Stromspeicher

Neues Material macht Akkus überflüssig

9. Februar 2010, 13:40

Kompositstoff aus Karbonfasern und Polymerharz mit vielfachen Anwendungs-Möglichkeiten

London - Derzeit arbeiten europäische Forscher an einem Material, von dem sie sich für die Zukunft der Automobiltechnik völlig neue Perspektiven erhoffen. Der Werkstoff soll - wie eine Batterie - einerseit Strom speichern, zum anderen aber stabil und leichtgewichtig sein. "Wir sind vom Potenzial dieser Technologie begeistert. Wir glauben, dass das Auto der Zukunft dank unserem Kompositmaterial Strom aus seinem Dach, seiner Motorhaube oder sogar aus der Tür beziehen kann", sagt Emile Greenhalgh vom Department of Aeronautics des Imperial College London (ICL).

Überflüssige Akkus?

Greenhalgh koordiniert ein Dreijahres-Projekt, das nicht nur die Speicherkapazität des aus Karbonfasern und einem Polymerharz bestehenden Materials verbessert soll. "Wir erwarten, dass es in einem Fahrzeugprototypen vo Volvo genutzt wird", meint Greenhalgh. Dort soll eine Strom speichernde Reserveradmulde zum Einsatz kommen. Langfristig orten die ICL-Forscher das Potenzial, Akkus nicht nur bei Autos, sondern bei diversen Elektronik-Gadgets überflüssig zu machen.

Was mögliche Anwendungen des Materials betrifft, sehen die Forscher kaum Grenzen. So seien Navigationssysteme denkbar, deren Gehäuse die erforderliche Energie speichert. "Man könnte ein Handy haben, das so dünn ist wie eine Kreditkarte, weil es keine voluminöse Batterie mehr braucht", meint Greenhalgh. Auch Laptops, die dank ihrem Gehäuse länger laufen, wären denkbar. Allerdings stehe das Projekt noch am Anfang und der Weg zu solchen Anwendungen sei noch weit.

Karosserieteile als Stromspeicher soll dabei einen Meilenstein bilden. Wenn die geplante Reserveradmulde von Projektpartner Volvo in ein Fahrzeug verbaut werden kann, würde das die erforderliche Menge an Akkus für den Elektromotor deutlich senken. Den Forschern zufolge könnte dadurch das Gesamtgewicht des Fahrzeugs um 15 Prozent sinken. Das wiederum würde für den Elektrobetrieb die Reichweite zukünftiger Fahrzeuge deutlich steigern.

Kürzer geladen, länger gespeichert, schneller abgegeben

Im Gegensatz zu herkömmlichen Batterien kommt es beim Karbonfaser-Polymerharz-Material nicht zu einer chemischen Reaktion. Dadurch kann es den Forschern zufolge nicht nur schneller aufgeladen werden. Die mit der Zeit auftretenden Kapazitätsverluste, wie sie von den gängigen Lithium-Ionen-Akkus bekannt sind, werden dadurch ebenfalls vermieden. Weiters werde das Material große Strommengen auch schneller abgeben als aktuelle Akkus.

Im Rahmen des 3,9-Millionen-Euro-Projekts wollen die Forscher zunächst die mechanischen Eigenschaften des Materials verbessern, indem sie Kohlenstoff-Nanoröhren auf den Karbonfasern ziehen. Damit sollte auch die Kapazität steigen. "Wir erwarten, dass letztendlich ein Hybridmaterial entstehen wird, mit dem Speichermaterial im Inneren und konventionellen Materialien und Beschichtungen außen", so ferner Greehalgh. Gepaart mit geringen Spannungen von unter zehn Volt soll das eine gefahrlose Nutzung erlauben. Nach Greenhalghs Schätzung wird es nach Ende des aktuellen Projekts noch drei bis fünf Jahre dauern, ehe die Technologie marktreif ist. (red/pte)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 84
1 2 3
Franz Josef Lolinger
00
12.8.2010, 11:56
Schon wieder

da Wundermittel "Kohlenstoff-Nanoröhren"

bukkake
00
20.6.2010, 10:13

und wenn man "wingardium leviosa" sagt, dann kann das ganze auch fliegen!!!!

NaWostNetSogst
00
18.6.2010, 18:44
Glaube es erst wenn ich es seh

Kann sich noch jemand an die Story von den Akkus erinnern mit denen ein Notebook 40 Stunden laufen soll ??? Wo sind die Dinger ? Hat noch jemand was darüber gehört ?

Unmut ist in mir
00
Auch bei der Beleuchtung ist viel einzusparen.

Das Licht läßt sich in Säcken fangen, man darf den Sack nur nicht zumachen wie die Schildbürger, aber in einer Ecke leuchten lassen, das bringt die Erleuchtung.

Bodypainter
02
12.2.2010, 15:03
das ist gut investiertes geld!

nehmt den parteien mal alle förderungen weg und steckt sie in diese forschung. österreich könnte weltweiter vorreiter werden!

mikemey
00
12.2.2010, 11:41
Nach Greenhalghs Schätzung wird es nach Ende des aktuellen Projekts noch drei bis fünf Jahre dauern, ehe die Technologie marktreif ist.

http://xkcd.com/678/

K R
02
11.2.2010, 02:18
da sucht anscheinend einer ´ne finanzierung


Xer_Xes
00
12.2.2010, 12:55
Bill Gates suchte auch nach einer Finanzierung!

