Studie sieht hohe Chancen für die heimische Exportwirtschaft
Wien - Der US-amerikanische Immobilienmarkt ist derzeit eher von einem Überangebot denn von hoher Nachfrage geprägt. Dennoch sieht Nabih Tahan, ein amerikanischer Architekt, hohe Chancen bei Neubau und Renovierung von Privathäusern. Vorausgesetzt, es geht um ökologisches Bauen. "Mit den steigenden Energiekosten wächst auch das Bewusstsein für Green Building", sagt er.
Für die Wirtschaftskammer Österreich hat Tahan nun in einer Studie die Potenziale für ökologisches Bauen ausgelotet. Da ein Großteil aller Gebäude in den USA wenig energieeffizient hochgezogen wurden, ist auch der Energieverbrauch entsprechend. 40 Prozent des Energieverbrauchs entfallen in den USA auf Gebäude - ein sehr hoher Wert -, 72 Prozent des gesamten Stromverbrauchs und 38 Prozent aller CO2-Emissionen.
Tahan ortet in der gesamten amerikanischen Baubranche steigendes Interesse daran, die wenig ökologische Bauweise zu ändern. Im Rahmen des US-Konjunkturpakets wurden 160 Mrd. Euro für Energieeffizienz reserviert. Auf der Ebene von Städten und Gemeinden gebe es eine Vielzahl weiterer Subventionen, Darlehen und Steuerbegünstigungen. In Kalifornien gebe es den Plan, dass bis 2020 alle Neubauten Nullenergiehäuser sind, erläutert der Handelsdelegierte in Chicago, Franz Rössler. Schon heuer, schätzt er, wird das Marktvolumen für grünes Bauen 60 Mrd. US-Dollar (44 Mrd. Euro) betragen. Hohes Potenzial habe auch Fertigteiltechnik, obwohl es da auf Seite der Normen und Bauauflagen noch eine Fülle von Hürden gebe. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2010)