Heiße Wetten auf Pleite von Euro-Ländern

Bettina Pfluger, 08. Februar 2010 17:48
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    Foto: orestis panagiotu

    Düstere Wolken über der Akropolis: Griechenland setzt sich eifrige Sparziele, die Gewerkschaften drohen
    aber bereits mit Streik. Spekulanten nutzen indes die Lage einzelner Euro-Länder für Wetten.

Die hoch verschuldeten Länder der Euro-Zone brauchen dringend Geld. Investoren fordern aber eine hohe Rendite für ihr Vertrauen in diese Länder

Die hoch verschuldeten Länder der Euro-Zone brauchen dringend Geld. Investoren fordern aber eine hohe Rendite für ihr Vertrauen in diese Länder. Auch Spekulationen auf Zahlungsausfälle der Staaten nehmen zu.

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Wien - Investoren bewegen sich im Euro-Raum derzeit zwischen Hoffen und Bangen. So sind die Preise für die Versicherung gegen einen Zahlungsausfall (Credit Default Swaps; CDS) für Portugal am Montag weiter gestiegen - auf 233,4 Basispunkte (von 227). Das heißt, dass die Versicherung portugiesischer Schulden beispielsweise in der Höhe von zehn Mio. Euro 233.400 Euro kosten. Eine leichte Entspannung gab es bei den CDS-Spreads für Griechenland und Spanien.

Für viele Analysten sind die hohen Kosten für eine Ausfallsversicherung auf Staatsanleihen der Taktgeber in der Krise. Denn auch in der Subprime-Krise waren es die CDS auf Unternehmensanleihen, die als eine Art Krisenbarometer fungiert haben. "Wir befinden uns wieder im Risikoaversionszenario" , sagt Tilmann Galler, Portfoliomanager bei JP Morgan, zum Handelsblatt.

Auch die Umsätze mit CDS sind laut dem Datenabwickler DTCC massiv gestiegen. Die CDS-Märkte reagieren besonders schnell, weil es sich dabei um standardisierte Derivate handelt und diese besser handelbar sind als etwa die entsprechenden Anleihen. Zudem können Investoren über die CDS auf die Bonität von Schuldnern wetten. Die Idee dabei: Steigen die CDS-Prämien weiter, kann der Versicherungsschutz teurer an andere Anleger weiterverkauft werden.

Dabei sei die Liquidität bei Anleihen von Griechenland und Portugal durchaus stabil, sagen Analysten heimischer Großbanken. Sowohl institutionelle als auch private Investoren würden diese Titel kaufen. Die Furcht vor einer Panik am Markt, die hinter den Wetten der Spekulanten stehen könnte, sei daher unbegründet.

"Die Bonität der einzelnen Staaten ist derzeit das wichtigste Thema unter den Investoren" , sagt Gudrun Egger, Volkswirtin der Erste Group. Jetzt werde genau geschaut, ob die Regierungen ihre Sparpläne einhalten, ergänzt Martin Bohn vom Anleihen-Fondsmanagement der Bawag-PSK-Invest. In Griechenland intensivieren die Gewerkschaften ihre Proteste gegen die von der Regierung versprochenen Einsparungen.

Die Anleihen der PIGS-Staaten (Portugal, Italien, Griechenland und Spanien) findet Bohn ob der hohen Rendite attraktiv: "Das Risiko ist es wert" , sagt der Experte zum Standard. In den Spekulationen auf einen Zahlungsausfall der PIGS-Staaten sieht Bohn allerdings eine Gefahr und "eine Art Blasenbildung" . Dirk Notheis, Deutschlandchef der US-Bank Morgan Stanley sieht in den hohen Schulden vieler Staaten gar die Gefahr einer "Staatsblase" . Die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrotts sehen die heimischen Experten allerdings nicht, weil im Extremfall andere EU-Länder und der Internationale Währungsfonds einspringen würden. Aber: "Die negative Marktstimmung springt derzeit von Land zu Land" , erklärt Gottfried Steindl, Analyst für den Euroraum der Raiffeisen Zentralbank. Daher forderten die Investoren auch eine hohe Rendite für ihr Vertrauen. Die Wetten auf den Ausfall einzelner Länder würden sich laut Steindl aber rasch reduzieren, wenn die anderen EU-Länder ihre Solidarität erklären würden.

