Entschädigung

Deutscher Steuersünder will mehr Geld

10. Februar 2010 16:14

Anstelle der von Liechtenstein zugesprochenen Entschädigung von 7,3 Millionen will der Immobilienhändler 13,7 Millionen

Vaduz - Ein deutscher Steuersünder, dem das Landgericht Liechtenstein eine Entschädigung von 7,3 Mio. Euro zugesprochen hat, gibt sich damit nicht zufrieden. Der Immobilienhändler will in die nächste Instanz gehen und 13,7 Mio. Euro von der Treuhandfirma verlangen. Das bestätigte sein Liechtensteiner Anwalt am Mittwoch. Der Unternehmer war einer jener Steuersünder, die vor zwei Jahren aufgeflogen waren, nachdem der deutsche Geheimdienst BND dem Dieb 4,5 Mio. Euro für die Daten bezahlt hatte. Bei den Ermittlungen war auch der ehemalige Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel als Steuersünder enttarnt worden.

Der deutsche Immobilienhändler war 2008 vom Landgericht Bochum wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe von 7,5 Mio. Euro verurteilt worden. Zudem musste er dem Fiskus 11,9 Mio. Euro für hinterzogene Steuern nachzahlen. Der Unternehmer, der sein Geld in Liechtenstein in Familienstiftungen gesteckt hatte, beschuldigte die damalige LGT Treuhand, ihn im Zusammenhang mit der deutsch-liechtensteinischen Steueraffäre im Jahre 2008 nicht rechtzeitig über den Datendiebstahl informiert zu haben. Sie sei durch Verletzung von Sorgfaltspflichten verantwortlich für im Nachhinein zu hoch angesetzte Steuern.

Das Landgericht in Liechtenstein hatte geurteilt, der Betroffene habe keine Zeit für eine Selbstanklage gehabt, da er zu spät über den Datendiebstahl informiert worden sei. Hätte er sich rechtzeitig selbst angezeigt, wäre dem Kläger nach Auffassung des Gerichtes eine Millionenstrafe erspart geblieben. (APA)

Kommentar posten
23 Postings
Waldgaenger
 
21.02.2010 18:37
nachvollziehbar

Die Bank schuldet ihm auch eine dem Bankgeheimnis entsprechend sichere Verwahrung der Daten ,ich ließe die Liechtensteiner Behörden nicht so billig wegkommen, würde aber als Österreicher die Endbesteuerung akzpetieren, aber nicht die deutsche Vollbesteuerung mit Solidaritätszuschlag, weil Kapitalvermögen keine stillen Reserven kennt, und die Inflation voll zum Tragen kommt.
Die Schweizer und Liechtensteiner Banken müssen ja auch wirklich ziemlich deppert sein, auf die Kundendaten so wenig aufzupassen.

fluffer
14.02.2010 16:54

'hätte'? .... haett' mei tant a zipferl, was a mann!

Peter Raming
 
13.02.2010 10:27
Frechheit siegt wahrscheinlich auch noch!!!

Jo H
11.02.2010 09:42

wir sollten für die steuer-cd-opfer eine spendenaktion starten.
vielleicht so was wie licht ins dunkel.

frei raum
10.02.2010 19:49
Frechheit

es soll ein Steuerbetrüger auch noch bereichert werden? das soll mir einmal jemand logisch erklären...

Miklaus Röchlinger
10.02.2010 22:05

ich nehme doch mal an, dass man nicht mehr einklagen kann, als einem geschadet wurde. Sei es wie' s sei - Bank oder Steuerhinterzieher - es trifft in keinem Fall den falschen!

worry1
10.02.2010 18:41
Reiche Leute haben überhaupt keine Skrupel

Da bekommt ein erwischter Verbrecher eine Wiedergutmachung seiner Beute und empfindet es als Frechheit, daß es zu wenig ist.
Unsere Gefängnisse sind gegen diese Leute mit Heiligen gefüllt.

Michail Bakunin
 
11.02.2010 09:53

„Das Gesetz in seiner erhabenen Gleichheit verbietet es Reichen wie Armen, unter den Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.“ (Anatol France)

Noch Fragen, warum Reiche mit Samthandschuhen angefasst und Kaugummidiebe eingeknastet werden, um`s mal polemisch auszudrücken? Was sind denn schon der Allgemeinheit entzogene Millionen aus Spekulationsgewinnen? Mögen sie an ihrer Gier ersticken.

Kein sozialer Friede mit miesen Abzockern und Bereicherern!

