Stützpfeiler wies Risse auf - 25 Bewohner sowie mehrere Kunden mussten evakuiert werden - Straßensperre in der Weihburggasse
Wien - Nach der Evakuierung eines Wohn- und Geschäftshauses am Franziskaner Platz 1 in der Wiener Innenstadt am Dienstag ist seit Donnerstagabend vorsichtshalber auch die Straße rund um das Objekt gesperrt: Es sei denkbar, dass die Erschütterungen des vorbeifahrenden Verkehrs - vor allem von Lkw - den Zustand des Gebäudes verschlechtern könnten, erklärte Gerhard Cech, Abteilungsleiter der Magistratsdirektion 37. "Man sollte keine Panik verbreiten. Es ist nicht so, dass das Haus unmittelbar einstürzten könnte", betonte er.
"Am bisherigen Zustand des Hauses hat sich nichts geändert", erklärte Cech. Die Straßensperre im Bereich des Objektes in der Weihburggasse sei nur als Sicherheitsmaßnahme zum Abwehren von Erschütterungen erfolgt, die eventuell zu einer weiteren Destabilisierung des Gebäudes beitragen könnten. Eine akute Gefahr sah er nicht.
Das denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus aus der Biedermeierzeit war am Dienstag gesperrt worden, nachdem sich der Bau abgesenkt und ein Stützpfeiler Risse erhalten hatte. Im vergangenen Herbst hatte man mit Sanierungsarbeiten begonnen: Nachdem man im Dezember aber festgestellt hatte, dass da laut Cech "etwas in Unordnung ist", hatte ein Statiker veranlasst, den betroffenen Stützpfeiler mit Pölzungen zu stärken.
Gebäudeprüfung
Dies dürfte offensichtlich nicht gereicht haben: Nun müssen das Gebäude und auch der Untergrund geprüft werden. Entsprechende Gutachten sollen in nächster Zeit vorliegen. Die Grundmauern des Objekts sollen mindestens 500 Jahre alt sein: "Vor rund 300 Jahren wurde das Haus dann auf das heutige Maß aufgestockt, und in den 80er Jahren folgte noch ein Dachausbau", so Cech.
25 Bewohner sowie mehrere
Kunden mussten am Dienstag das Objekt verlassen. Die Einsatzkräfte evakuierten die Wohnungen
sowie zwei im Gebäude befindliche Geschäfte und ein Lokal. Die Menschen wurden vorübergehend in beheizten Bussen der
Wiener Linien betreut. Die Magistratsdirektion für Krisenmanagement
und Sofortmaßnahmen stellte Ersatzwohnungen zur Verfügung - die
Bewohner kamen aber bei Verwandten und Freunden unter. (APA)