Anleihen-Flut

Der krisenbedingte Anstieg der Staatsverschuldungen sorgt für eine Flut neuer Anleihen-Emissionen, was wiederum die Stimmung am Markt belasten kann. Die Commerzbank schätzt, dass die Staaten der Euro-Zone mit 1000 Mrd. Euro heuer weit mehr Anleihen auf den Markt bringen als 2009. Barclays Capital nimmt an, dass die USA heuer Staatsanleihen für 2500 Mrd. Dollar platzieren - so viel wie nie zuvor.

Ein Überschuss an Anleihen hat aber zur Folge, dass die Rendite dieser Papiere steigt. Auf einen Anstieg der Verzinsung - etwa auf US-Anleihen - kann mittels so genannter Short-Zertifikate bereits gewettet werden. Auf griechische Staatsanleihen gibt es solche Papiere noch nicht.

Der Euro konnte sich ob all dieser Spekulationen am Montag nicht erholen und notiert weiter schwach bei 1,36 US-Dollar. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 09.02.2010)

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hugo stronach
10.02.2010 16:45
Einige andere Länder werden auch pleite gehen..

Am 3. Juni 2009 bot das EU-Land Lettland auf einer Auktion Staatsanleihen an. Wissen Sie, wie viele Anleger kauften? Nicht ein einziger. Das heißt: Niemand hält Lettland für zahlungsfähig. Das Land ist demnach bankrott. Trotz aller Hilfen. Allen EU-Staaten in Osteuropa geht es nicht viel besser. Dazu kommen Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, Irland. Diese Länder werden die EU in den Abgrund reißen. Deutschland, Frankreich, Österreich bluten schon stark. Das einzige halbwegs intakte Land der EU ist Luxemburg."

hugo stronach
10.02.2010 18:43
und es geht noch weiter..

Europa taumelt in den Staatsbankrott. Ungarn entging dem Staatsbankrott nur durch schnelle Notkredite von EU und IWF. Ebenfalls in letzter Sekunde wurde der Ruin der Ukraine und Serbiens abgewendet. Kurz vor dem Staatsbankrott stehen zum Beispiel Griechenland, Spanien, Portugal, Italien. Und auch Großbritannien. Alles EU-Länder. Der Inselstaat Island ist bereits bankrott. Die ansonsten zurückhaltenden Isländer demonstrierten wochenlang. Verbrannten zunächst Strohpuppen von Ministerpräsident Haarde. Dann jagten sie ihn weg. Er trat im Januar 2009 zurück.

hugo stronach
10.02.2010 20:00
und weiter....

"Vor der finalen Krise gibt es kein Entkommen. Das wissen die Regierungen. Die Schlinge zieht sich weiter zu. Denken Sie nicht, dass diese Krise vorbei ist. Die Bank-Krise geht weiter. Trotz Rettungs-Paketen. Mit 13 Milliarden Euro rettete der deutsche Staat die HSH Nordbank. Das war im Februar 2009. Im Juli 2009 war klar: Das Geld reicht nicht.
Lassen Sie sich nicht blenden. Wie beim Beispiel J. P. Morgan: Im Juli 2009 bejubelte die Presse den 2,72-Milliarden-Dollar-Gewinn der Bank. Kaum einer weiß: Dagegen stehen 26.493,9 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten. So viel wert sind die giftigen Derivate, die J. P. Morgan noch im Keller hat. Fallen diese Papiere nur um 10 Prozent ins Minus, ist das gesamte J.P.-Morgan-Kapital verglüht.

Sieh an
10.02.2010 18:06
...von den Luxenburgern erwartet auch niemand, dass sie faktisch die ganze EU finanzieren...

KristallpalastMittelEbeneBewohner1
 
09.02.2010 11:33
http://www.youtube.com/watch?v=cl1DTcPVEjE

die wirkliche Krise (unter der alle Staaten leiden).. war nicht die Finanzkrise... sondern die ÖLPREISKRISE (Sommer 2008)

bei ca 150 Dollar/Barrel ist der Motor abgestorben (siehe Nahrungsmittelkrise 2008) -> das war der Crash -> 2 Monate später ist Lehmann pleite gegangen -> das war die Nachwirkung des Erdbebens..

