Lawinengefahr

Skifahren in Italien mit rechtlichen Folgen

08. Februar 2010 17:53

Italien debattiert am Dienstag im Senat über härtere Haftstrafen für Personen, die Lawinen auslösen

Wer in gefährliches Gelände fährt, soll 5000 Euro zahlen. In Österreich werden solche Maßnahmen abgelehnt.

***

Skifahrer und Tourengeher, die in Italien fahrlässig Lawinen auslösen oder sich trotz einschlägiger Warnung in Gefahrenzonen begeben, sollen künftig härter bestraft werden. Das sieht ein vom italienischen Zivilschutz vorgeschlagenes Gesetz zur Katastrophenhilfe vor, dessen Diskussion am Dienstag im römischen Senat beginnt.

Auslöser dafür waren nicht die acht Lawinenopfer und zehn Verletzten des vergangenen Wochenendes in den italienischen Alpen, sondern bereits ein Unglück, das sich zu Weihnachten in den Dolomiten ereignet hatte. Vier Trentiner Bergrettungsleute waren bei der Suche nach zwei vermissten Tourengehern von einer Lawine verschüttet worden. Zivilschutz-Chef Guido Bertolaso hatte deren Tod als "inakzeptabel" kritisiert und entsprechende Maßnahmen angekündigt: "Wir können es nicht hinnehmen, dass unsere Männer sterben, weil andere sich leichtfertig in Gefahr begeben."

Wer Warnungen missachtet und auf gesperrten Hängen abseits der Pisten fährt, soll in Zukunft mit einer Geldbuße von 5000 Euro belegt werden. Die Haftstrafen für das fahrlässige Auslösen von Lawinen sollen verschärft werden. "Auch Segelboote dürfen bei Sturmwarnung den Hafen nicht verlassen. Dasselbe wollen wir in den Skigebieten erreichen" , so der Rechtsexperte des Zivilschutzes, Giacomo Aiello.

Der Vorsitzende der italienischen Bergwacht, Piergiorgio Baldracco, hält derartige Verbote nicht für zielführend. Sinnvoller sei die Erziehung zu verantwortungsbewusstem Verhalten. In Italien gilt bereits seit rund zehn Jahren ein Gesetz, das Haftstrafen für Verursacher von Lawinen vorsieht. Als erste Region des Alpenraums hat Piemont zum Beginn der Wintersaison eine obligatorische Haftpflichtversicherung für alle Skifahrer eingeführt.

In Österreich lehnen Sicherheitsexperten und Innenministerium eine Verschärfung der Gesetze ab, unter anderem wegen des Risikos, dass Zeugen Lawinenabgänge dann nicht melden. (Gerhard Mumelter aus Rom/DER STANDARD-Printausgabe, 9.2.2010)

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Posting 1 bis 25 von 85
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WunzelPunzel
10.02.2010 12:43
omg

wenn ich mir hier manche postings durchlese, dann geht mir das g'impfte auf!

"..selst einschätzen, gut ausgerüstet, bergerfahren, blablabla,...warnstufe 3, da gehen noch viele touren!"

die "stop or go"-richtlinien können sich imho einige an die skihaube stecken!!

zur erinnerung: es war die letzte woche warnstufe 3, es sind 11 tot!!! und die waren grossteils bergerfahren & gut ausgerüstet!!!!

und wenn ma mit einem fetten strafmandat auch nur eine einzigen vom reinfahren abgehalten hätte, wären strafen schon sinnvoll & legitim!

ich wünsche keinem von euch, aus einer lawine rauskriechen zu müssen!

Elle Doret
10.02.2010 13:41
WunzelPunzel, sehen Sie es doch ein,

das Leben ist lebensgefährlich! Wenn Sie die Leute vor sich selbst schützen wollen, dann müssen Sie auf fast alle Tätigkeiten hohe Strafen in Aussicht stellen, oder die Leute gleich einsperren.

