derStandard.at-Interview

"Das Kostüm hatte ich ja schon"

Lukas Kapeller, Rosa Winkler-Hermaden, 10. Februar 2010 07:11
  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at

    Kramar erinnert sich an seinen Opernball-Auftritt. "Ich bin kein Provokateur, ich werde provoziert. Da sind lauter Verbrecher in hohen Staatsämtern."

  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at

    Kramar über Jörg Haider und seine Mitstreiter: "Wenn solche Leute ihrem Parteichef gegenüber den Mund halten, sind sie auf seiner Seite."

  • Artikelbild
    apa-photo: robert newald/der standard

    Schauspieler Kramar: "Was ist dieser Hitler in mir?"

  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at

    Theatermacher Kramar über den politischen Diskurs in Österreich: "Der 'Club 2' ist so, als würde man die Gitter hochziehen und die Löwen loslassen."

  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at

    Kramar verweigerte Ex-Minister Grasser vor und nach der ORF-Sendung den Handschlag.

  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at

    Feindbild von FPÖ und "Kronen Zeitung": "Ich bin einer von denen, die Angst haben müssen."

Bürgerschreck Kramar erzählt, wie er in Hitler-Verkleidung den Opernball heimsuchte und warum er Grasser nicht die Hand gibt

Hubsi Kramar sitzt im Café Eiles und hat die ganze Tasche voller Zeitungen, über die er sich aufregt. Was ihn am meisten empört: "Dass ein Politiker öffentlich sagen kann, wenn er gewählt wird, müssen Leute Angst vor ihm haben." In seinen Inszenierungen - oft nicht in Theaterhäusern, sondern auf öffentlicher Bühne - kritisiert er die Verfasstheit von Politik und Medien. Vor zehn Jahren machte der Schauspieler international Schlagzeilen, als er im Hitler-Kostüm die Gäste des Wiener Opernballs schreckte. "Ich brauchte nur 30 Sekunden. Damit die Medien ihr Bild haben." Vergangene Woche musste er sich im "Club 2" nicht nur gegen die Tücken der Medienlogik, sondern auch gegen Karl-Heinz Grasser wehren - bis nach der Sendung.

***

derStandard.at: Vor zehn Jahren haben Sie als Adolf Hitler verkleidet den Opernball besucht. Er findet am Donnerstag wieder statt. In welche Rolle schlüpfen Sie heuer?

Kramar: Ich würde nur hingehen, wenn mich der Lugner einlädt. Dann komm ich als Busenwunder. Das würd' mir taugen. Und auf einmal, mitten drinnen, wenn die Kameras auf mich gerichtet sind, werf' ich meinen Busen ab und schlag irgendeinen Kardinal mit einem Penis. Das ist zwar etwas Blödes, aber es würde einen sehr starken symbolischen Charakter haben, sodass es unbewusst im Volk aufregen kann.

derStandard.at: Die Aktion vor zehn Jahren in der Staatsoper war als Reaktion auf die schwarz-blaue Regierung gedacht. Haben Sie mit der Aktion erreicht, was Sie wollten? Und was war das?

Kramar: Wir waren ein paar Leute, und das hat sich damals so ergeben. Den Hitler habe ich schon 1998 in "Nazis im Weltraum" gespielt. Das Kostüm hatte ich also schon. Was da wieder aufgebrochen ist: Fast dreißig Prozent haben die FPÖ gewählt und das so kurz nach dem Austrofaschismus und dem Nazifaschismus. Das ist in Österreich präsent, das ist erschreckend. Und auf dem Opernball herrscht eine gewisse Perversität. Es treffen sich die Spitzen der Gesellschaft, und draußen finden immer die Opernball-Demos statt, wo die Polizei die Demonstranten zusammengeklopft. Das sind fürchterliche Projektionen. Und innerhalb der Projektionen ist das ein symbolischer Akt gewesen. Manche Ewiggestrigen haben mich wirklich als Hitler gesehen, auch beim Reingehen.

derStandard.at: Sie sind dann auch gleich festgenommen worden.