Jetzt steigt der ÖLPreis wieder kontinuierlich an. Wenn der wieder über 120 Euro ist... haben alle Euro Staaten ein Problem..

man weiß das -> will aber keine Panik

die Grundlage für Wachstum (ausreichend ÖL) ist pfutsch und China/Indien benötigen immer mehr (Öl Preis steigt) -> bald machts puff

ich wette -> spätestens wenn ÖlPreis wieder über 130 Euro, dann gehen die 1.Länder pleite...

europa fassen
09.02.2010 10:15
Die Banken und Anleger, deren Schulden gestern von den Staaten übernommen wurden,

wetten jetzt gegen ebendiese Staaten, weil sie ja jetzt soo verschuldet sind.

Der Gerettete versucht dem Retter, der vom Retten erschöpft am Boden liegt, den Rest aus den Taschen zu rauben.

Verrückt und infam, aber normal nach den Regeln der Finanzwelt.

Ich glaube inzwischen, für uns, unsere Kinder und Enkel wäre es besser gewesen, das ganze Kartenhaus zusammen fallen zu lassen. Mit dem, was da alles in die Finanzwirtschaft gepumpt wurde, hätten wir über viele Jahre jedem Bürger die Grundversorgung bezahlen können.

Feyjama
09.02.2010 11:47
Das ist wirklich pervers!

So ganz erst nehmen kann ich den ganzen Zirkus aber nicht. Kalifornien wäre froh wenn es nur halb so gut dastehen würde wie Griechenland. Es kommt aber kein Mensch auf die Idee das der US Raum deswegen Währungspolitisch zusammenbrechen würde.

Vor einem Jahr sind ja alle Analysten und Wirtschaftsforscher davon ausgegangen das ganz Osteuropa, und Österreich gleich mit dazu, pleite geht. Letztendlich hat es sich als völlig aus der Luft gegriffen herausgestellt.

Ich habe das Gefühl das hier massiv Panik geschürt wird um Renditen in die Höhe zu treiben.

europa fassen
09.02.2010 12:38

worauf Sie einen lassen können.

amused8
09.02.2010 02:41
Die drei Phasen des Kapitalismus.


Phase 1(im Westen vor 2008): Expansion, exponentielles BIP Wachstum, noch schnelleres, systemimmanentes exponentielles Geldmengen(= Schulden)wachstum. Alles blüht und gedeiht.

Phase 2(2008-2015): Kulmination. Geldmenge(=Schulden) darf wegen Rückzahlbarkeitsbedingung nicht mehr weiter wachsen. Führt zu Rezession, deflationären Erscheinungen, Bankrotten, hoher Sockelarbeitslosigkeit.

Phase 3(2015-): Deflationsphase.Die in Phase 1 ausgeplünderten Öl- und Gasreserven verknappen. Energie, Lebensmittel werden extrem teuer. Konsum bricht ein. Rezession wandelt sich in Depression. Der Umbau des Energiesystems kommt wegen mangelnder Kredite (siehe 2) nicht wie geplant voran. Deflation ist nicht mehr aufzuhalten.

chrigu
09.02.2010 11:48

Simple Frage: Wie kann es bei "extrem teurer Energie und Lebensmitteln" zu Deflation kommen ?

Peter_23
09.02.2010 12:44
Die begriffe Defaltion und Inflation sind an die Geldmenge (M3 ?) gebunden.

Sie müssen immer acht geben, wie die Begriffe Inflation oder auch Defaltion definiert sind. Volkswirtschaftlich sind die an die Geldmenge definiert.

Die Inflation hat mit den Verpraucherpreisindex, von denen es auch mehrere gibt und welche im Mittel das Steigen (eher selten sinken) von Preisen (Gütern oder auch Dienstleistungen) statistisch abbilden, nichts zu tun.

