
Definitiv keine Paparazzi um Justizministerin Bandion-Ortner: Novelle zum Mediengesetz "in politischer Meinungsbildung".
Bis zu einem Jahr Haft für Paparazzi: Damit drohte die geplante Novelle des Mediengesetzes vor der Begutachtung. Entsprechend heftig die Proteste von Journalisten und Verlegern - das Mediengesetz setzt bisher auf Entschädigung statt Gefängnis.
Medienstaatssekretär Josef Ostermayer und VP-KIubchef Karlheinz Kopf nannten die anfangs geplanten Regelungen zuletzt "überschießend".
Der Paragraf "dürfte wohl nicht so bleiben", sagt auch Fritz Zeder, der zuständige Abteilungsleiter im Justizministerium auf Anfrage des STANDARD. Der sogenannte Paparazzi-Paragraf sei inzwischen "etwas eingeengt".
Enger formuliert, präzisiert Zeder: Die neue Variante des Mediengesetzes soll unterscheiden zwischen Paparazzi auf der Jagd nach Promifotos einerseits und der Verbreitung privater Handy-Aufnahmen, etwa im Sinne des sogenannten Happy Slapping, einem doch ziemlich handfesten Zeitvertreib unter Kindern und Jugendlichen.
Wie weit ist die Novelle nun? "In der politischen Meinungsbildung", sagt Zeder. Einen Termin für den Ministerrat will Paul Hefele, Sprecher der Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, noch nicht nennen. Zeithorizont? "So schnell wie möglich." (DER STANDARD; Printausgabe, 9.2.2010)
Kommentierend dürfen sich nur noch ausgewählte Journalisten äußern - Medienleute werden bedroht, Zeitungen geschlossen
Auch zwei Wochenblättern wurde Lizenz entzogen
Wirtschaftsvereinigung: "Focus" schrieb über Finanzkrise "in Stammtischmanier"
Veröffentlichte nach Forderungen von muslimischen Organisationen "Bedauern über Kränkung" - Kritik von Zeitungsherausgebern
21 Jahre Haft wegen der Verbreitung von "Propaganda" - Vorwurf des Missbrauchs von Anti-Terrorgesetzen
Hamas-Behörden verhindern Aussage zugunsten eines der Kollaboration Beschuldigten
"Österreich" auf Rang 13: Negativ seien "Tendenzen der Pressekonzentration" - Italien, Frankreich fallen zurück - Nordkorea und Eritrea sind Schlusslichter - Rangliste zum Download
Die "Wiener Deklaration" des Internationalen Presse-Instituts IPI hat Hinweise für Österreichs Regierung - Eine Forderung könnte sie auf die ORF-Reform und die "Wiener Zeitung" beziehen - Download
Pressefreiheit und nationale Sicherheit sind kein Widerspruch: Das soll ab Dienstag die "Wiener Erklärung" des Internationalen Presse-Instituts Regierungen klarmachen
Überspannt Italiens Premier Berlusconi den Bogen? - Menschen fürchten um die Pressefreiheit - im Herzen Europas - Von Ezio Mauro
derStandard.at/SMS: Nachrichten in Echtzeit auf Ihr Handy! Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.