Anna F.

Ein Bilderbuch zur Oblate

09. Februar 2010 17:19
  • Artikelbild
    Foto: fischer

    Anna F. veröffentlicht ihr Debüt  - Was nun?

Über das höhepunktlose Debütalbum "For Real"

Wien - Zum Thema Penetranz kann einem im Zusammenhang mit Anna F. einiges einfallen. Das singende Testimonial, das immer dann anhebt, wenn etwa Hermann Maier im Werbefernsehen auftaucht, wurde mit ihrem Lied Time Stands Still eine nationale Berühmtheit. Dieses nette wie belanglose Singalong auf Folk-Pop-Basis, das eine Werbeagentur auf der Myspace-Seite der Musikerin entdeckt hatte, wird seit mehr als einem Jahr ausgeschlachtet.

Der Umstand, dass die 25-jährige Steirerin im Vorjahr von US-Rockstar Lenny Kravitz als Support zu dessen Europatournee eingeladen wurde, sorgte für zusätzliche Medienaufmerksamkeit für das sportliche Teilzeitmodel. Bedankt wurde dieses "moderne Märchen" sogleich mit dem Musikpreis Amadeus, verliehen für den "besten Newcomer" - ohne veröffentlichten Tonträger.

Dieser, For Real betitelt, hat sich nun materialisiert. Und schon bevor man den Silberling einlegt, schleicht sich wieder Penetranz ein. Mit nicht weniger als 24 Abbildungen der Hauptdarstellerin im Booklet und am Cover der CD übertreibt man die Produktpräsentation über Gebühr. Da hilft die landläufige Wertung, Anna F. sei hübsch, wenig. Mit "If I want I can make all you boys cry" scheint sie diese Einschätzung im Song Thank God I'm A Woman zu kommentieren. Eröffnet wird das Album zwangsweise mit dem leidlich bekannten Time Stands Still, dann folgt Most Of All, ein ähnlich angelegtes, etwas poppigers Stück.

So bleibt das dann. Geschmeidiger, kantenloser Folk-Pop, in dem es meist um die verschiedenen Aggregatzustände der Liebe geht.

Das plätschert vor sich hin und stört in keinem Formatradio dieser Welt, bleibt aber leider höhepunktlos und weitgehend charakterfrei. Nicht einmal zugunsten von Jimmy Page, Sujet des gleichnamigen Titels und einst Gitarrist bei Led Zeppelin, erregt sich Anna F. stärker. For Real hinterlässt so nicht einmal einen richtigen Nachgeschmack. Ein Album wie eine Oblate. Möglicherweise deshalb das Bilderbuch. (Karl Fluch, DER STANDARD/Printausgabe, 10.02.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 88
1 2 3
Dyne
15.02.2010 21:44

Anna F :

hat sich schuldig gemacht mit dem Vergehen an:

1.Um Potenzen mehr Zuhörer zu haben als einer von Österreichs selbsternannten Gegenkultursender.

2.Tonträger wirklich zu verkaufen

3.Musik zu machen, die mehr Leuten gefällt als
Musikkritiker im Land und darüber hinaus arbeiten.

4.Nicht mit dem Konzertpublikum in direkter Linie verwandt zu sein.

5.Nicht dem typischen österreichischen Weg genommen hat und gewagt hat die Chance über Myspace zu nutzten( Gottseidank!-sonst wäre Sie wohl unbekannt geblieben)

PS:Für die österreichische Musikszene wünsche ich mir ganz ganz viele die es auf diese Weise schaffen!
Egal welche Stilrichtung !

Gratulation an Anna F zu ihrem Erfolg !

Kendall Von Tharn
17.02.2010 11:21

eher traurig mit diesem etwas von "musik" erfolg zu haben

powerpack
15.02.2010 15:54

ah du meine güte eine sängerin wird doch tatsächlich in booklet und cover abgebildet - und dann ist sie auch noch hübsch!!! und sie macht chartstaugliche musik, und sie bekommt medienaufmerksamkeit und sie ist österreicherin. und sie macht keine langweilige austropop-musik.

Dr. Mathias Mayer-Lange
12.02.2010 01:23
Karl F. veröffentlicht eine Kritik - Was nun?

Naja,
Er plätschert vor sich hin, stört keinen Musiker dieser Welt, bleibt höhepunktlos und weitgehend charakterfrei.

Na dann Karli...weiter so!
Quasi schon den Zenith einer Kritikers erreicht!

Schneckerl Goleador
 
12.02.2010 00:50
Der Fluchi...

..mittlerweile unser Dominik Heinzl der Musikkritiker...halt nicht so einflussreich, aber ähnlich lachhaft (im traurigen Sinne)...

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
10.02.2010 18:54

Herr Fluch sie bringen es auf den Punkt.

