Es gibt im Funk nicht viel Schärferes. Betty Davis zählt mit drei in den 1970ern veröffentlichten Alben - "Betty Davis", "They Say I'm Different" und "Nasty Gal" - zu den unglaublichsten Vertreterinnen eines hauptsächlich von Männern dominierten Fachs. Zu ihrem Nachnamen kam sie durch eine kurze Ehe mit Miles Davis, auch kein ganz Unbekannter.
Ich habe die Platten von Davis in den frühen 1990ern gekauft, als ein britisches Label diese wiederveröffentlicht hatte. Ihr harter, sexy Funk hat mir anfangs gar nicht so sehr gefallen. Aber es
war einer dieser Käufe, bei denen man instinktiv weiß, auch wenn ich
das jetzt noch nicht richtig kapiere, das kommt schon noch. Und so
war's.
Damals glaubten die meisten, Davis wäre längst gestorben. Geschichten über das Junkie-Dasein dieses singenden Models und dem scheinbar logischen Ende kursierten selbst unter den so genannten Auskennern. Das Internetz und die globalisierte Informationswelt brachten schließlich zutage - alles falsch. Davis lebt, nur eben zurückgezogen.
Trotzdem dieser Good News gab es darüber hinaus kaum Infos über sie. Lediglich rund um das Erscheinen von zwei Wiederveröffentlichungen vor ca. zwei Jahren auf Light In The Attic gab es ein paar Interviews. Nun ist eine ziemliche Interview-Latte im US-amerikanischen No-Depression-Magazin - klicke-di-klack - erschienen, das die Unglaubliche etwas näher beleuchtet. (Karl Fluch, DerStandard.at 9. 2. 2010)
Tipps und Warnungen, Beobachtungen, mit Irrtümern und Treffern, erweiterten Berichten von in der Zeitung veröffentlichten Geschichten und, und, und. Nicht täglich, aber regelmäßig. Hart, aber herzlich. Schauen wir mal, was wird. In diesem Sinn: Welcome to the Blog Party!
o rly? Anti Love Song ist vor einiger Zeit in der Peterson WWS gelaufen, guter song - aber: das Album oder besser ne Fußballhalbzeit lang penetrantest intonierte Aufgegeiltheit durchzuhören pack ich nicht.
..nix: wenn james brown der schaps ist, ist sie der vorlauf. konzentriert und präzise hingefetzt, ohne schnickschnack. mit ihren 3 platten hat sie den rest der funkwelt hinter sich gelassen.
ein gspusi mit jimi hendrix, heisst es, ist der grund für die gescheiterte zusammenarbeit zwischen miles davis und hendrix.
...extra, extra...
Herr Fluch, sollten Sie auch auf Instrumental-Funk stehen, möchte ich ihnen einen Sampler von Big Cheese Records ans Herz legen. Nennt sich "The Meltdown! Stinking Jazz Funk", ganz großes Kino!
wenn man auf funk steht, ist es eigentlich unmöglich betty davis nicht zu mögen. ich bin ende der 80er drauf gestossen ("anti love song ") und sie ist sofort "eingfoarn".
sie gehört zu der kategorie wie´s george clinton schon richtig einordnete:
p-funk, the uncut funk, the bomb
"... einer dieser Käufe, bei denen man instinktiv weiß, auch wenn ich das jetzt noch nicht richtig kapiere, das kommt schon noch. ..."
Darf ich raten?: Da waren Sie noch sehr sehr ... SEHR sehr jung und dachten, manchmal ist Musik Kunst und man versteht sie nicht.
Ad Stichwort "richtig kapieren" finde ich, es gilt, bei Musik zu kapieren, entweder hört man was oder man hört nichts (... aus der Musik heraus).
Faszinierend finde ich allemal Musik, bei der man spontan "was" hört und viel später draufkommt, da war aber eigentlich "nichts". Ad hoc Beispiel, das 1. Bangles Album.
Hingegen die Selbstgeißelung mit Musik, bei der man spontan "nichts" gehört hat - ob man nach dem 300. mal nicht etwa doch "was" hört - scheint mir verzichtbar.
Jaaa, Betty Davis!
Muss sofort "Dedicated to the press" hervorkramen und wieder einmal anhören (No offense meant, dear Standard - ist nur die Nummer, die mir von ihr am besten gefällt :-)
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