Fahren Sie mit dem Auto?

ludwig123
15.02.2010 09:33

nicht vor sich selbst schützen! Da geht's darum, daß andere sterben weil diese super guten Skifahrer eine Lawine ausgelöst haben!
Wie bringen sie das der Withwe und den minderjährigen Kindern bei?
....ja da hat ein Skifahrer eine Lawine ausgelöst obwohl dort eh Schilder gestanden sind und jetzt ist euer Papi tot! Ja der Skifahrer ist jetzt wiede zu Hause und sitzt gemütlich vor dem Fernseher ud zeigt seine Freunden die super Bilder vom Urlaub

sicut
11.02.2010 14:05

ich glaub wunzelpunzel fährt auf der straße mit dem auto, nicht abseits der "pisten", sie vergleichen hier äpfel mit birnen...

Craig Christ
09.02.2010 13:17
und die Schwimmer?

jedes Jahr ertrinken X Menschen.

Ist noch kein Politiker auf die Idee gekommen das Schwimmen im Wasser, welches tiefer ist als ich gross, unter Strafe zu stellen?

ludwig123
15.02.2010 06:13

damit es vergleichbar wird: was lösen die Schwimmer aus damit andere sterben, eine Flutwelle?

Craig Christ
15.02.2010 08:51
habs woanders schon beantwortet:

"aber sie gefaehrden die Leben der sie rettenden" - mit oder ohne Tsunami bzw starkem Wellengang (und der is ja relativ haeufig).

Lawinenausloeser gefaehrden normalerweise auch nur sich und ihre Gruppengefaehrten und keine unbeteiligten, ausgenommen die Retter danach.





Poldi Fesch
09.02.2010 19:09
mach keine

dummen Witze, hier in Italien wird mit schoener Regelmaeszigkeit ein gesetzl. Badeverbot vorgeschlagen

The_new_number_2
09.02.2010 17:01

Wo ist da der Zusammenhang zu obigem Artikel? Lösen Schwimmer Tsunamis aus?

1000 Kopfläuse können nicht irren
10.02.2010 21:37
Manche schon!

(C:

Craig Christ
09.02.2010 17:42

Normalerweise nicht, aber sie gefaehrden die Leben der sie rettenden.

Festnetzwiederanmelder
09.02.2010 13:06
ich seh es schon kommen

für eine kleine Gruppe, die es sich leisten kann, ist das dann der Kick schlechthin - ins Lawinengebiet ausreiten, weil dann ist es ja eine echte Mutprobe, wenn es verboten ist. Und Geldstrafe? Interessiert die nicht. Haftstrafe? Da müsste mal einer eingelocht werden, damit es abschreckend wirkt...passiert ja im Straßenverkehr auch nicht, wenn wer einen Unfall verschuldet.
Schwachsinn.

downhillschrott
09.02.2010 12:35
Ich halte diese

Verjustizifizierung unseres Alltagslebens für äußerst bedenklich. Jetzt soll man bestraft werden wenn man draußen spazieren geht? Alles wir verboten, reglementiert, bestraft geklagt, der gesunde Menschenverstand ausgeschalten. Alles muß "sicher" sein aber keiner will zugeben, dass es "sicher" einfach nicht gibt und niemals geben wird. Daran ändern Verbote und die beste Technik nicht.

Auf der Mikrowelle steht man darf darinnen keine Haustiere trocknen, bei Tunnels soll angeschrieben werden dass man nicht umkehren darf. Was kommt als nächstes? Der persönliche Atemerinnerungsipod und 5000EUR Strafe wenn man das Gerät nicht trägt? ;)

NegR h.c.
09.02.2010 19:47

Fürs Spazierengehen draussen außerhalb des Waldes und außerhalb öffentlicher und eigener Grundstücke können Sie schon seit 1.1.1812 geklagt werden; insofern ist das freie Betreten des Waldes eh schon eine besondere (und rezente) Vergünstigung...

