Die ÖVP reibt sich am "Reichtum" der Steirer-SP

9. Februar 2010, 18:32
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    foto: apa/herbert neubauer

    ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger wirft Voves steuerschonende "Unmoral" vor.

Nach der Debatte um die Parteistiftung gerät auch die neue Vermögensgesellschaft unter ÖVP-Beschuss

Graz/Wien - Es gibt für eine Partei wahrscheinlich existenziell schlimmere Probleme, als jene, die die steirische SPÖ am Hals hat. Es geht hier um die zentrale Frage: Was soll die Landespartei mit ihrem Vermögen machen, das - historisch gewachsen - anscheinend wie ein Klotz am Bein der Partei hängt?

Weil er die SPÖ-Unternehmen rund um den Medienkonzern Leykam nun in eine Gesellschaft, die ihre Erträge der Forschung widmen soll, überführen will, steht SPÖ-Landeschef Franz Voves abermals im Zentrum heftiger Angriffe von ÖVP und Grünen.

Schätzungen zufolge sind die Unternehmen der steirischen SPÖ rund 50 Millionen Euro wert. Noch bevor Voves in die Politik wechselte, hob die Parteiführung das Vermögen in eine steuerschonende, als gemeinnützig geführte Stiftung, um sie vor den Begehrlichkeiten der diversen Parteikaiser zu schützen.

Als Landesparteichef Franz Voves vor Monaten begann, über "die da oben" und auch über Stiftungsprivilegien herzuziehen, erinnerte sich die ÖVP daran, dass eben auch die SPÖ eine Stiftung besitzt: "Wasser predigen und Wein trinken." Voves sah das schiefe Licht und gab den Auftrag, die Stiftung zu liquidieren. Sie wird jetzt aufgelöst, an ihre Stelle kommt eine gemeinnützige Forschungsgesellschaft, die mit Erträgen des Unternehmens gespeist wird. Aber weil die Transformation von der Stiftung in die neue Gesellschaft abermals steuerschonend über die Bühne ging, gibt die ÖVP wieder Gas. Generalsekretär Fritz Kaltenegger im Gespräch mit dem Standard: "Voves hat sein Wort gebrochen. Er hat im Juli angekündigt, die Stiftung werde aufgelöst, das Vermögen an die Partei zurückgeführt, und die SPÖ werde sehr viel in den Steuertopf zurückzahlen. Aber statt die Steuerschuld zu begleichen, es war von zehn Millionen die Rede, wird das ganze wieder in eine steuerschonende Konstruktion übergeführt. Das ist unmoralisch."

Der Politologe Hubert Sickinger, der sich wissenschaftlich seit Jahren mit der Politikfinanzierung in Österreich auseinandersetzt, sieht das Problem grundsätzlicher. Solange eine Partei über operative Unternehmungen verfüge, werde immer wieder der Vorwurf oder der Verdacht einer Parteifinanzierung aufkommen. Sickinger: "Die sauberste Lösung ist, die Unternehmen mittelfristig zu verkaufen und das Geld anzulegen." Die ÖVP habe ihre Unternehmen weitgehend verkauft, verfüge aber über mächtige und finanzstarke Strukturen, die von der Landwirtschaftskammer bis zum Raiffeisenkonzern reichten. Sickinger: "Das ist wohl der Grund, warum die ÖVP energisch gegen eine Offenlegung von Parteispenden ist." (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 10.2.2010)

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Posting 1 bis 25 von 85
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aiuto
00
22.3.2010, 11:02
Ich bin auch für eine Offenlegung ...

der Parteifinanzen, aber ALLER Parteien.
Weiters erlaube ich mir die Frage, warum ich mit meinem Steuergeld hunderte Millionen Euro für Parteienfinanzierung und für WERBEAUSGABEN mitbezahlen muss.
Das ist gelinde gesagt eine Riesen-Schw....

Whisker
01
21.3.2010, 21:42

Keine Frage, daß die ganze Geschichte etwas unsauber riecht und daher die SPÖ kritisiert wird.
Aber daß diese Kritik GERADE von der ÖVP kommt, finde ich, gelinde gesagt, interessant.

Für mich (und zwar wieder einmal bei der ÖVP) ein typischer Fall von "die habens gerade nötig".

Herr Lulli Pulli, seltsamer Attraktor
 
00
21.3.2010, 17:56
Seit wann ist für die ÖVP Besitz verwerflich?

also dann ...
01
17.3.2010, 14:08
gehts noch dümmer : "Solange eine Partei über operative Unternehmungen verfüge, werde immer wieder

der Vorwurf oder der Verdacht einer Parteifinanzierung aufkommen"..., denn
wenn die partei (egal welche) eigentum an unternehmen (was ja nicht verboten ist...) besitzt,
dann ist es nur l o g i s c h + legitim...
dass sie auch v.d. gewinnen profitiert !
wozu denn dann ein untern.eigentum ... ?

im übrigen...
- tat dies die ö v p jahrelang (z.b. wi-verlag)
- als auch die "eingeschwärzten"...wohl die letzten sind, den begriff MORAL... anzuwenden.

neid + heisse luft
= bornierte dumpfbackigkeit a la övp !

maj jong
39
11.2.2010, 19:42
Dass die ÖVP nicht..


sparen, nicht wirtschaften kann wissen wir ja inzwischen, dass sie kein Geld zum parken in Stiftungen hat, wissen wir auch,

dass alle Anderen daran Schuld sind wissen wir ebenfalls,

warum also die Aufregung?

