Pünktlich um 6.06 Uhr erreichte die Raumfähre mit dem neuen Modul "Tranquility" ihr Ziel
Washington - Nach knapp zwei Tagen Flug hat die
US-Raumfähre "Endeavour" am Mittwochmorgen pünktlich um 6.06
mitteleuropäischer Zeit an der Internationalen Raumstation ISS
angedockt. Das teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit. Das Andocken gilt als äußerst schwierig und wurde vom
Bordkommandanten George Zamka eigenhändig vorgenommen. Er hat dabei
einen Spielraum von 4,5 Zentimetern, während sein Raumschiff sich mit
28.000 Stundenkilometern auf die Raumstation zubewegt.
Kurz vor dem Andock-Manöver machte die ISS-Besatzung Fotos von der "Endeavour". Diese werden von Spezialisten im Hinblick auf
mögliche Schäden ausgewertet. Viel Zeit zum
Verschnaufen haben die sechs Astronauten an Bord des Shuttles nicht.
Bereits für die Nacht zum Freitag ist der erste von insgesamt drei
Außeneinsätzen im All geplant.
Eine Aussichtskuppel für die Weltraumbewohner
Die "Endeavour" hat ein neues Modul namens "Tranquility" (Ruhe)
zur ISS gebracht. "Tranquility" ist sieben Meter lang und wiegt 18 Tonnen. Für
die Installation sind drei Außeneinsätze geplant. Es hat eine
Aussichtskuppel mit sieben Fenstern, bietet den Langzeitbewohnern
zusätzlichen Platz und verfügt über hochmoderne Systeme zur
Aufbereitung von Wasser und zur Herstellung von Sauerstoff.
Die Kuppel ist eineinhalb Meter lang, misst drei Meter im
Durchmesser und wiegt fast zwei Tonnen. Fensterläden sollen das
Spezialglas vor Meteoriteneinschlägen schützen, wenn niemand die Kuppel
nutzt.
Hintergrund
Auf der Raumstation haben derzeit zwei US-Amerikaner, zwei russische Kosmonauten sowie ein japanischer Astronaut
Dienst. Mit der jetzigen "Endeavour"-Mission soll die ISS zu 90 Prozent
komplett sein. Es ist die fünftletzte Reise eines
Shuttles insgesamt. Im September mottet die NASA die legendären Raumfähren endgültig ein.
Die "Endeavour" soll nach bisherigen Plänen am Sonntagmorgen
gegen 4 Uhr MEZ zur Erde zurückkehren. (APA/red)