Sie meinen einen (wie auch immer ermittelten) Verbraucherpreisindex, Ihr Verposter die Inflation/Deflation. Um den Verpraucherpreisindex massiv in Höhe zu treiben, ist es nur notwendig zu hohen Lohn/Gehaltsabschlüssen zu kommen. Das steigert allerdings auch die Inflation.

amused8
09.02.2010 12:05

Folgendermaßen: Deflation bedeutet schrumpfende Geldmenge. Das wird meist auch sofort marktwirksam. Ich gehe davon aus, dass die Preisinflation bei Energie - und Lebensmittelpreisen kompensiert und sogar überkompensiert wird durch Einsparungen in vielen anderen Kosumbereichen. Das Geld für Öl und Gas fließt ins Ausland. Nur ein Teil kommt als Exportauftrag wieder zurück. Im Inland sinkt aber die Kreditaufnahme (= Geldschöpfung), da in vielen Konsumbereichen gespart wird, also Geschäftsmöglichkeiten schrumpfen. Im Kreditgeldsystem bedeutet aber sinkende Neukreditaufnahme Geldmengenschrumpfung, sprich Deflation.

R. M.
09.02.2010 09:05
Deflation?

Sehr geehrte/r amused8!
Bitte helfen Sie meinem Vorstellungsvermögen. Wie soll es zu eine Deflation kommen?
Derzeit werden ja Unmengen an Geld erschaffen. Dieser Unmenge von Geld steht (vergleichsweise) immer weniger realer Wert gegenüber. Soetwas nennt sich nach meinem Wissensstand Inflation...

europa fassen
09.02.2010 10:24
Naja, bis 2015 kann viel passieren.

Die EZB will (muss) eh schon schön langsam die Geldmenge verringern.
http://derstandard.at/125928245... lbank-Geld

Da kann dann eine Deflation durchaus drinnen sein.

amused8
09.02.2010 10:10

Zur Ergänzung. Klar, die Privaten versuchen, sich zu entschulden, um wieder wirtschaftlich handlungsfähig zu werden. Kreditrückzahlung bedeutet aber auch Geldvernichtung, sprich Geldmengenschrumpfung. Geldmengenschrumpfung ist aber im Kapitalismus nicht vorgesehen. In Japan wurde das Schauerstück schon aufgeführt 1991 platzen der Immobilienblase. Rekordverschuldung der Unternehmen. Seitdem 20 Jahre Nullzinspolitik, immense Geldmengen werden in die Wirtschaft gepumpt. Verschuldung des Staates derzeit bei knapp 200% des BIP (USA derzeit 90%). Inflationsraten in den letzten 20 Jahren in Japan um 0%. Und im November 2009 ist Deflation wieder zurückgekehrt, Inflationsrate -0.3%.

http://www.zeit.de/2004/48/g... t?page=all

amused8
09.02.2010 09:50
Die vom Staat und FED in Umlauf gebrachten Geldmengen können den Crash verhindern, Deflation mildern, aber kaum Inflation hervorrufen (siehe Japan 1991 - 2010)

Das Geld für die Zinsen und Zinseszinsen der laufenden Kredite muß durch Neukredite erzeugt bzw. geschöpft werden. Beispiel: Die Summe aller Schulden in den USA (Government + Haushalt + Unternehmen + Finanzwirtschaft) beträgt rund 54 Billionen US$. Werden dafür Zinsen und Zinseszinsen von 5% im Jahr verlangt, müssen rund 2,7 Billionen US$ Kredite im Jahr neu aufgenommen werden, damit das Geld in der Geldmenge erzeugt wird. Bei einem BIP Wachstum von rund 1-2% (und das ist ein Fake; 2% BIP Wachstum wären in den USA rund 280 Milliarden US$) stehen benötigten 2,7 Billonen rund 280 Milliarden gegenüber, die möglicherweise von Privaten als Kredit geschöpft werden würden. Viel, viel zuwenig. Daher, Geldmenge schrumpft = Deflation.

R. M.
09.02.2010 11:34
Danke für Ihre Erläuterung, aber...

...trotzdem verstehe ich Sie noch immer nicht ganz.
In anderen Postings sprechen Sie von (durch den Zinseszins) exponentiell wachsenden Geldmengen bzw. Schulden. (Nach dem Merksatz für unser System: Geld ist Schuld und Schuld ist Geld.) Klingt irgendwie widersprüchlich...

amused8
09.02.2010 12:49
Bei Geldmengenschrumpfung (= Entschuldung) ist immer die Gefahr einer Deflationspirale nach unten gegeben. Ist praktisch im System nicht vorgesehen.