- weil die ÖVP ihr Geld von der Wirtschaft bekommt, aus dubiosen Geschäften, über Freunde und Freunderl, und wird ein € gebraucht, so holen sie das vom Arbeitnehmer abgezweigte Geld aus der Portokasse!

Des einen Leid...

max mayer
03
11.2.2010, 08:33

wow, einer der tendenziösesten Artikel, die hier je erschienen sind.

Nashwin_Fuller
 
11
11.2.2010, 07:58
Hat diesen Artikel Voves persönlich diktiert?


Eigentlich geht es um die Doppelmoral und Steuertricks der SPÖ. Dennoch schafft es Herr Müller auch da wieder einmal die ÖVP ins Spiel zu bringen und als noch schlimmer darzustellen.

Die Intransparenz und Unregelmäßigkeiten bei der österreichischen Parteienfinanzierung (aller Parteien!) wären sicher eine eigene Serie wert (darüber traut sich der Standard aber auch nicht).

Aber den ohnehin über alle Maßen wohlwollenden Artikel über die Stiftung und Steuertricks der SPÖ mit undefinierten Mutmaßungen über die ÖVP enden zu lassen, hat doch einen gewissen Beigeschmack.
Nichts Neues also von dieser "Qualitäts"zeitung.

LT81
02
13.2.2010, 17:01
er braucht sie nicht...

schlimmer darstellen, sie ist es und das weiß jeder der die augen aufmacht. ausserdem teilt, soweit ich weiß kaltenegger aus, der ist von der övp, somit ist es logisch, dass es auch um diese partei geht.
wie gesagt, die spö würde was an den stiftungen verändern, die övp nicht. soll das der grund sein warum die spö nun keine stiftungen haben darf? wissen sie was, ich halte es auch für notwendig was an der kinderbeihilfe zu ändern, ich bezieh sie trotzdem obwohl ich gut verdiene, bin ich nun ein schlechter mensch?

Michael Jack Dundee
 
00
17.3.2010, 10:07
Treffer!

Und genau darum geht es: Weil Gesetzesfehler existieren kann so manches Geld bezogen werden bzw. mit steuerschonenden Tricks zu mehr Vermögen gemacht werden. Wer es aufdeckt wird in Ösistan bestraft, wer es nicht aufdeckt aber benützt wird reich und gilt als moralisch korrekt.

Doch genau umgekehrt sollte es sein.

Henry Flower
12
10.2.2010, 12:57
Die ÖVP habe ihre Unternehmen weitgehend verkauft,

naja, es geht um die tatsächliche Verfügungsgewalt.
Diese muss nicht auf Papier aufscheinen. Es gibt nicht wenige Unternehmungen, die der ÖVP de facto verpflichtet sind. Nicht umsonst hat der Wirtschaftsbund 70% in der Wirtschaftskammer.

Bis dieses teils diffuses, teils sehr konkretes Netzwerk von Abhängigkeiten aufgelöst wird haben wir's noch weit.

Was die Landesregierung aber angeht: diese ganze Geschichte ist vom Herberstein-Skandal ausgegangen, und der Umgeng mit Förderungen ist nur für kleine Förderwerber strenger geworden, und kein bissl transparenter. Und da herrscht zwischen SP und VP beste Einigkeit. Also ja ned vom öden Theaterdonner ablenken lassen.

purzl
 
12
10.2.2010, 12:48
Typisch Övp.

Selbst Dreck am Stecken mit Formulierungen die nur die ÖVP kennt,andere Vereine anzupatzen. :(


Versteht die ÖVP das Wort Gemeinnützig nicht?.

Stahl_____666
01
10.2.2010, 12:09
.

Nicht zu vergessen den Grazer SPÖ Mietenskandal, in dem die Grazer SPÖ hektarweise Innenstadtimmobilien um nicht einmal hundert Euro pro Jahr von der Stadt anmietet. Alle unter dem Tarnzweck Sozialeinrichtung jedoch tatsächlich für Parteilokale. So schauts aus!

Michael Jack Dundee
 
00
10.2.2010, 15:31

Die ÖVP Hietzing ind ÖVP Penzing macht das selbe in Wien. Quelle: JVP Hietzing.

Foromat
01
11.2.2010, 12:51

und beides ist eine frechheit.

Beider Parteien reissen sich seit 60 Jahren das halbe, was heisst das halbe, das ganze Land unter den Nagel. Nur wir sind es einfach schon gewöhnt.

