Timoschenko auf Tauchstation

Verena Diethelm, 09. Februar 2010 17:34

Die ukrainische Premierministerin und Verliererin der Präsidentenwahl spielt auf Zeit. Trotz des klaren Ergebnisses wollte sie den Sieg Wiktor Janukowitsch nicht anerkennen

Auch am zweiten Tag nach der Präsidentenwahl in der Ukraine wollte Julia Timoschenko ihre Niederlage nicht eingestehen. Sie werde den Wahlsieg ihres Widersachers Wiktor Janukowitsch von der Partei der Regionen niemals anerkennen, soll Timoschenko in einer Fraktionssitzung laut der ukrainischen Zeitung Prawda gesagt haben.

Nach der Auszählung von 99,98 Prozent der Stimmen war laut der Zentralen Wahlkommission allerdings zweifelsfrei klar, dass Janukowitsch die Wahl gewonnen habe. Demnach erhielt der Chef der Partei der Regionen 48,96 Prozent der Stimmen und Timoschenko um 3,49 Prozentpunkte weniger Zustimmung.

Mit einer offiziellen Stellungnahme ließ sich die amtierende Premierministerin allerdings auch am Dienstag noch Zeit. Eine für Montag angekündigte Pressekonferenz hatte sie kurzfristig abgesagt. Laut der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine bereitete sie am Dienstag eine Fernsehansprache an das Volk vor.

"Der Wahltag hat die zynische Verletzung des ukrainischen Rechts durch das Team von Janukowitsch" , sagte der BJuT-Abgeordnete Serhij Sobolew. Der Block Timoschenko (BJuT) werde daher in den Gerichten das Recht auf ehrliche und transparente Wahlen verteidigen. Dem Abgeordneten Andrej Schkil zufolge werden gerade die Dokumente vorbereitet, die für eine Klage notwendig sind. Es habe Unregelmäßigkeiten bei rund einer Million Stimmen gegeben, die von zu Hause abgegeben wurden.

Nachdem internationale Wahlbeobachter die Präsidentenwahl als demokratisch und frei beurteilten, wird es für Timoschenko jedoch schwer, das Gegenteil nachzuweisen und das Volk wie nach den Wahlen 2004 zu mobilisieren. Dazu kommt, dass der Rückhalt für Timoschenko auch in der eigenen Partei schrumpft. Einige Abgeordnete sprachen sich bereits für den Rückzug in die Opposition aus.

In ukrainischen Medien wird darüber spekuliert, dass die Partei Timoschenkos zerbrechen könnte. So sollen am Sonntag 17 Abgeordnete aus Timoschenkos Partei an der Wahlparty von Janukowitsch teilgenommen haben. Auch die BJuT-Abgeordnete Olga Bondar schloss nicht aus, dass sich einige Abgeordnete der Opposition anschließen könnten.

Wasilij Grizak, Abgeordneter der Partei der Regionen, kündigte an, dass sich bereits am Donnerstag in der Werchowna Rada, dem Parlament, eine neue Koalition aus drei Fraktionen bilden könnte. Welche das sein könnten, führte Grizak nicht aus. Allerdings wird bereits spekuliert, dass Janukowitsch mit seinem einstigen Widersacher, dem abgewählten Präsidenten Wiktor Juschtschenko, zusammenarbeiten könnte. Juschtschenko hat im ersten Wahldurchgang nur fünf Prozent der Stimmen erhalten. (Verena Diethelm aus Kiew, DER STANDARD, Printausgabe 10.2.2010)

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milo66
10.02.2010 11:56

Bitte nicht mehr auftauchen!

Stahl_____666
10.02.2010 11:51
.

Die kommende Ära wird für sie wie für die Ukraine als die Wechseljahre in die Geschichtsbücher eingehen.

Horst Schlemmer
10.02.2010 09:23
...

die war sicher mal ein flotter feger ...

Ana Bolika
 
10.02.2010 11:17
Und: Ist das neuerdings eine politische Kategorie?!?

---

buff flyer
10.02.2010 09:37
...

zu sowjetzeiten

Hansi Huber
10.02.2010 08:21
Gutes Ergebnis für uns

Endlich ist die Gefahr einer neuen Gaskrise gebannt, denn bei Timoschenko müssten wir jeden Winter zittern, ob sie wieder Gas abzapft und Mitteleuropa in Geiselhaft nimmt. Dass Russland irgendwann den Gashahn zudreht, wenn die Ukraine sich Gas ohne Ende abzweigt, war völlig klar. Tolle "pro-westliche" Einstellung.

Jo H
10.02.2010 09:39

also war der wahlausgang im interesse unserer wahlbeobachter?

Plasmaball
10.02.2010 01:13
Heute schon getwittert?

Los los! Es war doch offensichtlich Wahlbetrug!

