Entwickler: "Bitte nicht (nur) fürs iPhone entwickeln"

9. Februar 2010, 10:59

In einem Blogeintrag zieht der Experte Parallelen zwischen dem iPhone und Microsofts Internet Explorer 6

Das iPhone ist der neue Internet Explorer 6. EntwicklerInnen sollen nicht - oder zumindest nicht nur - für das Apple Smartphone entwickeln, da dies weitreichende negative Konsequenzen auf den gesamten Markt und die AnwenderInnen habe - dies ist die Kurzzusammenfassung eines Blogeintrags von Entwickler und Consultant Peter-Paul Koch. Darin schreibt der Experte weiter, dass das iPhone überschätzt und zu einer Obsession wurde, die es auf den Boden der Realität zu holen, gelte.

Mobiles Web nur mehr am iPhone?

"Das iPhone ist zu einer Obsession geworden. Wenn wir nicht aufpassen, dann werden wir bald die Situation haben, dass das mobile Web nur mehr am iPhone stattfinden wird. Und dann haben wir ein existierendes mobiles Web, das wir nicht mitentwickelt haben und das sich nicht um Web-Standards und Best Practices kümmert."

iPhone = IE6?

Koch zieht in seiner Analyse auch Parallelen mit den Entwicklungen des Internet Explorer 6, der aus seiner Sicht ebenfalls ein schwerer Hemmschuh in der Weiterentwicklung des Internet ist: "Wir machen heute genau das Gleiche wie vor zehn Jahren. Nur sagen wir heute "iPhone" statt "IE6", aber sonst hat sich Nichts geändert. Nein, eine Änderung gibt es doch: das iPhone hat einen deutlich geringeren Marktanteil als ihn der IE6 damals hatte."

Zu viel Aufmerksamkeit?

Für Koch zieht das iPhoen viel zu viel Aufmerksamkeit und Ressourcen auf sich. Dies würde den realen Verhältnissen und den Marktanteilen in keiner Weise entsprechen, so seine Sicht. "Keiner, der angeblichen "Mobile Web Development"-SpezialistInnen spricht über Nokia. Dabei verkauft Nokia noch immer mehr Smartphones als BlackBerry und Apple zusammen." Abschließend versucht Koch auch gleich etwaige Gegenargumente zu entkräften und zieht in seinem Blog den Schluss, dass Android zwar gute Chancen und Möglichkeiten habe, aber aufgrund des Marktanteils auch nicht als der Weisheit letzter Schluss gesehen werden sollte.(red)

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18 Postings
Monopoly mit Hut
00
11.2.2010, 11:48
Komisch

Meine Webseiten, die ich im vorigen Jahrtausend streng nach den HTML+CSS-Standards (die damals noch nicht mal in den Browsern implementiert waren) erstellt habe funktionieren nach wie vor problemlos auf ALLEN Browsern...

chrili_rakete
 
00
12.2.2010, 08:29
Gratuliere! Aber ...

... das "... nach wie vor ..." irritiert mich ein wenig. Ist es möglich, dass Ihre (sicherlich stricten) Seiten im vorigen Jahrtausend einfach _noch nicht_ funktioniert haben?

Monopoly mit Hut
00
17.2.2010, 14:19

Der Inhalt der Seite war immer lesbar, da CSS nur das Aussehen beeinflusst. Ob da jetzt eine Überschrift in Versalien gezeigt wird oder nicht ist ja irrelevant.

Und manche Seiten "funktionieren" jetzt noch immer nicht, weil fast alle Browser auch heute noch bestimmte HTML-Attribute einfach ignorieren, z.B. CITE oder DATETIME.

LINK relationship ist auch so ein leidiges Thema. Außer rel="Stylesheet" wird kaum einer der link types von Browsern verwendet.

hellfast
01
10.2.2010, 13:22

es wird eben dort entwickelt, wo am meisten geld zu holen ist. ob das aber (alleine) die schuld von apple ist?

Andreas Prucha
00
14.2.2010, 09:30

Ich denke man kann Apple keine Schuld daran geben, genauso wenig wie man Microsoft beschuldigen kann. Es ist nun mal der Job jedes Unternehmens möglichst viel Geld zu verdienen - und das möglichst indem man eine marktbeherrschende Stellung erreicht.

Problematisch ist aber meiner Ansicht nach die Gleichgültigkeit der Verbraucher. Bei manchen habe ich wirklich den Eindruck sie glauben all die netten Werbesprücherln.

t 3
 
64
was will er sagen?

webentwicklung für das iphone ist problemlos ohne abweichen von standards möglich - glücklicherweise. alleine die berücksichtigung des formfaktors wäre spezifisch. und wer seine webseite für fingerbedienung optimiert, macht sicher auch nichts falsch. dass diverse schrottbrowser die auf nokia- oder wimo-devices in umlauf sind keine vernünftige unterstützung für jahr(zehent)ealte webstandards bieten, kann doch nicht als argument dafür dienen jede page jetzt noch 17x für alle netfronts, wimo-ie5/6er, opera-minis, etc.pp. nachzubauen. pech gehabt, würde ich sagen...