Kramar: Nicht gleich. Ich bin rein und prominente Opernballbesucher haben "Heil Hitler" zu mir gesagt, weil es offensichtlich Leute in der österreichischen Gesellschaft mit einer nazifaschistischem Kodierung gibt. Dann war da die Stiege, wo die Mädchen gestanden sind, die auf den Klestil (damaliger Bundespräsident, Anm.) gewartet haben. Er musste aber hinter uns warten, weil wir unser Auto so präpariert hatten, dass es nicht starten konnte. Der richtige Auftritt für einen Führer ist zwischen kleinen Mädchen, Blumen und so. Da sind dann die Polizisten über mich hergefallen und haben mich in ihr Auto gebracht, sich auf mich draufgesetzt. Da wird man dann ziemlich rüde behandelt.

derStandard.at: Es wird kolportiert, sie hätten die Reporter als "Volksgenossen" begrüßt und erklärt, dass Sie jetzt "wieder da" seien. Hätten Sie noch mehr vorgehabt, wenn Sie nicht nur bis zur Feststiege gekommen wären?

Kramar: Ich habe mit gar nichts gerechnet. Ich hab' keinen Plan A, B oder C. Bei so viel Polizei war aber klar, dass es Schwierigkeiten geben wird. Dass ich überhaupt so weit gekommen bin! Mir waren die 30 Sekunden für die Medien wichtig. Ich hab' gewusst, es muss ein Bild für die Medien sein.

derStandard.at: Die internationalen Medien haben das damals auch sehr dankbar angenommen.

Kramar: Ich war verkabelt mit "Spiegel TV", sie haben einen Kameramann bei uns im Auto gehabt. Das Ganze war schon auf gewisse Art vorbereitet.

derStandard.at: Was wurde aus der Anzeige der Wiener Staatspolizei wegen Verdachts der Wiederbetätigung im Sinne des Verbotsgesetzes?

Kramar: Leider nichts. Der verantwortliche Polizist war sehr traurig, dass ich nicht eingedümpfelt wurde. Aber es war Fasching, Theater, und Hitler ist schon lang tot. Außerdem bin ich 1,90 Meter groß, Hitler war nur 1,50 Meter.

derStandard.at: Auch der Mann, der Sie im Rolls Royce vor die Oper brachte, wurde angezeigt. Wer war Ihr Chauffeur?

Kramar: Der Künstler nennt sich Poeter Siegl. Ihm gehörte auch das Auto. Er verleiht Filmrequisiten.

derStandard.at: Ab Ende Februar spielen Sie wieder Adolf Hitler im Theater in der Josefstadt in einem Stück von Franzobel über den Schauspieler Hans Moser. Warum dauernd diese Rolle?

Kramar: In der jüngeren Geschichte hat mich das Verbrechen des Holocaust immer interessiert: was die Wurzeln sind und wie es zu solchen Verbrechen kommt. Der Hitler ist ein Künstler gewesen, der Haider wollte auch eigentlich Schauspieler werden. Und das ist alles auch in mir. Es geht nicht darum, dass man einen Sündenbock hat, den man in die Wüste jagt und dann ist alles in Ordnung. Wir tragen selber alles in uns. Es hilft uns nicht, dem Täter irgendeine Schuld zuzuschieben. Viel interessanter ist es, das in Zukunft für einen selber zu vermeiden. Was ist dieser Hitler in mir? Was ist dieses Monster, das Menschenfeindliche in mir?

derStandard.at: Woher kommt diese Sehnsucht nach Provokation?

Kramar: Ich bin kein Provokateur, ich werde provoziert. Da sind lauter Verbrecher um mich in hohen Staatsämtern, die kassieren dauernd und ich bin dann ein Provokateur? Das ist ja lächerlich. Es ist ja eine Schweinerei, was tagtäglich passiert.

derStandard.at: Von wem fühlen Sie sich provoziert?

