Aspern nicht betroffen

Opel streicht 8.300 Stellen in Europa

9. Februar 2010, 17:55

General Motors will Opel mit einem massiven Stellenabbau und Staatshilfen in Höhe von 2,7 Milliarden sanieren

Opel-Chef Nick Reilly kündigte am Dienstag in Frankfurt am Main an, im Zuge des Umbaus des Rüsselsheimer Autobauers 8.300 Jobs streichen zu wollen und 2,7 Mrd. Euro Hilfe bei den europäischen Ländern mit Opel-Werken zu beantragen. In Deutschland sollen demnach über 3.900 Jobs gestrichen werden.

Gehaltsverzicht vs. Boni-Ausschüttung

Wesentlicher Teil der Umbaupläne ist außerdem ein großangelegter Gehaltsverzicht. Diesbezüglich gebe es aber noch keine Einigung mit den Gewerkschaften, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz der "Welt". Reillys Pläne sehen vor, dass die Beschäftigten auf 265 Millionen Euro an Gehältern verzichten. Die Beschäftigten verlangen im Gegenzug eine Beteiligung am Unternehmen, die Umwandlung von Opel in eine Aktiengesellschaft sowie ein Mitspracherecht bei Stellenabbau, Werksschließungen und -verlagerungen.

Die heutigen Ankündigungen sorgen für gehörigen Unmut, zumal erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass Opel heuer wieder Manager-Boni auszuschütten gedenkt (siehe Artikel).

Wien-Aspern nicht betroffen

Das österreichische Opel-Werk in Wien-Aspern ist von dem Jobabbau nicht betroffen. In Deutschland wird das Werk in Bochum am stärksten von den Stellenstreichungen betroffen sein, hier sollen 1.799 Jobs wegfallen, wie aus dem Sanierungsplan von Opel hervorgeht. Am Stammsitz Rüsselsheim sollen den Angaben zufolge 862 Stellen gestrichen werden, in Kaiserslautern und Eisenach jeweils 300. Zudem will Opel 650 Stellen in der Verwaltung streichen.

Opel bekräftigte auch die Absicht, das Werk im belgischen Antwerpen zu schließen. Dies führe zum Verlust von 2.377 Stellen. Zahlreiche Stellen fallen dem Plan zufolge auch im Werk im spanischen Saragossa weg, wo 900 Arbeitsplätze gestrichen werden. Von dem geplanten Abbau von europaweit 8.300 Stellen entfielen 7.000 auf die Produktion und 1.300 auf die Verwaltung. Opel kündigte an, seine Produktionskapazitäten insgesamt um ein Fünftel herunterfahren zu wollen.

3,3 Milliarden Finanzierungsbedarf

Opel habe einen Finanzierungsbedarf von 3,3 Mrd. Euro zur Umsetzung seines Sanierungsplans, sagte Opel-Chef Reilly. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) habe hierzu bereits mit 600 Mio. US-Dollar (439 Mio. Euro) beigetragen. Zudem habe GM im Jänner Vorauszahlungen von 650 Mio. Euro geleistet, damit Opel seinen laufenden Finanzbedarf decken könne. An die Bundesregierung sei am Dienstag ein Antrag auf Staatshilfe in Form eines Kredites oder einer Bürgschaft übermittelt worden, sagte Reilly.

Ganz bleibt auch Österreich nicht von den wirtschaftlichen Turbulenzen der Mutter unberührt. Der Konzern will staatliche Haftungen von den Ländern, in denen Opel über Produktionsstandorte verfügt. Für wieviel der österreichische Steuerzahler haften soll, ist noch offen, noch wurde kein Antrag gestellt, teilte Opel mit. Die Staatshilfe soll sich nach dem Anteil des jeweiligen Landes am Gesamtkonzern richten, hieß es dazu.

Will die Opel-Mutter GM staatliche Haftungen, dann muss sie diese nach dem "Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz" (ULSG) beantragen, hieß es dazu bisher aus dem Wirtschaftsministerium. Dabei stehen maximal 300 Mio. Euro pro Unternehmen an Haftungsrahmen für höchstens fünf Jahre Laufzeit zur Verfügung.

Profitabel ab 2012

Opel werde bereits 2012 wieder profitabel arbeiten, sagte Unternehmenschef Reilly. Bereits 2011 wolle der Rüsselsheimer Autobauer wieder die Gewinnschwelle erreichen. Insgesamt will Opel demnach in den nächsten fünf Jahren 11 Mrd. Euro investieren.