Was Häupl dzt in Wien mit Steuergeldern aufführt nur um die nächste Wahl zu gewinnen geht auch auf keine Kuhhaut, leider gibts es sowas wie unabhängig und kritische Medien in diesem Lande leider nicht. Alles hängen sie irgendwo am Propf.

Michael Jack Dundee
 
00
11.2.2010, 16:20

Es gehört geändert, aber so, daß keine Partei sich hineinbohrt in den Besitz des Landes.

Thomas Berger10
33
10.2.2010, 11:51
Kurze Kusammenfassung

1. LH Voves poltert stets populistisch gegen "Stiftungsprivilegien", die SPÖ Steiermark besitzt aber eine steuersparende Stiftung.
2. LH Voves kündigt an, die Parteistiftung aufzulösen, das Vermögen an die SPÖ zurückzuführen
und viel in den Steuertopf zurückzuzahlen.
3. Aus der Stiftung wird eine steuersparende GmbH-Struktur, die selbst von Experten kritisch beurteilt wird.
4. Trotz gegenteiliger Aussagen von LH Voves geht das Finanzamt leer aus.
5. Alle anderen Parteien kritisieren dieses heuchlerische Vorgehen ("Wasser predigen und Wein trinken").
6. Die SPÖ-Poster hier im Forum haben überhaupt kein Problem damit. Der Herr LH Voves hat zwar nachweislich gelogen, aber das ist den sonst immer ach so kritischen Parteigängern egal.

gerry59derechte
01

wie oft haben uns schüssel, bartenstein und co angelogen, wenn die dafür steuern zahlen müssten, wär österreich schulden frei...

Eva Ulrich
12
11.2.2010, 11:55

Die ÖVP-Poster haben ach kein Problem mit den Machenschaften ihrer Partei.

_marvin
14
10.2.2010, 17:38

Vereinfachte Sichtweise! Aber was will man von einen K(r)ampfposter schon anderes erwarten!

Ein Autofahrer kann ebenfalls für höhere Mineralölsteuer oder für eine Citymaut (Wien) eintreten und dennoch dem Staat nicht freiwilig für jeden Tank Geld in die Hand stecken.

Für mich ist eine Partei, die eine Stiftung hat und für strengere Regel und Besteuerung eintritt vertrauenswürdiger, als eine ÖVP!

Solang die SPÖ die Möglichkeit hat, ihre Geld legal steuerschonend anzulegen, soll sie dies auch tun (als Parteimitglied, der die Partei finanziert, würde ich dies sogar erwarten!).

Die Gesetze will die SPÖ ja ändern, aber an wem scheitertet es???

good news 08
22
10.2.2010, 11:47
Aus dieser Doppelmühle kommt Voves nicht mehr raus

Er hat Stiftungen als unmoralisches Instrument angeprangert.
Er hat versprochen, dass die SPÖ mit diesem Steuerschonungsinstrument für ihre Millionen aufhört.
Er hat das Versprechen gebrochen.
Diese dummdreisten Verteidigungsversuche und Angriffe jetzt machen alles nur noch viel schlimmer. Die ÖVP hat andere Glaubwürdigkeitsprobleme: Zum Beispiel mit ihren katholischen Ansprüchen, die sie nicht erfüllt.

Eva Ulrich
02
11.2.2010, 11:57

Soll die SPÖ deppert sein und solange es die steuerschondende Alternative gibt, nicht daraus Nutzen ziehen.
Soviel ich weiß, wollte die SPÖ ein Gesetz gegen alle Stiftungen. Die ÖVP war dagegen.

Schüssel Biograf Walter Moers
25
10.2.2010, 11:34
Die ÖVP ist noch genauso scheinheilig drauf wie zu Schüssels Zeiten.

Voves braucht nicht einmal einen Finz, der ihn weißwäscht.


coolio
02
10.2.2010, 11:19
kritik muss doch erlaubt sein

vor allem wenn man die reichensteuer bzw. die stärkere besteuerung von stiftungen in einen ton propagiert, der laien annehmen lässt, dass vermögende etwa durch stiftungen millionen am finanzamt vorbeischummeln. vor allem wenn man weiß, dass an einer veranlagung in einer stiftung nichts illegales ist und es sogar in einer weise vorexerziert, die in sachen steuervermeidung rekordverdächtig ist.

johnny_what
12
10.2.2010, 10:52

was ist eigentlich der grund dafür, dass die övp immer alles ankreiden kann und bei eigenen delikten alles einfach tod geschiegen wird...

kommt schon, irgendjemand muss es doch wissen...

Michael Jack Dundee
 
00
17.3.2010, 10:12
Justiz-, Innen- und Finanzminister gehören der ÖVP

Also hat es keine Ermittlungen gegen die ÖVP in Sachen Steuerhinterziehung, dubiosen Geschäften und kriminellen Praktiken zu geben, da ansonsten die ÖVP die ÖVP kontrolliert. Und die Krähe sticht der anderen Krähe kein Aug aus.

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