Badeschlapferter Warmduscher
10.02.2010 18:10
Bidde, genau DES is, wos in da österreichischen Musik schieflauft!

Wie solln denn mir was reißn in der internationalen Musikwöd, wann bei uns jeder gegen jeden tuat, und zum Beispü da Koarl F. seiner _eiganen Schwesta_ Anna F. vor lauta Neid und Missgunst des Hackl ins Kreiz haut?!

Theo Dor
10.02.2010 17:55
Also, ich find das super,

dass die Laura Rudas jetzt Musik macht!

Dyne
15.02.2010 22:31

Die hätte sicher die Internationale remixt-und das wäre sicher ähnlich gut gelungen wie die stürmersche (musikalische)Interpretation der Bundeshymne.

eric le fou
10.02.2010 16:32
ich find sie lieb

und für den ersten satz ist die-standard-zitrone mehr als fällig.

mukl
10.02.2010 18:20
ehrliche gratulation

zu dieser peinlichkeit. :)

Mehr Licht ins Dunkel
10.02.2010 17:04
Wieso? Kannst Du Penetranz und Penetration nicht unterscheiden? ;-)

karl fluch
10.02.2010 17:07

danke.

contains sugar
10.02.2010 19:06

eine ehrliche frage: wieso wird so eine platte überhaupt rezensiert?
nicht, dass ich die kritik schlecht finde, im gegenteil, ich würde mich nur über mehr positive kritiken freuen. und es gibt ja auch einige gute bands in österreich.

karl fluch
11.02.2010 11:34

das nennt man journalismus. die dame, ob man ihre arbeit schätzt oder nicht, ist ein kleines phänomen in einem kleinen land in einer kleinen musikszene. da ist es aufgabe eine tageszeitung darauf einzugehen. deshalb ein große porträt im vorjahr, deshalb nun diese kritik.

lgflu

marty fink
15.02.2010 20:04
Geh bitte,

Journalismus würde ich das nennen, wenn sie die Rezensionen nur so rausschreiben würden, ich lese hier immer nur einen selbstverliebten Buchstabensalat, und nein, mir gefällt die CD auch nicht!

Kendall Von Tharn
12.02.2010 16:17

dann wundert es mich, dass über "edenbridge" nichts geschrieben wurde, da die auch international reüssierten - ist noch gar nicht lange her, und in den deutschen sowie englischen medien wurde über die band berichtet, aber hier?

contains sugar
11.02.2010 15:45

danke für die antwort.
das mit dem phänomen sehe ich genau so. ich find´s nur schade für die österreichischen bands, die richtig gute musik machen. denen würde ich persönlich einfach mehr platz gönnen.

aber egal. ich les ihre artikel sowieso gern. (schön, dass man das auch mal persönlich sagen kann! :))

schönen tag noch!

karl fluch
11.02.2010 17:10

mein vergnügen.
lgflu

Präsident Schreber
10.02.2010 15:10
Pop?

Naja, sind wir mal ehrllich... Wer erwartet schon irgendwas von Pop oder Rockmusik. Ich persönlich höre nur Klassik und halte alles andere für eine pathetisch hypochondrischen Gefühlsschwachsinn. Gegen Schubert kann die gesamte moderne Musikproduktion einpacken, so sie sich nicht mit Bearbeitung klassischer Musik befasst. (obwohl mir das Wort "Klassik" aber auch etwas zu überkonotiert scheint. Schubert IST Musik, Beethoven IST Musik. Der Rest ist meistens Dreck)

Rene Stangeler
12.02.2010 12:24
Geh, wenn schon

dann war Schubert im Vergleich zu Bach ein Lehrbub!

hellfast
11.02.2010 14:08

und ich dachte schubert wäre romantik...


-.-

Kendall Von Tharn
11.02.2010 07:48

welche klassik? sie sind wohl ethnozentriker. was halten sie denn ausser der europäischen klassik von der afro-amerikanischen, der indischen, chinesischen etc...?
einfach gesagt:
gute musik ist gute musik, schlechte ist schlechte. und ein miles davis oder muddy waters haben den selben stellenwert wie ein beethoven oder walther von der vogelweide.

Theo Dor
10.02.2010 17:48

Ich schätze Schubert auch sehr.

Alles andere als Dreck abzutun zeugt von beschränktem Musikverständnis.

die Resi-Tant Evil
10.02.2010 17:48

Das erinnert mich jetzt an diese ganzen 90er Jahre Progressivmetal Gitarrenvirtuosen a la Ingwie Malmsteen, die öffentlich als ihren musikalischen Einflüssen Rimski-Korsakow, Paganini etc. huldigten ... und daheim in Wahrheit sicher den ganzen Tag nur Metallitschka hörten. ;-)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 88
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.