Ben Vassy
22

... und daß Nokia auf seinen S60-Geräten seit Jahren Webkit einsetzt und damit die gleiche Standardkompatibilität aufweist wie das iPhone, ist einfach nur eine lästige Blase aus Realität und Fakten, die man möglichst schnell wegwischen muß, damit man so schöne Worte wie "Schrottbrowser" einsetzen kann.

t 3
 
01
10.2.2010, 20:09
...

und dann gibts da trotzdem noch netfront (in dutzenden inkarnationen), blackberry die ein eigenes süppchen kochen, wimo-ie und einige andere dinge die man gar nicht beim namen nennen will. nokia war wohl ein sehr unglücklich gewähltes symbol für "die anderen mobil-clients da draussen" - das müssen sie aber doch nicht gleich persönlich nehmen (oder gehts nur darum, dass man an apple einfach gar nix gut finden darf?)

für alle browser-engines dich ich oben beim namen genannt habe, stehe ich zu dem begriff schrottbrowser. aber ich nehme an, sie würden gerne neben 3-4 desktop-browsern auch noch für 12 mobilbrowser entwickeln. macht ja sicher auch mutiplen spass;

oder doch nicht?

meine kritik ging ja gegen die meinung, dass webentwicklung fürs iphone in irgendeiner art u. weise zu spezifisch wäre, wo doch offentsichtlich das gegenteil der fall ist - also auch anhand von >= s60r3 geräten. alles was auf webkit und gecko mobil unterwegs ist ist für webentwicklung imo gut geeignet, und eine webseite die für mobile devices allgemein optimiert ist, wird auf dem iphone so gut funktionieren wie umgekehrt jede page die für das iphone optimiert wurde auf anderen solchen geräten (mit jeweils nur geringen anpassungen).

ps: dass das iphone mehr pageviews generiert als alle anderen clients zusammengenommen ist halt leider auch eine tatsache.

Ben Vassy
11
11.2.2010, 10:01

man darf an apple tatsächlich nix gut finden. das ist die eine sache. apple ist böse.

die andere sache ist, daß tatsächlich "für das iphone" entwickelt wird: browser-sniffing und redirects zur "mobilen seite" nur fürs iphone; seitenlayout optimiert auf iPhone-bildschirmgröße statt flexibel; verzicht auf plugins/medienformate, die das iphone nicht beherrscht; usw.

ob das iphone tatsächlich auch außerhalb der USA mehr pageviews genereirt, weiß ich gar jicht - da kenn ich keine statistiken. aber: die tatsache, daß die seiten aufs iphone zugeschnitten werden, könnte dabei eine nicht unwesentliche rolle spielen. (nach dem motto: ich setze nur fleisch auf meine speisekarte und wundere mich, daß nie vegetarier zu mir ins restaurant kommen.)

Leech
22
Dabei verkauft Nokia noch immer mehr Smartphones als BlackBerry und Apple zusammen.

nur das auf Blackberrys und Nokia Phones es Browser meinst a graus is.

chrili_rakete
 
00
12.2.2010, 09:02
Vielleicht überdenken Sie diese Einschätzung ...

... wenn Sie einmal den Fennec (mobiler Firefox) auf dem Nokia N900 / Maemo ausprobiert haben?

Kaiser Schmarren
20

imho ist html5 die beste lösung, jede anwendung würde auf jedem device laufen und es spart somit eine menge an programmierarbeit, somit ist es für entwickler umso attraktiver

stopgo
00
10.2.2010, 10:06

Weisst du überhaupt was HTML 5 ist?

Ben Vassy
12

??? was is jetzt der unterschied daran, ob sich ein browser/webautor nicht an HTML5, HTML4, XHTML1 oder XHTML1.1 hält?

M1AU
00
Ich darf ihm auch recht geben.

Auch wenn es enormen Mehraufwand bedeutet, die Entwickler sollten auch für andere Mobile Plattformen ihre Programme anbieten. Die IE6 "Falle" hat seine Spuren durchs Internet gezogen, die auch heute zum Teil noch sichtbar sind.

hp12c
21
ja und nein

er hat nicht unrecht - und wenn es so wäre wie er meint, dann hätten wir alle ein Problem - das sage ich als Apple User.

Allerdings ist das Iphone halt im Moment immer NOCH für den meisten MOBILEN Datentransfer verantwortlich - mit Abstand. Da können Nokia und Rim schon mehr STÜCK verkaufen - aber wenn die User die sich solche Smartphones kaufen - diese nicht fürs Internet kaufen - sondern zum telefonieren und fotografieren (nur als Beispiel) und eben KAUM zum surfen. (im Schnitt) dann passiert genau das - das surfen wird vom Iphone User im Schnitt weit mehr verwendet als von allen andern Smartphoneusern...

Android 2.+ kann da vielleicht mithalten - aber da gibts ja noch nicht allzuviel verkaufte Devices...

der ist planlos der depp...

repent
 
00

Wer ist Peter-Paul Koch?

Aber grundsätzlich hat er schon ein bissi recht...

David L
00
11.2.2010, 02:29

Selbst wenn der Mann nicht bekannt wäre, würde das nichts an seiner Aussage ändern. Allerdings sehe ich diese Gefahr aktuell nicht, die speziell für das iPhone ausgelegten Websites sind überschaubar und selbst wenn ich die Wahl habe, wähle ich immer die allgemeine mobile Seite (und noch öfter die reguläre) – ist etwa bei der „Presse“ so.

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