Kramar: Von Religion, vom Staat. Es gibt lauter 'Kapital‘-Verbrechen. Jetzt mit den Banken ist das ein schöner Begriff. Und es gibt die Gefahr des Herrn Strache (FPÖ-Obmann, Anm.). Schüssels Aussage, man hätte mit Schwarz-Blau den Haider besiegt, ist ja ein völliger Schwachsinn. Strache sagt, wenn er gewählt wird, müssen Leute Angst vor ihm haben.

derStandard.at: Sagt Strache nicht vor allem, Bürgermeister Michael Häupl müsse vor ihm Angst haben?

Kramar: Nein, er sagt, die Unanständigen. Ich bin einer von denen, die Angst haben müssen. (Kramar zieht aus der Tasche eine Broschüre der Wiener FPÖ, in der darauf hingewiesen wird, wie viel Kramar an Kultursubventionen erhält.) Dass in so einer Situation der Bundeskanzler, der Bundespräsident oder der Bürgermeister nicht aufsteht und sagt: Das geht nicht!

derStandard.at: Vergangenen Mittwoch saßen Sie mit den Ex-FPÖ-Ministern Karl-Heinz Grasser und Herbert Scheibner im "Club 2" und sprachen von "faschistoiden und faschistischen Menschen in Führungspositionen" ...

Kramar: Da habe ich dieses neoliberale Modell gemeint. Der Kapitalismus in der letzten Konsequenz ist immer Faschismus. Die soziale Krise führt letztlich in den Krieg.

derStandard.at: Ja, aber wenn Sie im "Club 2" mit Grasser und Scheibner sitzen, die ja als gemäßigte Vertreter ihrer Partei gelten ...

Kramar: Ja, was heißt gemäßigt! Sie haben ja nie gesagt: "Moment, Herr Haider!" Was ist das für eine Mäßigung, wenn ich bei einer Partei bin, deren Häuptling sagt, ein KZ sei ein Straflager und das Dritte Reich habe eine ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht. Dann muss ich doch sagen: "Entschuldigung, Herr Haider, das waren einfach Folterkammern und Vernichtungslager!" Das muss ich doch als anständiger Mensch dokumentieren, wenn ich irgendwo eine Haltung habe. In dem Moment, wo solche Leute ihrem Parteichef gegenüber den Mund halten, sind sie eigentlich auf seiner Seite.

derStandard.at: In Ihren Aktionen bringen Sie Hitler mit Haider oder auch mit Strache in einen Zusammenhang. Ist das nicht eine Vereinfachung, die Ihren Gegnern Munition liefert?

Kramar: Sie haben im Grunde genommen Recht. Das wäre eine Vereinfachung, weil der Haider nicht Hitler ist. Es geht da mehr um ein Angstreservoir und um Reflexe. Nehmen wir zum Beispiel den "Club 2". Da hat man ja keine Möglichkeit etwas zu sagen. Der Schneyder ("Club 2"-Moderator Werner Schneyder, Anm.) war so, als würde er die Gitter hochziehen und die Löwen loslassen.

derStandard.at: Sie lassen sich also auf die Vereinfachung und Zuspitzung bewusst ein - aus Platz- und Zeitgründen?

Kramar: Das ist nun einmal ein Problem, das nicht zu lösen ist. Im "Club 2" war meine Priorität von der vertrottelten Sanktionsgeschichte wegzulenken und ein paar Zahlen vorzulesen, die klarmachen, wozu diese neoliberale Politik führt. Zum Beispiel zum Auflösen von sozialen Netzen.

derStandard.at: Sie sind Schauspieler, Regisseur, Aktionist. Sie tun also lauter Dinge, die auch Politiker beherrschen müssen. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, in die Politik zu gehen?

Kramar: Erstens ist jeder Mensch ein politisches Wesen. Zweitens glaube ich, dass die Politik uns sehr stark beeinflusst. Drittens sage ich: Wenn ich jetzt Politik machen würde, müsste ich so viele Kompromisse machen, dass ich mich nicht in den Spiegel schauen könnte. Ich kann also nicht Politiker werden, weil ich mich da gleich erschießen kann. Da müsste ich all das tun, was ich heute an einem Politiker kritisiere.

derStandard.at: Gibt es für Sie einen idealen Politiker?