Pullover aus Milch
10.02.2010 00:22

Sehr schwierig zu sagen, was von dieser Frau zu halten ist, aber die Frisur ist heiß. Aber wahrscheinlich kein Wahlgrund.

tramtatam
10.02.2010 09:05

irgendwann muss sie doch die brezelfrisur aufknüpfen, z. B im Bett.

so sieht sie dann aus:

http://images.unian.net/photos/20... 816391.jpg

in der Tat kein Wahlgrund!

milo66
10.02.2010 11:57

Igitt!!!

Volksopposition
09.02.2010 23:15
Sie will das Ergebnis ausgiebig beweinen....

das wird schon wieder!

Michel Berger
09.02.2010 20:26
Daß die Timoschenko sich eine Auszeit genommen hat ist verständlich, schließlich muß sie noch schnell die gestohlenen Millionen in Sicherheit bringen.

Volksopposition
09.02.2010 22:45
Wenns nur Millionen wären

würde sie unter ihren Volksgenossen Bereschowski, Chodorkowski, Abramowitsch und Deripaska nur belächelt werden!

Da sind andere Summen im Spiel!

Joseph EU
10.02.2010 00:57
Sie sollten nicht nur Geschichte....

sondern auch noch Geographie lernen......wir, die Ukraine sind nicht Russland, ansonsten - na ja abgesahnt hat leider jeder ausser Justhsenko - hat es ihm was genuetzt ???

Bailout 2.0
10.02.2010 17:34
Was nicht zusammenwächst...

muss auch nicht zusammenbleiben. SK und CZ haben eine vernünftige Trennung erreicht, warum nicht auch die "Ukraine", die von anderen als failed state eingestuft ist.
Die Trennlinie verläuft heute im Staat, warum nicht den Ostteil in Russland integrieren und der Westen soll sich an Polen bzw. der EU orientieren?
Viel einfacher und dann haben wir in wenigen Jahren den direkten Vergleich.

Joseph EU
11.02.2010 01:11
Was wollen sie.....

ethnic cleansing ???? Es gibt zwar jede Menge Russen die gerne auf den auesseren Feind in alter Sovietnostalgie eindreschen wollen, aber in Wirklichkeit werden die surschiksprechenden russischstaemmigen von den "Grossrussen" verachtet - und das wissen die meisten auch....aber deswegen wollen sie noch lange nicht unter den tschekistischen Stiefel, im Gegenteil, viele Russen denen es in Gazputistan zu repressiv ist fluechten nach Kiev, u.a. Slavik Shuster , als einer der Beruehmteren, (oh jetzt werden russofa' s wieder schreien, der is ja gar kein "Richtiger, des is ja a Jid)
aber so ist es eben m liberale muessen aus RU emigrieren, nach innen oder hinaus...ausserdem ist es viel zu verschraenkt, es geht nicht so wie in der CS und SK ..

Standard Leser4
 
10.02.2010 22:45

Gut 16 Oblasten inclusive Kiev sind dann die Ukraine Neu. 10 Oblasten schliessen sich Russland an, aber Bitte mit Volksabstimmung. Dann werden wir sehen
was los ist. Gibt es Ihnen nicht zu denken, dass im Vorjahr nur ca 10 000 Russische Buerger trotz hoher Unterstuetzung durch Russland aus der Ukraine nach Russland zurueckgekehrt sind.? Im Programm waren aber Gelder fuer 100 000 Familien vorgesehen.

tramtatam
11.02.2010 13:31

es ist für die meisten Menschen eben nicht so einfach, die Heimat, wo man aufgewachsen ist zu verlassen - Unterstützung hin oder her. was anderes ist, wenn man aus den nun islamsich geprägten ehemaligen "Brüderrepubliken" flüchten muss - wie z.B. Tadschikistan / Usbekistan. in der "neuen Heimat" erwartet dann übrigens die Leute auch nicht etwa Manna vom Himmel regnen, heimweh inklusive.

aus der Ukraine braucht insofern niemand auszuwandern, es helfen deshalb auch keine Subventionen - fürs Animieren zum Auswandern fehlen die zentralasiatische Verhältnisse.

jaen-dos
09.02.2010 23:10
Volksgenossen))))

Sie haben Gusinskij vergessen

Volksopposition
09.02.2010 23:18
Richtig den und noch andere hab ich vergessen:

Gussinski lebt heute in Israel im Exil.

Und das russische Volk lebt heute in Armut (im Asyl?)

jaen-dos
09.02.2010 21:00
das sind eh Milliarden

byron sully
09.02.2010 17:53

wenn janukowitsch eine koalition ohne einbindung der kommunisten bilden sollte, wäre es immerhin mal ein positives zeichen von ihm.

buff flyer
10.02.2010 12:05
was hilft dort schon irgendeine koalition

solange die ständigen wegbegleiter inflation, insolvenz und die mickymaus-griwna sind?


Joseph EU
10.02.2010 01:04
Die paar Prozent Kommunisten.....

die sind nicht das Programm, das Problem sind seine Waehler, es gibt da auf You Tube schoene Beispiele....

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