Geld wird wirksam durch seine Menge und seine Umlaufgeschwindigkeit. Wächst die Geldmenge, kann das zu verstärkter Inflation führen, insbesondere wenn der Faktor Geldmenge(=Schulden)/BIP wächst. Deflation bedeutet Geldmengenschrumpfung, z.B. bei Entschuldung (Kreditrückzahlung = Geldvernichtung), wie derzeit. Dann schrumpft das BIP. Ein BIP Wachstum bei schrumpfender Geldmenge hat es sicher noch nie gegeben. Schrumpfendes BIP bedeutet aber Rezession oder Depression. Rezesssion bedeutet aber, die Lust auf Neukredite sinkt. Hier kann die sich selbst verstärkende Deflationsspirale nach unten in Gang kommen. Der Staat versucht das zu verhindern. Seine Verschuldung soll die Geldmengenschrumpfung wegen Entschuldung der Privaten kompensieren

sebaestschn ...
09.02.2010 12:05
das ist richtig - - - viell. etwas vereinfacht strukturierter (ich merke mir es auch nur so :-)

Inflation entsteht wenn z.B. zu viel Nachfrage erzeugt wird (z.B. berühmtes heißlaufen der Wirtschaft).
Deflation entsteht, wenn die Nachfrage ausfällt. Diese ist gefährlicher, weil hier z.B. auch der Warenstom zum Erliegen kommt.

Der Zusammenhang mit Zinsen und Zinseszinsen ist dadurch gegeben, dass durch Verschuldung ein Teil des Verfügbaren Einkommens geblockt wird - dieser Aspekt ist entscheidend für die Nachfrageerzeugung:

Im ersten Schritt ab Kreditaufnahme erzeuge ich Nachfrage, also auch eine gewisse Inflation.
Die Frage ist, ob ich mir im zweiten Schritt Sachen leisten kann oder nicht, denn wenn Zinsen schneller wachsen, als mein Einkommen, kann ich weniger Nachfrage erzeugen - was uU zu deflation führen kann.

lessismore
09.02.2010 04:41

Diese Überlegungen setzen voraus, daß es einen Goldstandard gibt. Es gibt aber keinen mehr.

amused8
09.02.2010 04:59

Stimmt nicht. Das Geldsystem ist ein reines Kreditgeldsystem (Geld = Kredit !!). Die Geldmenge muß exponentiell wachsen, da bei Krediterteilung (= Geldschöpfung) die Zinsen und Zinseszinsen noch nicht in der Geldmenge enthalten sind. Derzeit, wie man sieht, wird versucht, die exponentiell wachsende Geldmenge (= Schulden) zu begrenzen wegen der Aufrechterhaltung der Rückbarzahlkeitsbedingung, ansonsten droht Währungsreform Für Staaten gibt es dazu das Maastricht Kriterium oder sonstige Ratings, für Unternehmen Basel 2. Immer mehr Staaten bzw. Unternehmen scheitern an diesen Kriterien. Kein Wunder, denn das System funktioniert nur mit weiter exponentiell wachsender Geldmenge, sprich Kreditmenge, sprich Schulden.

lessismore
09.02.2010 06:56

Jeder Schuld steht eine Forderung gegenüber; die Summe der beiden ist Null.

the marvelous
 
09.02.2010 12:33
leider falsch,

die Forderung ist höher als die ausgegebene Geldmenge.

na dann....
09.02.2010 09:58
"die summe der beide ist null"

tja aber meine bank lebt ja gut davon ;)
ich frag mich nur wo die ihre miliarden gewine her hat...

Gerhard1967
09.02.2010 08:35
LOL, wenn's denn nur so einfach wäre ...

Starten wir bei Null, die erste Summe wird verborgt, sagen wir 100 GE (Geldeinheiten), man muss aber 105 zurückzahlen (bei 5% Zinsen). Nun sagen Sie mir, wo diese 5 herkommen sollen?

Liebe Grüße

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