Kramar: Den kann's gar nicht geben. Und gerade in unserem politischen Klima muss ein Politiker schauen, wie er am meisten Wählerstimmen bekommt. In Österreich muss ein Politiker schauen, was in der "Kronen Zeitung" steht. Ich muss mit meinem Niveau, wie der André Heller gesagt hat, unter der Ferse bleiben. In Österreich muss man sich dermaßen verleugnen.

derStandard.at: Das bleibt Ihnen in Ihrem Beruf erspart.

Kramar: Ja. Der Grasser wollte mir vor dem "Club 2" die Hand geben. Ich hab' gesagt "Herr Grasser, nein!" Nach der Sendung kommt der Grasser noch einmal: "Herr Kramar, jetzt geben'S mir bitte die Hand." Ich hab' gesagt, das kann ich nicht, bei dem, was Sie angerichtet haben, und bei Ihren Freunden. Das war eine Szene von fünf Minuten. (lacht) Und er hat gesagt, es wird mir schlecht gehen, wenn ich ihm nicht die Hand gebe. Ich hab' ihm gesagt, ich glaube das nicht, aber wenn ich Ihnen die Hand gebe, vielleicht kriege ich einen Ausschlag. (Lukas Kapeller, Rosa Winkler-Hermaden/derStandard.at, 10.2.2010)

Zur Person:

Hubert "Hubsi" Kramar, 61, ist Schauspieler und Regisseur. Nationales und internationales Aufsehen erregte er vor allem mit seinen politischen und medienkritischen Aktionen. Besonders gut gelang ihm dies zuletzt am 16. März 2009, als er am ersten Verhandlungstag des Inzest-Falls Josef F. vor dem Landesgericht St. Pölten in weißer Stretchlimousine, weißem Anzug und mit blutroter Farbe um den Mund auftauchte.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 773
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
littletinyflibbertigibbet
15.02.2010 04:00
der grasser hat sich selbst ein bein gestellt,

als er dem Kramar sagte: 'Sie sind ja schauspieler'. Kramar's antwort darauf war für sich alleine schon beachtlich präzise und traf haargenau. leider habe ich den genauen wortlaut vergessen; in etwa lautete er, dass er das professionelle schauspiel für die bühne und den beruf aufhebe, während typen wie grasser schauspieler sind statt politiker.

littletinyflibbertigibbet
15.02.2010 03:51
versuch einer interpretation: die weiße limousine

suggeriert macht, reichtum, besitz; verdunkeltes fensterglas schützt vor den allzu neugierigen augen derer, die gerne wüßten, ob dahinter irgendetwas faul ist (keller).

weiß ist die farbe der unschuld. zugleich ist sie eine farbe, die nur menschen tragen, die sich das auch leisten können. die farbe des schnees, der jede unreinheit ausbügelt, ja verneint, indem er zudeckt. überhaupt keine farbe: die farbe eines eiszapfens. die der perfektion.

das rot um den mund suggeriert den kannibalismus an der unschuld.

schwadronowski
13.02.2010 21:09
mutig sind die demosntranten in theran oder in peking

der auftritt vom kramar war ein netter sketch aber mehr schon nicht

hat er sich übrigens mutig zu wort gemeldet, als sich feymann beim onkel hans brieflich eingeschleimt hat, ich hab nichts gehört

M Ivan Undso
07.04.2010 15:29
sie sind ja lustig,

hätt er mit der kalaschnikov zum opernball gehen sollen????

littletinyflibbertigibbet
15.02.2010 04:18
es braucht schon mut dazu,

sich auf eine öffentliche bühne zu stellen und den mund aufzumachen, da man ja genau weiß, dass man dafür nachher von den wölfen zerfleischt wird.

