Mogelpackung Verpackung

Viel heiße und teure Luft

09. Februar 2010 13:59

Der Wegfall fixer Packungsgrößen sorgte für einigen Wirbel unter Konsumenten, was sich tatsächlich verändert hat, prüfte nun die AK

Im Frühjahr 2009 hat die EU die fixen Packungsgrößen aufgehoben. Schon damals gab es Befürchtungen, dass dadurch versteckten Preissteigerungen Tür und Tor geöffnet werden könnten. Die Arbeiterkammer (AK) hat im Herbst 2009 stichprobenartig 965 Lebens- und Reinigungsmittel in acht Wiener Supermärkten und Diskontern (Hofer, Spar, Lidl, Zielpunkt, Billa, Merkur, Interspar und Penny) unter die Lupe genommen. Dabei fand die AK bei 37 Produkten neue Verpackungsgrößen, in rund 70 Prozent der Fälle wurde die Packung kleiner und teurer.

"Wenn die Packungsgröße verändert wird, dann meist zum Nachteil der Konsumenten", beanstandet AK Konsumentenschützerin Manuela Delapina in einer Aussendung vom Dienstag. "Nach dem ersten Halbjahr seit der Einführung haben viele Hersteller die gewohnten Verpackungen noch beibehalten. Wir hoffen, dass das für die bessere Übersicht der Konsumenten so bleibt."

Bei den 37 "auffälligen" Produkten gab es zwischen Winter 2008 und Herbst 2009 70 Preisveränderungen (zum Teil wurden die Preisänderungen in mehreren Supermärkten durchgeführt) wegen veränderter Packungsgrößen. Davon sind die meisten (48 von 70) jetzt kleiner und teurer. Die Produkte kosten um durchschnittlich knapp sechs Prozent mehr. In einem Fall betrug die Preiserhöhung fast 110 Prozent. So kostete etwa der Weichspüler von Silan in der 1,5 Liter Flasche im Jänner des Vorjahres 2,29 Euro, jetzt in der 1,25 Liter Flasche 3,99 Euro. 21 (von 70) wurden billiger und ein Produkt blieb unverändert.

Mogelpackung

Nicht nur kleinere und dann teurere Lebensmittelpackungen ärgern KonsumentInnen. Sie werden häufig auch über den Packungsinhalt getäuscht - es schaut nach mehr aus, als tatsächlich drinnen ist. Ein AK Test bei 25 untersuchten Produkten von Merkur und Interspar zeigt: Eine Packung besteht durchschnittlich zu fifty-fifty aus Luft und Inhalt. "Mogelpackungen sind sehr unbefriedigend für die Konsumenten und sie zahlen letztlich durch die augenscheinliche Täuschung auch drauf", sagt AK Konsumentenschützerin Manuela Delapina. Die KonsumentInnen brauchen mehr Klarheit, um zu sehen, was befüllt ist und was nicht. Ein Transparenzstreifen etwa könnte Abhilfe schaffen.

Weiters verlangt die AK eine konkrete rechtliche Definition im Maß- und Eichgesetz, was eine Mogelpackung ist. 

Spitzenreiter unter den untersuchten Mogelpackungen ist der Gebratene Reis Magic Asia von Maggi. Die Gesamthöhe der Verpackung beträgt 20,5 Zentimeter, die Füllhöhe 6,5 Zentimeter. Das sind 14 Zentimeter oder 68 Prozent Luftanteil. "Auch beim Sweety Grießkoch von Knorr schaut es nicht viel besser aus", sagt Delapina. "Der Luftanteil der Packung beträgt 63 Prozent im Vergleich zur Gesamtpackung." (red)

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vandermonde
24.02.2010 12:55
Dafür gibt es (dank EU ;-)) i.a.

...die zusätzliche Auszeichnung auf der Basis von 100g oder 1l, die z.B. ich meistens als Vergleichsgrundlage heranziehe (könnte aber etwas größer gedruckt sein...)

Mathias
 
17.02.2010 15:44
Bei den 37 "auffälligen" Produkten gab es zwischen Winter 2008 und Herbst 2009 70 Preisveränderungen (zum Teil wurden die Preisänderungen in mehreren Supermärkten durchgeführt) wegen veränderter Packungsgrößen.

Als mündiger Bürger verlange ich die Veröffentlichung dieser Daten. Wer nichts zu verbergen hat ...

trockenes brot
15.02.2010 16:00

wo bleibt die liste der produkte um gemeinsam nix zu kaufen

Functio Laesa
10.02.2010 13:45
Na Gott sei Dank

gibts auf der Packung ja noch die Gewichtsangabe und die kann man mit anderen Produkten im Regal vergleichen. Wenigstens etwas!

Graf Bobby
10.02.2010 10:22
Frage


Was war eigentlich überhaupt der Grund, die Packungsgrößen freizugeben?

Nah&Frisch
17.02.2010 22:18
... der (vorgeschobene) Grund der Industrie ist die Packungsgröße den geänderten Lebensbedingungen der Menschen anzupassen ...

Singlehaushalte, alleinstehende Pensionisten etc.

Man sollte allerdings nicht drauf vergessen, die Kilopreise zumindest in einer Größe darzustellen, die nicht umbedingt eine Lupe erfordert ...

