Von 1995 bis 1999 war Emil Brix, Leiter der Sektion Auslandskultur im Außenministerium, Direktor des Kulturinstitutes in London. Ab 1. April wird er als Botschafter in der britischen Metropole weilen
Wien - Von 1995 bis 1999 war Emil Brix, Leiter der Sektion Auslandskultur im Außenministerium, Direktor des Kulturinstitutes in London. Nun, ab 1. April, wird er wieder in der britischen Metropole weilen - als Botschafter.
Wer Brix in Wien nachfolgen könnte, ist noch nicht entschieden: Der Posten wird dieser Tage ausgeschrieben. Und zwar öffentlich. Man nimmt aber an, dass eine Person zum Zug kommt, die das diplomatische Geschäft kennt: Als Kandidaten werden z. B. Wolfgang Waldner, Geschäftsführer des Museumsquartiers, und Christoph Thun-Hohenstein, seit 2007 Chef von Departure, genannt. Sie leiteten zuvor hintereinander das Kulturinstitut in New York.
Die Herausforderungen haben sich allerdings geändert: Es geht nicht mehr so sehr darum, den Westen zu erobern, sondern im Osten Präsenz zu zeigen. Am 22. März wird in Iasi (Rumänien) eine Österreich-Bibliothek übergeben, noch im heurigen Jahr das Kulturforum in Sofia eröffnet. Im Zentrum künftiger Aktivitäten stehe, so Brix, die Schwarzmeerregion: "Dort gibt es die Möglichkeit, eine positive Rolle einzunehmen - in Übereinstimmung mit dem, was wir außenpolitisch und wirtschaftspolitisch, was wir an Demokratieentwicklung in diesen Ländern wollen."
Mit dem Grazer Verein Rotor realisiert man ein Künstler-Austauschprojekt, an der türkischen Schwarzmeerküste soll eine Österreich-Bibliothek aufgebaut werden, im Bildungsministerium denkt man über die Gründung einer österreichischen Schule nach - als Standort wird Odessa in Erwägung gezogen. Zudem sollen mehr Mittel für das Kulturforum in Kiew zur Verfügung stehen. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, Printausgbae 9.2.2010)