(wer aber diesen mut besitzt, hat nicht deswegen gleich recht mit dem, was er sagt.

manch mutige meinungsentäußerung, die man sowieso mit zwei millionen menschen teilt, also nicht gerade gegen den strom schwimmt, wird völlig zu recht zerfleddert - das nur der vollständigkeit halber.)

es geht hier aber nicht um mut oder feigheit; sondern um das zu diskutierende thema und die verbalisierung und darstellung von positionen dazu.

und der kramar hat keinen sketch gebracht, sondern statements und fakten.

littletinyflibbertigibbet
14.02.2010 09:49
es kann ja auch kein waschlappen,

der öffentlich selbst zugibt, dass er angst hat,
MUTIG sein oder?

warum muß man sich vermeintlich immer gleich in lebens- und foltergefahr begeben, um bei euch als mutig zu gelten? es gibt genug andere situationen; wenn'S kurz einmal überlegen würden, kämen'S drauf....

aber bei euch ist auch das eine idée fixe.

Überwachungskamera1
13.02.2010 08:34
wie ist das jetzt eigentlich

wenn ich grüner u. künstler bin, darf ich so rumlaufen....

Always Look on the Bright Side of Life
11.02.2010 22:42
Sehenswert!


FULL Rob Muntz in Oostenrijk (Part1)
http://www.youtube.com/watch?v=F... re=related

FULL Rob Muntz in Oostenrijk (Part2)
http://www.youtube.com/watch?v=xOqcQfd6jX8

hui buh
17.02.2010 21:37
Vielen Dank, die Links sind grenzgenial!!!!

Der eiskalte Schauer rinnt einem runter, bei der Reaktion der Passanten, von denen einige sagten, es wäre Verleumdung Haider mit Hitler gleichzusetzen. Österreich hat absolut NICHTS gelernt aus der Geschichte. Tolle Idee, und vor allem von den Holländern, die ja alles andere, als Nazis waren!

schwadronowski
13.02.2010 20:51
ziemlicher schwachsinn deine links

hui buh
17.02.2010 21:38
Humoristisches Verständnis und Sarkasmus gehören schon dazu, sie gut zu finden. *fg*

heinz tomm politiko
11.02.2010 19:37
Weiter so!

endlich spricht jemand die dinge aus vor denen viele andere angst haben! mal ein wenig offensiv an die sache herangehen dann hören einem die leute auch zu und es bewegt viele zum nachdenken.
Ich hoffe in nächster Zeit mehr vom Herrn Kramar zu sehen/hören!

Rent a Democracy
11.02.2010 14:52
Seit dem letzten Club 2 habe ich jedenfalls Hochachtung vor Hrn. Kramar.

Sich so offensiv diesen Blau-Braun-Schwarzen entgegenzustellen und sich für die Wahrheit deren Hass auszusetzen, verdient schon eine gehörige Portion Anerkennung.

Erich_1
11.02.2010 17:22

Bei mir ist es genau umgekehrt.
Unabhängig, was die Blauen verbockt haben,
wie kann man vor diesem emotional gesteuerten, zum Dialog und Diskussion unfähigen Herumschreier Hochachtung entgegenbringen?
Diese eledige Schwarzweiß-Malerei, die er betrieb,
diese aber bis zum letzten ausgelutschten Klischees, die er herausschrie...

Wenn man - und ist man noch so anderer Ansicht wie der Diskussionspartner -
nicht normal und mit Ruhe und sachlichen Argumenten diskutieren kann - und das kann er in KEINSTER WEISE - dann ist für mich diese Meinung nichts wert da er mit seinem Verhalten genau das aufzeigt, was er bei seinen "Gegnern" so abscheulich findet: Skrupellosigkeit, Kompromissunfähigkeit, keine andere Meinung zulassend, etc... Erbärmlich!

Harry Y.
 
