.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.