Telomere

Das Gen, das älter macht

08. Februar 2010 18:31
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    Foto: j. fajkus

    Je länger die Telomere (rosa), desto länger leben wir.

Forscher entdeckten DNA-Varianten, die das Leben ihrer Besitzer um mehr als drei Jahre verkürzen können

London/Wien - Britische und niederländische Wissenschafter haben ein Gen entdeckt, das eine Schlüsselrolle beim Älterwerden spielen könnte. Die Forscher der Universität Leicester, vom King's College London und der Universität Groningen stießen auf das Gen, als sie die Beziehung zwischen bestimmten Krankheiten und der Alterung des Erbguts untersuchten, wie sie im Fachjournal Nature Genetics (online) berichten.

Die Forscher nahmen dabei die Telomere unter die Lupe, die wie eine Art Schutzkappen die Enden von Chromosomen bedecken, den Trägern des Erbguts. Diese Kappen verkürzen sich mit jeder Zellteilung, woran man das Alter der Chromosomen ablesen lässt - eine Entdeckung, für die im Vorjahr der Nobelpreis für Medizin vergeben wurde.

Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit einer bestimmten Genvariante kürzere Telomere haben und damit biologisch älter aussahen. "Die Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Menschen mit dieser Variante eher unter altersbedingten Erkrankungen leiden", sagte Nilesh Samani von der Universität Leicester, einer der Autoren der neuen Studie. Es gebe Hinweise, dass das Risiko altersbedingter Krankheiten wie Herzerkrankungen oder mancher Krebsarten enger mit diesem Chromosomen-Alter in Verbindung stünden.

Die Forscher analysierten mehr als 500.000 Genvarianten im menschlichen Chromosomensatz. "Die identifizierte Variante liegt nah beim Gen TERC, das schon dafür bekannt ist, eine wichtige Rolle im Erhalten der Länge der Telomere zu spielen", so Tim Spector vom King's College London. "Unsere Studie legt nahe, dass manche Menschen genetisch so programmiert sind, dass sie schneller altern."

Nach Berechnungen der Forscher geht es dabei um drei bis vier Jahre. Die Genvariante könnte auch die Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen erhöhen, die das Altern fördern, wie Fettleibigkeit oder Rauchen. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 09.02.2010)

 

The Alien
 
09.02.2010 15:29
Telomerase-Verlängerungen

Stoppen wir mit, wie lange es dauert, bis erste spam-mails in Umlauf sind, die Telomerase-Verlängerungen anbieten?

chris bondy1
09.02.2010 10:40
telomere/telomerase

nun ist zwar das gen das die verlängerung steuert erst kürzlich entdeckt worden, der mechanismus der telomere ist allerdings schon seit eingien jahrzehnten bekannt. auch weiss man , dass man mit hilfe der telomerase die telomere verlängern kann. dazu wäre lediglich ein vektorvirus notwendig der eine bestimmte menge telomerase in die zelle einschleust. die bisherigen versuche haben leider darauf keine rücksicht genommen, dass nur eine bestimmte dosierte menge telomerase in eine zelle eingeschleust werden darf um sie nicht entarten zu lassen. deshalb sind versuche mit telomerase als lebensverlängerer bis jetzt auch gescheitert. bei der von mir skiziierten methode mit einem vektorvirus kann man erheblich mehr herausholen als nur ein paar jahre

LCD
09.02.2010 00:14

Nützliche Forschung, jetzt bekommen die entsprechend benachteiligten Menschen sicher früher Pension, oder?
Ist eine Therapie mit Telomerase nicht bei diesen Fehlern sinnvoll?

Herr Plumm
08.02.2010 22:50
"London/Wien - Britische und niederländische Wissenschafter haben ein Gen entdeckt"

...was hat das dann mit wien zu tun?

Dr. Fu Manchu
08.02.2010 22:20
nein, bitte die Kirche im Dorf lassen

die Studie zeigt eine Korrelation zwischen Telomer-Laenge und bestimmten Variationen an einem locus (sagt ja schon der Titel), nicht mehr und nicht weniger. Die Leucocytes mit bestimmten SNPs haben etwas kuerzere Telomere (so als waeren sie um 3.6 Jahre aelter). Dass deshalb irgendwer ein kuerzeres Leben hat oder einen Zusammenhang mit irgendwelchen Krankheiten, zeigt diese Arbeit nicht. Gen haben die Leute auch keines entdeckt.
Ist kein schlechtes Paper, aber ihr uebertreibt hier etwas.

RonConSoda
09.02.2010 04:00


"Die Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Menschen mit dieser Variante eher unter altersbedingten Erkrankungen leiden"

da waere wieder ne' neue forschung fällig ;)

unfrieden
08.02.2010 20:33

Drei Absätze hintereinander beginnen mit "Die Forscher [Verb]". Sieht auffällig aus.

her wig
09.02.2010 08:01

Wie wäre es zur Abwechslung mit "Gott schuf ..." ;-)

füllhornkäfer
15.02.2010 11:56
er schuf...

... den Reichtum der Sprache, wenn schon nicht wörtlich, so immerhin im sprichwörtlichen Sinn :) Einfallsloser Satzbau ist keinen "Beleg" für den wissenschaftlichen Gehalt eines Textes.

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