Wien - Die Schuldenkrise in den finanzschwachen Euro-Ländern hat auch
direkte Konsequenzen für österreichische Banken: Griechenland war zum Stand
Herbst 2009 mit rund 4,5 Mr. Euro (6,2 Mrd. Dollar) bei heimischen Banken
verschuldet, dies geht aus den Daten der Internationalen Bank für
Zahlungsausgleich (BIZ) zum Stichtag Ende September 2009 hervor. Insgesamt sind
laut BIZ österreichische Banken in schwachen Euro-Ländern mit rund 35,4 Mrd.
Euro (48,6 Mrd. Dollar) engagiert. Italien schuldet österreichischen Banken rund
21,2 Mrd. Dollar, Spanien 9,3 Mrd. Dollar, Irland 9,3 Mrd. Dollar, Griechenland
6,2 Mrd. Dollar und Portugal 2,6 Mrd. Dollar.
Die Banken müssen im Zuge der Schuldenkrise um einen Teil ihrer Forderungen
bangen, wenngleich die Kosten für die Versicherung gegen einen Ausfall
griechischer und portugiesischer Anleihen am Mittwoch deutlich gefallen sind.
Der Anstieg der Risikoprämien für Anleihen aus schwachen Euro-Ländern und der
damit verbundene Kursverlust könnte zu großem Abschreibungsbedarf bei den
österreichischen Banken führen.
Deutsche Banken sind laut BIZ mit rund 524,1 Mrd. Dollar einer der größten
Gläubiger der finanzschwachen Euro-Staaten: Der Großteil der deutschen
Forderungen sind gegenüber Spanien mit 240,3 Mrd. Dollar und Irland mit 193,3
Mrd. Dollar. In Griechenland haben deutsche Banken ein Exposure von 43,2 Mrd.
Dollar.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die "Coordinated Portfolio Survey" des
Internationalen Währungsfonds (IWF), berichtete der Börse Express. Laut der
Studie hielten per Ende 2008 internationale Investoren rund 221 Mrd. Dollar an
griechischen Anleihen. Rund ein Viertel entfiel auf Frankreich und rund 8 Mrd.
Dollar auf österreichische Investoren. (APA)