Felix Österreicher
10.02.2010 22:49
Staaten und Politiker haben auch keine Skrupel

was solls, der Sumpf fängt bei den Politikern an...

zuckermaus3
10.02.2010 18:25
Die grenzenlose Perversität.

bar aufs handerl
10.02.2010 18:24
ich will auch ...

mattk
10.02.2010 17:37
habe keine Zeit für eine Selbstanklage gehabt,

Quatsch. Ab Begehen der Straftat bis zum Auffliegen hatte er jede Menge Zeit dazu. Seit wann hat ein Krimineller einen Rechtsanspruch auf "rechtzeitige Warnung" vor Strafverfolgung?

Hoffentlich muss er die "Entschädigung" wenigstens ordentlich versteuern.

Hannes31
10.02.2010 22:38

die wird er sicher wieder in Lichtenstein anlegen...

GOTT (himself)
10.02.2010 17:27
Viel zu geringe Strafe!

Ich würde sagen, wer Millionenbeträge am Fiskus vorbei schleust, für den gibt es nur eine Strafe:
Vollständige Enteignung
Keine Haft oder so Spompanadln - da fällt er ja erst wieder nur der Allgemeinheit zur Last. Soll ruhig hackeln gehen - aber vorher hat er 100% seines Vermögens an Vater Staat abzuliefern.
Da wären die Geschichten mit Steuerhinterziehung recht rasch vorbei.

kufd
12.02.2010 19:09

Und wieviel tragen sie persönlich bei?

Walter Kaiser
 
10.02.2010 23:41
Aufhängen, alle aufhängen.

Überhaupt jeden Straftäter oder Sünder ...

Über kurz oder lang gäbs mangels Menschen keine Verbrecher mehr.

ein unechter wiener
10.02.2010 21:05

Na zum Glück für unseren Rechtsstaat haben Sie ja diesbzgl. eh nix zu melden. Verlangens dann von den pfuschenden Handwerkern auch lebenslange Zwangsarbeit? Oder den Galgen, weils nix zu enteignen gibt? Wohl ein verkappter Despot?

Nichtschweiger
 
10.02.2010 18:27
"Gott" bist du ein Idiot!

GOTT (himself)
10.02.2010 20:14
Danke!

Aus ihrer reaktionären Ecke ist das das größte Lob für mich.
Wenn Leute wie sie mich einen Idioten schimpfen, weiß ich, das die Forderung gut und gerecht ist - das sind nämlich beides Vokabeln mit denen Leute wie sie nix am Hut haben.

Surge
 
10.02.2010 22:19
Dann kriegens' von meiner Seite auch noch Rüge:

"Wenn Leute wie sie mich einen Idioten schimpfen, weiß ich, das die Forderung gut und gerecht ist"

Wo immer Enteignungen stattfinden, ist definitiv das falsche Regime an der Macht. Das können Sie drehen und wenden, wie sie wollen.
Mir passt die Geschichte mit den Steuerhinterziehungen auch nicht, soviel können Sie mir glauben, aber Ihre Position sollten Sie ruhig noch einmal überdenken.

myschkin
11.02.2010 09:13

Das ist falsch was sie sagen.
Erklärungen gibt es hierzu aber nicht.
Lesen sie es einfach noch einmal durch und wandern sie im Geiste durch die Geschichte. Es genügt aber auch die Gegenwart, wenn ihr Blick nicht durch Vorurteile oder ideologisch getrübt ist.

GOTT (himself)
11.02.2010 08:27
Was soll ich überdenken und wieso hängen sie sich nur an einem Wort auf?

Nennen sie es halt nicht "Enteignung" sondern "Strafausmaß".
Das bedarf eines Federstriches im Finanzstrafgesetz - alten Paragraph raus streichen und statt dessen "Wer Steuern in Höhe von X willentlich und wissentlich mit dem Vorsatz den Staat zu schädigen nicht abführt ist mit einer Geldstrafe im Ausmaß seines gesamten zur Verwertung heran zu ziehenden Vermögens zu bestrafen."

Für X könnens jetzt einsetzen, was ihnen ideologisch in den Kram passt. Ich würde 100.000 nehmen.

Ist doch ganz einfach.

Beim Kremser Mord an einem jugendlichen Einbrecher hat die Meute auch geschrieen "Selber schuld - hät er nicht eingebrochen". Der hat 9,- Diebesgut mit dem Leben bezahlt - und der Großteil findet das noch in Ordnung!
Da bin ich doch eh human!

Dr.in Luitpold Bäringer
11.02.2010 09:37
Allerdings sind Sie da human, sehr sogar.

Respekt.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.