General Motors will für den Fortbestand seiner Europa-Tochter Opel Bares sehen - Von Günther Strobl
Rückrufaktionen sind in aller Munde, seitdem der japanische Autobauer Toyota mit klemmenden Gaspedalen und teils schlecht funktionierenden Bremsen aus der Not eine Tugend zu machen versucht. Andere sind dreister und versuchen, mit Geld-her-Aktionen aus vermeintlicher Not Kapital zu schlagen. Dazu gehört GM.
Der nach diversen Fehlentscheidungen des Managements deutlich geschrumpfte Autoproduzent aus den USA will für den Fortbestand seiner Europa-Tochter Opel Bares sehen. Nicht weniger als 2,7 Milliarden Euro sollen Steuerzahler in Ländern mit Opel-Werken blechen, auf dass das Auto mit dem Blitz auf der Motorhaube noch lange von den Bändern rollt. Eine Jobgarantie gibt es nicht, im Gegenteil. Das am Dienstag vorgelegte Konzept zur Sanierung von Opel sieht den Abbau von mindestens 8300 Jobs vor.
Die Dreistigkeit, mit der man sich nun um Kohle für Opel bemüht, kann dem GM-Management kaum übelgenommen werden. Der Sündenfall ist bereits davor passiert, als die Regierung in Berlin knapp vor der Bundestagswahl ihrem Favoriten für die Opel-Rettung - Magna - das Geld förmlich reinschieben wollte. Klar, dass nun auch GM Gleiches und gegebenenfalls etwas mehr haben will. Eines sollten dabei aber auch die Amerikaner nicht vergessen: Die europäischen Regierungen sitzen auf einem zumindest gleich langen Ast; für sie geht es um Jobs, für GM um globale Präsenz. Und die ist ohne Opel nicht möglich.(Günther Strobl, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 10.2.2010)