Poldi Fesch
14.02.2010 14:58
das es keinen

vernuenftigen Grund gibt, das vorzuschreiben. Der Alphabetisierungsgrad in Europa ist hoch

invisiblehand
10.02.2010 12:47
"Liberalisierung"

der Schurken-Wirtschaft

solo segler
10.02.2010 11:08
Gewinnmaximierung

Achilles pseudonym
 
10.02.2010 04:55
aus dem text kann geschlossen werden...

das es sich primär um markenartikel handelt..
jaja, vertrauen sie der marke....

ich bin dafür, dass die grosse preisauzeichnung der preis pro einheit zeigt, und der kleine, oft nur mit der lupe ablesbarem den gesamtpreis anzeigt, und nicht umgekehrt, wie jetzt.

leftjustified
24.02.2010 12:53

Ich war jetzt eine längere Zeit in schweden und war sehr erfreut, dass dort die "realen" preise deutlich sichtbar waren. So würde überall auf den Preisschildern der jeweilige Preis in Liter/KG/Stück angegeben und das nicht in Schriftgröße 6pt sondern fast so groß wie der Packungspreis.

Poldi Fesch
14.02.2010 15:00
aus dem Text kann

kann vor allem geschlossen werden, dasz es sich um "vorgekochtes" hadelt. Da faellt ein Betrug mehr auch schon nicht ins Gewicht

christian p.
09.02.2010 20:50
Gebratene Reis Magic Asia von Maggi

also wer so einen Mist kauft ist aber schon selber schuld!
Ekelhaftes Zeug!

sestrelevante
09.02.2010 18:53
Die Eu und die Grims Märchen,,,

hütteldörfler
 
09.02.2010 17:44
aber die 3 liter O-saftflaschen hab ich noch nicht gesehen

ob servator
 
09.02.2010 17:33

und in vielen supermärkten stehen noch die alten beschilderungen am regal, weil die "schlauen" regalbetreuerInnen oder filialleiterInnen (oder gar höheren -Innen) meinen, es ändere sich eh nix, wenn die neuen 125g genauso 1,39 € kosten wie die früheren 150g.
nur stimmt dann der inzwischen viel wichtigere preis/maßeinheit nicht mehr (-oh wunder: fast immer zum nachteil der kundschaft!)

Lupin 3.
 
09.02.2010 15:49
Wer nur nach der Verpackung geht...

... ist (meist) selber Schuld. Schließlich gibt es die €/100g Angaben. Solange die Preise angegeben sind (und die EU nicht drauf kommt, auch die abzuschaffen), sollte eigentlich niemand ein Problem haben, Mogelpackungen zu erkennen. Ich würde mir sogar wünschen, diese Zahlen größer angeben werden müssen (z. B. halb so groß wie der Packungspreis), sodass man vergleichen kann, ohne sich vor's Regal knien zu müssen. Wenn man von den Preisen einige im Kopf hat, bekommt man auch ganz schnell ein Gefühl, was teuer ist und was nicht, ohne dass man das Produkt jemals vorher gesehen hat.

Aber zugegeben, wenn ein Viertel Butter plötzlich etwas kleiner wird, würde ich es aber evt. auch nicht sofort merken. Da weiß ich nur, was die Packung kostet.

vandermonde
24.02.2010 12:55
Die sind eigentlich dank...

...der EU überhaupt drauf...

Gerhard Eigner
09.02.2010 16:50
€/100g Angaben

sind nicht immer da.


problematisch wirds, wenn die packungsgrösse aussen gleich bleibt und innen weniger ist....

oder wenn die 100g Milka plötzlich 95g enthält, das merkt keiner...

Poldi Fesch
14.02.2010 15:02
ok, unerfreulich

aber bei 5g ist es wurscht u. wenn es nicht mehr wurscht ist, ist das Problem dann auch eher der Schokoladekonsum denn der Preis

aucupium
24.02.2010 13:26
das sind immerhin 5% weniger Gewicht :)


haben der Herr auch 5,2% mehr Einkommen?

Poldi Fesch
24.02.2010 15:35
das erinnert aber

stark an jene, die nicht zum Heurigen gehen, weil der Wein "ueberdie Gasse" billiger ist. Auch hier, ein Flascher am Abend wird nicht schaden, 3 eher schon

Mathias
 
17.02.2010 15:42
wurscht?

Ab wieviel % weniger ist es Ihnen dann nicht mehr wurst? Eigentlich sollten wir Konsumenten diese Betrügereien im Internet veröffentlichen.

Verpackungsgrößen und Preise lassen sich doch leicht via Internet auf einer einheitlichen Plattform veröffentlichen. Dann können die Konsumenten bessere Vergleiche anstellen. Ich denke, sowas fällt sicher nicht unter "Wettbewerbsverzerrung", sondern unter "Konsumenteninformation für mündige Bürger"!

Poldi Fesch
17.02.2010 16:37
naja,

die 5 Marsriegeln, die ich im Jahr konsumier, kauf ich, wenn mir danach ist. Ob jetzt Tankstelle , teuer, o. Supermarktkassa, ein bisserl billiger, ist mir da egal.
Waschmittel, Bier, Zahnpasta u. aehnliche 08/15 Produkte kaufe ich halt die Tagesbilligsten. Nur glaube ich nicht, dasz ich mehr als 20% meiner Haushaltsausgaben fuer solches Packerlzeugs aufwende

leftjustified
24.02.2010 12:58

ok, sie essen nicht gerne schokolade und klassifizieren es als luxusgut ab. Gleichzeitig ist bei ihnen bier ein alltagsprodukt? es soll aber auch leute geben, die halt regelmäßig schokolade essen und dafür sich nicht die rübe mit bier wegschwemmen :D
Sorry, der musste sein, ich trinke auch bier, aber von einen selbst auf die allgemeinheit zu schließen ist immer sehr gefährlich!

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