Das Unternehmen plane auch einen Umbau seiner Modellpalette, teilte Opel mit. So solle das Angebot an Elektroautos künftig neben dem Modell Ampera um ein weiteres Fahrzeug mit längerer Reichweite erweitert werden. Auch plane Opel ein preisgünstiges Einstiegsauto unterhalb seines vielverkauften Kleinwagens Corsa.  In Deutschland hält sich die Begeisterung für den Plan in Grenzen. Die IG Metall fordert, dafür kein Geld zu geben. Auch mit der Gewerkschaft gibt es noch keine Einigung über Lohnverzicht. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) verlangt von General Motors, mehr eigenes Geld in die Sanierung zu stecken. (red/APA)

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Galgenvogel
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11.2.2010, 01:58

na, solang die Manager-Boni gerettet sind, ist ja alles OK!

soamist
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10.2.2010, 07:40
was ist daran falsch

wenn man damit 35 000 jobs sichern kann

Eisenzeitler
10
10.2.2010, 07:11
Opel...

ein Unternehmen der staatlich subventionierten Arbeitsplätze. Fraglich ob Opel überhaupt eine Zukunft hat. Geldvernichtung par excellence!

Alex Braun1
00
10.2.2010, 08:07

Die Frage ist eher, wo man bei Opel einsparen kann. Immerhin sind die Astras, Corsas, etc. ganz weit oben im Ranking der meistverkauftesten Autos - zumindest in D und Ö.

Thomas Bayer
00
Die Abkürzung GM steht offensichtlich für Geldmangel

kein Investor glaubt an Opel, jetzt muss der Steuerzahler ran, auch um die Boni zu sichern. Die haben die Leistungsträger sicher auch verdient!

alt-heli .
00
Wow - für das Rausschmeissen von Leuten

wird ein "Sanierer" eingestellt....

DAS könnten "billigere" Leute auch....

oder nich??

das ist fix
00
Eine Frechheit des Staats USA*


Einerseits Stellen abbauen und anderseits um Staatshilfen(aus Europa)ansuchen - eine FRECHHEIT!

*Die USA haben GM (also auch Opel) verstaatlicht, deshalb soll sich auch der Staat USA um seine Firmen kümmern.

Consciousness Conjures Contrition
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das ist doch egal

die asylreform ist verfassungswidrig. das ist wichtig

Sol´kanar -The Swamp King
00
10.2.2010, 08:00
wuascht.

Saufen.

das ist fix
00


Mir ist noch immer nicht klar warum der Staat Österreich einer Firma des Staates USA Staatshilfen geben soll.
Pervers ist das auch deshalb, weil die USA ja sonst immer die freie Marktwirtschaft predigen.

Harry Spotter1
 
10
Geht noch vorläufig für unsere Arbeitnehmener noch gut aus......

......bis dann später mit der Wahrheit geantwortet wird und doch ein Einschnitt fällig wird. Wir sind vorläufig doch die Insel der Seeligen.
Um aber doch im Sinne der Grünen weiterzudenken, wäre es doch ein Schritt zum Siege, alle Autowerke zu schliessen, um den Verkehr und das Feindbild Auto für immer zu verdammen. Zwar fahren grüne Spitzenpoliter Alfa Romeo und andere dicke Autos, doch das gemeine Volk sollte doch das Fahrrad bevorzugen.
Alle sollten darüber nachdenken.....

Wird sicher nicht freigeschalten.........

/ .
00
boni

War nicht kürzlich in Rede Bonizahlungen wieder einzuführen? Weiter so...

Consciousness Conjures Contrition
00
nein, aber aktienleerverkäufe sind wieder zulässig

seit 01.02

Rene Stangeler
11
Zusperren die Bude!

