Opel-Sanierung

Geld-her-Aktion

09. Februar 2010 18:10

General Motors will für den Fortbestand seiner Europa-Tochter Opel Bares sehen - Von Günther Strobl

Rückrufaktionen sind in aller Munde, seitdem der japanische Autobauer Toyota mit klemmenden Gaspedalen und teils schlecht funktionierenden Bremsen aus der Not eine Tugend zu machen versucht. Andere sind dreister und versuchen, mit Geld-her-Aktionen aus vermeintlicher Not Kapital zu schlagen. Dazu gehört GM.

Der nach diversen Fehlentscheidungen des Managements deutlich geschrumpfte Autoproduzent aus den USA will für den Fortbestand seiner Europa-Tochter Opel Bares sehen. Nicht weniger als 2,7 Milliarden Euro sollen Steuerzahler in Ländern mit Opel-Werken blechen, auf dass das Auto mit dem Blitz auf der Motorhaube noch lange von den Bändern rollt. Eine Jobgarantie gibt es nicht, im Gegenteil. Das am Dienstag vorgelegte Konzept zur Sanierung von Opel sieht den Abbau von mindestens 8300 Jobs vor.

Die Dreistigkeit, mit der man sich nun um Kohle für Opel bemüht, kann dem GM-Management kaum übelgenommen werden. Der Sündenfall ist bereits davor passiert, als die Regierung in Berlin knapp vor der Bundestagswahl ihrem Favoriten für die Opel-Rettung - Magna - das Geld förmlich reinschieben wollte. Klar, dass nun auch GM Gleiches und gegebenenfalls etwas mehr haben will. Eines sollten dabei aber auch die Amerikaner nicht vergessen: Die europäischen Regierungen sitzen auf einem zumindest gleich langen Ast; für sie geht es um Jobs, für GM um globale Präsenz. Und die ist ohne Opel nicht möglich.(Günther Strobl, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 10.2.2010)

 

Kommentar posten
15 Postings
worry1
10.02.2010 18:55
Wenn man schon einer der vielen absolut

unfähigen, völlig überbezahlten Manager ist und massenhaft Leute zu Arbeitslosen macht, dann findet man es natürlich vollkommen richtig auch noch das Steuergeld der kleinen Leute zu bekommen.
Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.

t-bonesteak
10.02.2010 14:12
diese art von kuhhandel gibt es ja schon lange

1116er
10.02.2010 12:29
opel will bares.

jetzt erst ???

I man i tram
10.02.2010 12:29
Gleiches Management, das bisher beim Bremsen des freien Falles des Marktanteils/Markenimage völlig versagt hat

=> KEINE STEUERMITTEL

Das wäre ja der Clou beim Verkauf gewesen.

Habe eine Studie gelesen, dass die Top-Ten-GM-Manager im Schnitt 25 Jahre bei GM sind. Betriebsblinder geht's nimmer!

Und jetzt ist bei GM gar kein Unternehmer mehr dahinter, weil GM zu drei Viertel den USA gehören.

Und die werden mit fetten Gagen auf Kosten der Steuerzahler überm Teich hirnlos aber glücklich weiterwursteln wie die Säue in Animal Farm.

Steuergelder nur an neues Management! BASTA!

Lausbub
10.02.2010 13:21

Ich wäre dafür, überhaupt keine Steuergelder an den Konzern fließen zu lassen. Den Dinosaurier zu retten, erhält nicht nur Arbeitsplätze, es kostet auch welche. Wen trifft es, wenn so ein Riese schuldenfrei gemacht wird? Die (kleineren) Zulieferer, die professionell gearbeitet haben und überhaupt ermöglichten, dass die Produkte von GM funktionstüchtig auf die Straße kamen. Vielleicht kostet das am Ende sogar mehr Arbeitsplätze.

+DieMeinung+
10.02.2010 11:23

Die Erpressungen der Banken und Großkonzerne hat eine gefährliche Dimension angenommen.
Und unsere Politiker beweisen Tag für Tag ihre Machtlosigkeit.

franz der freie
10.02.2010 10:45
warum werden mit steuergeld firmen erhalten, deren produkte nicht genug gekauft werden ?

die konsumenten haben mit den füssen bereits abgestimmt: opel> nein. da die kaufkraft und die benötigten autos begrenzt sind, wird durch das durchfüttern von opel, eine andere firma geschädigt.

Poldi Fesch
10.02.2010 00:56
Nullsummenspiel

jeder staatl. geschuetzter Opeljob gefaehrdet einen Arbeitsplatz bei VW, Fiat, Citroen & co

Ernst Marx
09.02.2010 23:02

elemenieren damit das ein Ende hat.
Dann neu anfangen ohne die Amis !!!!

Queen of Sheba
 
09.02.2010 22:58
Stronach hätte für ein paar Milliarden mehr einige tausend Arbeitsplätze mehr vernichtet.

Don Juan
10.02.2010 01:11
Stronachs Manager haetten mit etwas weniger Foerderung ...

etwas weniger Arbeitsplaetze vernichtet und haetten eine Jobgarantie auf begrenzte Zeit uebernommen. Es ist vollkommen klar, dass GM mit ihren Forderungen nicht durchkommen werden. Wenn man sich diese Forderungen genauer ansieht, wird einem bewusst, warum GM in tiefroten Zahlen ist. Anders als bei Magnas Angebot wird es nicht viele Gewerkschafter geben, die GM hier die Stange halten.
Merkel soll GM zum Verkauf zwingen, indem sie Geld nur unter b

Queen of Sheba
 
10.02.2010 14:32
Ich lese von 10500 bis 11000 Streichungen und 3.5 Milliarden allein in Deutschland.

WAKU
09.02.2010 22:08
Arbeitsplatz - profiteure...

..des "freien Marktes" werden den Steuerzahlern mehr abverlangen als ein Konkurs je gekostet hätte.
Vor allem wär der Schrecken zu Ende gewesen.
So bleibt Sysiphos in Amt und Würden und träumt weiter von der seeligen Sanierung seiner Illusion.
Mit 2,7 Milliarden hätte man ohne GM mit Sicherheit Nachhatligeres geschafft.

okami
10.02.2010 14:17
mit 2,7 Milliarden ...

... könnte man H-IV aufstocken, das Geld geht sofort in den Konsum für alles Mögliche und hilft der Wirtschaft - wenn auch nicht unbedingt GM.

millimetternich1
10.02.2010 04:53
Sehr treffend formuliert

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