K R
00
14.2.2010, 17:33

meine aussage war nicht negativ, rein faktisch
viel gegenständliches scheint ja noch nihct am tisch zu sein

Wappen hea
11
10.2.2010, 13:41
Und ...

wie wirkt sich die geladene Spannung im Auto im ersten Gewitter aus, oder gibz dann regenabhängige Blitzableiter, oder Gewitterstau, weil sich alle Akkus spontan zur Freude aller Regenwürmer entladen?

Fragen über Fragen. Fesch jedenfalls wenns funzt und wir uns diese ollen Batterien sparen.

crazzzytom
 
02
10.2.2010, 13:50

Naja da auch die Autos der Zukunft Reifen aus gummi haben werden und somit die Leitenden Materialien aus denen es auch in der Zukunft bestehen wird auch in der Zukunft einen Faradayschen Käfig bilden würd ich mal sagen sie brauchen sich nicht sorgen das ihnen der Zukunftsblitz mal gefährlich werden könnte.

--: SID :--
08
10.2.2010, 12:46
Zusammenfassung *g*

Es wird an einer neuen Kondensatortechnologie geforscht, die aus einem Karbon- Nanoröhren- Polymerharz Verbund besteht und in beliebige Formen gebracht werden kann.
Die Kapazität der neuartigen Kondensatoren soll so groß werden, daß man damit auch Elektroautos betreiben kann, wobei der Kondensator gleichzeitig die Karosserie ist. - Richtig ?
Genial, daß man aus der Info so viel Text machen kann ^^

djang
00
10.2.2010, 13:12

danke dafür, dass ich jetzt auch weiß, worums in dem kryptischen artikel geht...

Shanajio
03
10.2.2010, 13:02

Aber von den Informationen in deinem Post sind nur 10% auch im Artikel.

uncle sam3
00
10.2.2010, 12:27
zuerst sehen,

dann glauben.

r r
00
10.2.2010, 11:24
Nachdem die Autoindustrie auf Teufel komm raus Verbrennungsmotoren produziert und fortlaufend weiterentwickelt

dürfte am praktischen Wert dieser "Erfindung" nicht viel dran sein. Die Autohersteller wären sonst wohl die ersten, die sich bei angebl. Ölknappheit blitzartig umstellen würden und weiterhin das große Geschäft zu machen.

h 90
00
10.2.2010, 11:59

ja wuerden sie, aber es gibt keine oelknappheit momentan, also die alte Technologie noch ordentlich auslutschen.

Irgendein Jürgen
13
10.2.2010, 00:54
Netter Artikel, ...

... aber irgendwie ohne Inhalt. Es gibt eine Erfindung auf Basis von Kohlefasern, die Batterien eines Tages ersetzen könnte.

Wie sieht das genau aus, handelt es sich um einen Kondensator oder was gänzlich neues? Wie hoch ist die Energiedichte, wieviel ist technisch möglich, wann ist das ganze realisierbar? Die einzigen Zahlen die ich entdecken kann sind 15% und 3,9 Millionen, beides hat nichts mit dem Energiespeicher zu tun. Nichtmal die sonst üblichen Kindergartenvergleiche á la "eine Motorhaube speichert so viel Energie, um eine Glühbirne eine Stunde lang leuchten zu lassen" kann ich entdecken.

h 90
02
10.2.2010, 05:14

Duerfte ein Kondensator sein.
Die gespeicherten Elektronen waeren hintereinandergelegt eine Kette von London bis Wien.

John Sandwich
01
10.2.2010, 20:48
"Nichtmal die sonst üblichen Kindergartenvergleiche ..."

Die (nicht-SI) Standard-Einheiten des "Standards": Fussballfelder (Fläche) und Badewannen (Volumen).
Vorschlag für Geschwindigkeit: Ångström/Monat
;-)

h 90
00
10.2.2010, 21:04

da gabs bei anderer Gelegenheit "entspricht ungefaehr dem Gewicht eines durchschnittlichen Brottlaibs" im Standard.
Auch eine schoen Einheit die man leider nicht bei SI aufgenommen hat.

Shanajio
00
10.2.2010, 11:00

Glaube ich auch. Es wird bei der Projektbeschreibung ein Paper zitiert wo es um Strukturelemente zur Energiespeicherung geht, und von den drei vorgestellten Technologien kommt nur der Kondensator ohne chemische Reaktionen aus.

Mulla Nasrudin
01
10.2.2010, 10:15
...Kette von London bis Wien...

Na und? Die DNA aus allen Zellen des menschlichen Körpers ergibt eine Kette, die 1000 Mal so lang ist, wie die Entfernung der Erde von der Sonne. Und was sagt uns das jetzt?
Eigentlich interessiert uns doch viel mehr, wie lange man mit so einem Karosserie-Kondensator fahren kann.

acca acca
00
10.2.2010, 13:17

Ihr Beispiel sagt uns dass Menschen ganz irre lang werden wenn man sie um die Mitte auf DNA Grösse zusammendrückt ;)

h 90
03
10.2.2010, 10:21

Und sie kann einen Sarkasmusdetektor ueber 7 Stunden betreiben.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 84
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.