Tut mir zwar leid für die daraus resultierenden Arbeitslosen aber ein Autowerk dessen Produkte niemand (oder zumindest zu wenige) kaufen will künstlich am Leben zu erhalten hat keinen Sinn, ist nur ein Hinausschieben des Konkurses. Wenn der Betrieb lebensfähig ist wird sich doch eine private Finanzierung aufstellen lassen. Wenn nicht soll auch keine Steuergeld ins Fass ohne Boden fliessen.

ps: ein Teil der verlorenen Arbeitspläzte werden wohl Neueinstellungen in anderen Autowerken aufwiegen. Steigt halt der Umsatz anderer Hersteller. Anstatt eines Opel kauft der Kunde dann halt bei VW oder sonst wo, haben marktfähige Hersteller halt Zuwächse und damit Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften.

uni versalis
00
10.2.2010, 17:01
da der automarkt 2009 zurückgegangen ist,

haben sehr viele hersteller weniger abgesetzt.
die neuen opelmodelle erfreuen sich übrigens reger nachfrage. trotzdem gibt es allgemein überkapazitäten und zwar derzeit bei fast allen herstellern.

MAXIMA
03
2,7 Milliarden? Genug Geld für eine Firmengründung

Der Staat soll Haftungen übernehmen oder Subventionen leisten, die Belegschaft soll dezimiert werden und zig Millionen einsparen, im Gegenzug erhalten die Manager wieder Boni. Wie paranoid sind die Vorstände und die Politiker die dem zustimmen.

Walter Tiefenthaler
00
sie haben recht...

wenn nunn opel.de nicht abhebt sind alle beteiligten von sinnen...

ÖVPler
01

USA, USA, USA!
Wir sagen euch was Ihr zutun habt und Ihr macht es dann. That's teamwork. USA, USA, USA!

MacAllen Fine Oak
00
Als mein Opa so alt war wie der GM von Opel

haben wir in gebeten den Führerschein abzugeben...wie bitte soll so ein Mann in diesem Alter, der noch dazu sein ganzes Berufsleben für den Mutterkonzern tätig war, den Neustart bewerkstelligen? Jeder Steuereuro ist da reinste Verschwendung!

also dann ...
14
JA - sooo ... schmeckt der kapitalismus/neo-liberalismus ! in D

werden ca. 4000 stellen gestrichen (um 4000 zu behalten) und dafür will man ca. 1,6 mrd ...
an staatshilfe haben ?
d.h.
= eine subvention/arb.platz v. 200.000,-
= ca. der lohn 1 menschen von 3 j a h r e n !

man muss sich dies wirklich auf der zunge...
zergehen lassen - weil unfassbar !

die regierungen täten gut daran,
keine subvention zu geben - und mit dem o.a. betrag, die menschen für andere berufe auszubilden.
mit 200 k für 3 jahre geht das sicherlich !

toneburst
00
10.2.2010, 07:47

Sie verwechseln Kapitalismus/Neoliberalismus mit Etatismus.

Im echten Kapitalismus gibt es per Definition keine Staathilfen und Opel würde in Konkurs gehen. Punkt. Kommen staatliche Hilfen ins Spiel, kann es sich per definitionem nicht mehr um Kapitalismus handeln.

exext
00
Grundsätzlich haben Sie nicht unrecht, nur Ihr Zahlenwerk...

... scheint mir etwas dubios.

Opel beschäftigte 2009 in Deutschland ca. 25.000 Menschen, im restlichen Europa ca. 16.000 Leute. Macht zusammen ca. 41.000 Personen.
2,7 Mrd/ 41000 Personen ca. 66.000 Euro.

also dann ...
00
ich bezog mich nur ... auf D !

und da fordert GM 1,6 mrd...
bei etwas mehr als 8000 beschäftigten und 4000 geplanten freisetzungen.

exext
00
Für Deutschland ergibt sich bei ...

... 1,6 Mrd Euro und 25.000 Beschäftigte
64.000 Euro

Wo Sie die 8000 Beschäftigte her haben, weiß ich nicht. Rüsselsheim alleine hat ca. 15.000 Mitarbeiter

also dann ...
00
nun ... da gibt es 2 varianten :

1. 1,6 mrd subvention dafür,
dass 4000 beschäftigte abgebaut werden
= 400.000 je neuen arbeistlosen...

2. bei 21.000 arbeitnehmern (25000 - 4000)
sind es ca. 80.000 euro / jahr
= zumindest 1 jahresgehalt (eher 1 1/2)
d.h.
- GM "saniert" ... OPEL und entlässt 4000 leute
- und dafür zahlt der staat ihnen den lohn der gesamtbeschäftigung in D für ca. 1 1/2 jahre !
- GM will aber nur 600 mio ... (für europa) selbst investieren . . .

welch eine chuzpe !

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