1000 Kopfläuse können nicht irren
10.02.2010 21:39
"schon seit 1.1.1812"

Damit glaubten die Österreicher wohl, gegen Napoleons Truppen ein Druckmittel in der Hand zu haben...
(C;

Anti-mens
09.02.2010 10:51
demnächst wird auch noch der schnee reglementiert!

ist er nicht mit enormen energieaufwand unter inkaufnahme von umweltschäden durch additive erzeugt worden, sondern natürlich vom himmel gefallen, darf ab sofort darauf nicht mehr mit ski gefahren werden.

PS: wenn die winter weiter so milde in den alpen werden, stellt sich die frage nach lawinenabgängen sowieso nicht mehr. :-)

GGruber3
 
09.02.2010 10:03
Ich werde wieder mal rote Striche ernten

Aber ich bin der Meinung dass dieses ewige verbieten und bestrafen einfach zu weit geht.
Es sollte mM nach lediglich geregelt werden, dass jeder der in freies Gelände fährt und eine Lawine auslöst die Kosten für den Rettungseinsatz selbst zahlen muss und dass Retter ab einer gewissen Gefahrenstufe nicht mehr losgeschickt werden sollten.
Sollte durch die Lawine ein Unbeteiligter getötet oder verletzt werden, so sollte der Tatbestand der fahrlässigen Tötung bzw. Körperverletzung geltend gemacht werden. Ich denke das würde vollkommen ausreichen.

Craig Christ
09.02.2010 12:48
soweit mir bekannt trifft jetzt schon alles zu:

- Den Rettungseinsatz zahlst du bzw. deine Versicherung
- Die Retter muessen nicht los wenn sie/der Einsatzleiter es fuer unverantwortlich halten
- fahrlaessige ... => schaetze ich mal treffen auch bei ausgeloesten Lawinen zu, solange man dir eine Schuld nachweisen kann.

Oisa i find des (ned) supa
09.02.2010 12:23
Von mir ein grünes Stricherl

weil das auch das einzige wäre, das in der Praxis exekutierbar wäre.

Wolfgang Schumacher
09.02.2010 09:09
doch doch doch......

wer oberhalb festgelegter Lawinenwarnungen die gesicherte Piste verlässt gehört gestraft! Er (Sie) gefährdet sich selbst und - bei weitem Schlimmer - andere Menschen. Auch gefährdet er Retter!! Die sind es nun einmal, die die Suppe auslöffeln müssen. Also, abstrafen derjenigen die bei Lawinenwarnstufe XY ausserhalb gesicherter Gebiete erwischt werden. Es geht nur über den Geldbeutel. Vollpfosten die sich um nix kümmern als um sich selber lernen nur etwas, wenns kostet. Hinweise, Hilfreichungen oder Apelle an ihren gesunden (Mit)-Menschenverstand nutzen nix. Aber wenn man diese zahlen lässt, dann zucken sie zurück und agieren so, wie es die Allgemeninheit benötigt. Bittet sie zur Kasse, dann ist schon vielen (jetzt Toten) geholfen.

Elle Doret
10.02.2010 09:50
mit Alpinsport

haben Sie nix am Hut, nicht wahr?

Poldi Fesch
09.02.2010 19:13
das xy ist

das Problem. Heute,in la Stampa Interviews mit Messner & co. Einer der letzten Unfaelle war Stufe 2, also nix. Bzw. , dann sperrt halt irgendein dodeliger Praefekt der aus Campanien kommt, die Pisten gleich.

Oisa i find des (ned) supa
09.02.2010 12:19
Und wer soll das überwachen?

l-egal
09.02.2010 20:20

na die Gebirgsjäger im Assistenzeinsatz,...

Craig Christ
09.02.2010 12:52

Die Kontrolleure/Lawinenwarnstufenpolzei/..., die bei Warnstufe 3-5 am Berg kurz vorm Gipfel stehen und kassieren.

[nicht ganz ernst gemeint]

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