17.02.2010 19:16
Sie reden genau so,

wie ich mir einen diesbezüglichen Kommentar Scheibner's vorstellen kann.

littletinyflibbertigibbet
14.02.2010 10:12
die anderen waren genauso wenig normal und ruhig, der scheibner inklusive

außer der grasser. aber dessen ruhe ist für mich in keinster weise bewundernswert, weil nur eiskalte taktik. er kann damit alle emotional radebrechenden, aber intellektuell defizitäre (achtung, ironie) linke mit damit als deppert hinstellen.

ich mag eher leute, die sich aufregen (denn die echte emotionalität ist auch eine aussage; und viele von uns können die authenzität der aufregung erkennen) und direkte worte sprechen. (damit meine ich keine scheinheiligen politischen hetzer wie der strache.)

außerdem ist der Kramar schauspieler und ein authentischer mensch, und kein politiker.

für sie ist die bzö keine faschistische partie und der herr scheibner kein faschist. das ist alles, was sie im grunde aussagen. sonst lauter wischi-waschi.

Melanie Madner
14.02.2010 12:45
Genau!

Emotionale Ausbrüche in der Öffentlichkeit sind super authentisch. Dann weiß man wenigstens, mit welcher Art Häferl man es zu tun hat.

Harry Y.
 
15.02.2010 13:52

Ich habe gar keinen 'emotionalen Ausbruch' wahrgenommen. Ich habe nur gemerkt, dass der Herr Kramar seine Aussagen sehr nachdrücklich getätigt hat.

alle menschn san ma zwida
11.02.2010 09:19
G.B.Shaw:

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.

goope
12.02.2010 14:29
agree

Es ist verrückt in einer so verrückten Welt nicht als verrückt zu gelten.

iwanov
 
11.02.2010 14:32
An Alle

Die SPÖ braucht nur diese 4 Teilnehmer auf ihre nächste Liste bei den Nationalratswahlen setzen und sie würde einen wunderbaren " Erfolg " erzielen.

Zarathustra
11.02.2010 09:01

Naja..bei seiner Kritik gegen Neoliberalismus, Kapitalismus und Religion befindet sich der Kramar ja in bester Gesellschaft mit der braunen Soße.

franz tabei
11.02.2010 20:26
verkürzte kritik ist das problem!

...es ist relativ leicht, mißstände zu kritisieren, aber es erfordert schon ein bißchen mehr, um URSACHEN aufzuklären. und erst, wenn man WIRKLICH VERSTEHT, ist man bereit etwas anders zu machen.
daher können die "rechten" relativ leicht menschen manipulieren, weil sie kritikwürdiges mit billigen lösungen versehen.
das allerdings führt direkt ins KZ - wie die geschichte gezeigt hat.
die linken wiederum phantasieren zu den kritikwürdigen zuständen wiederum realitätsfremde illusionen, die sie dann mit dem präfix "ANTI-" versehen. kein wunder, daß damit nix weitergeht.
DAHER: den faschismus als gipfel des kapitalismus so tief verstehen, daß es gar nicht anders geht, als ihn zu überwinden; und nicht TABUISIEREN - und von antifaschismus träumen.

Harry Y.
 
13.02.2010 11:46

Wenn wir 'den Faschismus als Gipfel des Kapitalismus' (interessant!) überwinden könnten, dann bräuchten wir nicht mehr von einem antifaschistischen Staat träumen, denn wir hätten einen.

Was Sie mit 'Tabuisierung' des Faschismus meinen, müssen Sie mir näher erklären. Ich habe eher das undeutliche Gefühl, dass Sie uns Verständnis für faschistische Meinungen herausschinden wollen. Was mich betrifft, so habe ich für Protestwähler Verständnis: aber nicht dafür, dass sie dann hingehen und ultrarechts wählen, bzw. rechtsextrem;
siehe zb Standard-Artikel Mayrhofer (FP)/ Bludenz.

p. langstrumpf
Stefanie Klamuth
11.02.2010 12:50

ja natürlich, weil die "linken" nämlich nie kritik an den o.g. verhältnissen üben... sehr logisch!

*augenverdreh*

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 773
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.