Kundenschwund

UBS überrascht mit Milliarden-Quartalsgewinn

9. Februar 2010, 11:55

Für einen Gewinn im Jahr reichte es nicht, der Jahresverlust konnte aber auf 2,7 Milliarden Franken gesenkt werden

Zürich - Das laufende Sparprogramm und eine Steuergutschrift haben die Schweizer Großbank UBS im Schlussquartal 2009 in die Gewinnzone zurückgebracht. Zwar zogen die UBS-Kunden erneut Milliarden von ihren UBS-Konten ab, dennoch zeigte sich Bankchef Oswald Grübel zuversichtlich, das Vertrauen seiner Kunden zurückzugewinnen. "Wir erwarten, dass mit der Rückkehr zur Profitabilität auch das Kundenvertrauen und unsere Reputation wieder steigen", sagte er am Dienstagvormittag in Zürich.

Auf das Gesamtjahr 2009 gesehen kam die Schweizer Bank nicht aus den roten Zahlen und schrieb 2,7 Mrd. Schweizer Franken (1,8 Mrd. Euro) Verlust. Zum Vergleich: Im Krisenjahr 2008 waren es mehr als 21 Mrd. Franken (14,5 Mrd. Euro) gewesen. Im Schlussquartal 2009 schaffte die UBS jedoch die Trendwende und verbuchte unter dem Strich einen Gewinn von 1,2 Mrd. Franken. Dabei half eine Steuergutschrift von rund einer halben Milliarde Franken. Auch vor Steuern blieben alle Sparten unter anderem dank der niedrigeren Personalkosten profitabel.

Eine Dividende will der UBS-Chef seinen Aktionären aber erst wieder zahlen, wenn die UBS genug Kapital generiert, um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. "Wir würden sehr gerne Dividenden auszahlen", so Grübel am Dienstag. Die Bank habe nicht vergessen, wem sie gehöre. Zudem sei man sich auch bewusst, wie stark die Aktionäre in den letzten Jahren hätten leiden müssen. Im laufenden Jahr wird die Großbank wie bereits im Vorjahr keine Dividende ausschütten.

Aktien im Sinkflug

An der Börse überzeugten die Bilanz-Nachrichten nicht. Der Kurs der UBS-Aktie sank am Vormittag um knapp ein Prozent. Analysten bezeichneten die Zahlen als "gemischt": Zwar habe der Überschuss im vierten Quartal die Erwartungen übertroffen, das sei aber allein der Steuergutschrift zuzuschreiben, kommentierte Commerzbank-Analyst Michael Dunst. Vor allem die Neugeldabflüsse sorgten an der Börse für Enttäuschung. Analysten der Zürcher Kantonalbank monierten, dass sich dies nach Aussagen des Unternehmenschefs auch 2010 nicht ändern werde.

Die UBS gehört zu den größten Verlierern der Finanzkrise. Der Steuerstreit mit den USA sorgte für zusätzliche Verunsicherung bei den Kunden - sie zogen in den vergangenen Monaten Milliarden von ihren UBS-Konten ab. UBS-Chef Grübel will den Mittelabfluss zwar stoppen, rechnet aber nicht damit, kurzfristig etwas ändern zu können. Im vierten Quartal lag der Nettoneugeldabfluss bei 56,2 Mrd. Franken, das war deutlich mehr als von Analysten erwartet. Dabei spürte das Institut nach eigenen Angaben auch die Folgen einer italienischen Steueramnestie, die Kunden veranlasste, ihr Geld woanders anzulegen. Das Management arbeite hart daran, die Situation zu ändern, sagte Grübel.

Im Investmentbanking profitierte die UBS unterdessen von niedrigeren Wertberichtigungen als in den Vormonaten. Für das kommende Jahr erwartet UBS-Chef Grübel, dass sich die Entwicklung der Investmentbank noch verbessert. Im Jänner habe das Geschäft mit Wertpapieren und Devisen von einer hohen Kundenaktivität profitiert. Die Bank könne aber noch nicht sagen, wie lange dieses attraktive Handelsumfeld anhalte. Insgesamt reduzierte die Bank ihre risikogewichteten Aktiva im Laufe des vierten Quartals um 2 Prozent. Die BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) lag zum Jahreswechsel bei 15,4 Prozent (Vorjahr: 11,0 Prozent).

Sparprogramm

Die UBS sparte 2009 wie geplant rund 20 Mrd. Franken ein. Sie hat im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Arbeitsplätze durch Sparmaßnahmen und Verkäufe abgebaut. Im vierten Quartal senkte die Bank die Personalausgaben wegen aufgeschobener Bonuszahlungen - auf das Gesamtjahr gesehen schwoll der Topf für die variable Vergütung aber um gut drei Viertel auf rund 3 Mrd. Franken an.

Mit Blick auf den schwelenden Steuerstreit in den USA zeigte sich Grübel zuversichtlich, dass die Gespräche der Schweizer Regierung mit den USA konstruktiv ausfallen werden. Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht hatte vergangene Woche den Entscheid zur Lieferung von Kontendaten amerikanischer UBS-Kunden an die USA gestoppt. In der laufenden Diskussion über Steuerdaten in Deutschland habe die UBS keine Kenntnis darüber, ob sich auf den in Deutschland aufgetauchten Listen auch UBS-Kunden befinden. Der UBS-Chef bezeichnete es als problematisch, wenn Regierungen gestohlene Daten kauften. Dies animiere zu weiteren Diebstählen. (APA/apn/Reuters)

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10 Postings
Johann Hunger1
20
10.2.2010, 20:14
Ist es nicht komisch, wenn auf die UBS so draufgehaut wird?

Wer sind die Menschen, die dort ca.2,5 Billionen Franken,Euros und Doller deponiert haben? Warum schreit die usa am meisten? Nach meiner Meinung will man die Schweiz in den Euro und später in den Doller zwingen. Nur man unterschätzt die BürgerInnen der Schweiz.

Leland Gaunt
00
11.2.2010, 05:00
Die überwiegende Mehrheit...

...dürften wohl reiche Schweine sein, die ihren Hals nicht vollkriegen und noch mehr Kohle und noch weniger Steuer zahlen wollen.

Leland Gaunt
00
10.2.2010, 05:30
Traue keiner Bilanz...

...die du nicht selber gefälscht hast.

Mad_Professor
01
Ein Gewinn? Den können die gleich für Gerichtsverfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zurückstellen.

http://www.blick.ch/news/wirt... ken-139471

Jo H
27

das ist gut.
damit können die steuer-cd opfer entschädigt werden.

Mr.Deeeee
01
Steuer-CD-"OPFER" ... *rofl*

Jo H
00

;)

Ava Tar
011

wenn das Management erstmal seinen Bonus abgegriffen hat
=> ist vom Gewinn eh nix mehr übrig

tha boss
00
10.2.2010, 01:29
komisch, dass

Gewinn wird nur immer nach Kosten ausgewiesen wird, ie Bonus ist schon rausgerechnet (sofern es denn einen geben sollte)

masterjo
04

beides sehr treffend. mehr muss zu dieser nachricht eigentlich nicht gesagt werden...

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