Rüstung

Hunderte Kampfjets suchen einen Markt

08. Februar 2010 17:34

Rüstungsverkäufer schielen nach Indien, aber auch Europa kauft weiter ein

Wien - Der Weltmarkt für Kampfflugzeuge schrumpft - aber umso geschäftiger sind die Verkäufer und Lobbyisten in jenen Bereichen, wo noch Flugzeuge gebraucht werden. Die größten Aufrüstungsprogramme verfolgen derzeit China und Indien. Während die Chinesen eine eigene Kampfflugzeugindustrie aufgebaut haben (die ihrerseits bereits Exportmärkte in Afrika beackert), gilt Indien als lohnendster Markt.

Im MRCA, dem Beschaffungsprogramm der indischen Luftwaffe, sind die französische Rafale von Dassault, der Eurofighter Typhoon, der Lockheed-Martin-Jet F-16C/D, die F/A-18E/F von Boeing, der schwedisch-britische JAS 39 Gripen und die russische MiG-35 miteinander im Wettbewerb.

Allein in diesem Programm sollen 250 veraltete MiG-21 durch 126 moderne Flugzeuge ersetzt werden. Der Luftfahrexperte Georg Mader rechnet: "Dazu kommt ein laufender Auftrag über 120 russische Sukhoi Su-30-MKI und eine Beteiligung am neu entwickelten russischen Tarnkappen-Flieger PAK-FA."

Das amerikanische Projekt des Joint-Strike-Fighters JSF F-35 (den die US-Regierung auch Österreich schmackhaft machen wollte) steht in Indien nicht zur Diskussion - denn Lockheed-Martin gerät mit dieser Entwicklung stark in Verzug. Und nicht nur die Obama-Administration drängt darauf, dass das Programm wieder auf Schiene kommt: Der JSF soll nicht nur in den USA die älteren Modelle von F-15, F-16 und F-18 ersetzen, sondern auch in den Export gehen: Die Türkei will 116, Australien 100, Kanada 88, die Niederlande 85, Norwegen und Dänemark je 48 des neuen US-Jets, dessen erste Serienflugzeuge 2012 ausgeliefert werden sollten - dafür müsste die Serienfertigung heuer beginnen.

Dazu kommt, dass auch die Eurofighter-Nationen Großbritannien und Italien insgesamt 281 Stück JSF bestellt haben, um sich nicht nur auf das europäische Flugzeug verlassen zu müssen. Daher haben sie auch die Eurofighter-Produktionspläne zurückgeschraubt: Großbritannien wird nur 160 statt 220 abnehmen. 24 der ursprünglich für Großbritannien geplanten Eurofighter sollen nach Saudi-Arabien gehen, das weitere 48 Eurofighter in Lizenz bauen will. Vom schwedischen Gripen gehen 29 Stück nach Südafrika und zwölf nach Thailand. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2010)

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TscheAeinimÖlMagnat
09.02.2010 13:15
ich mag auch so ein Ding

dann bin ich jeden Tag in 3 Minuten in der Arbeit, kein Stau - und sollte doch einer sein, sind die ja gut bestückt...

Gramurcki
09.02.2010 13:03
ich möchte anmerken...

... das hier ganz selbstverständlich davon geschrieben wird, Eurofighter nach Indien und sonstwohin zu verkaufen. Und später mal schiessen wir die verkauften Eurofighter dann mit den heimischen (den guten) Eurofightern ab. Wir könnten ihnen aber auch ein paar moderne Bomber verkaufen, da müsste dann ja eigentlich auf Grund der gestiegenen globalen Bedrohung zu einer verstärken Nachfrage von Abfangjägern führen. Wenn das nicht einen deutlichen Kursanstieg an den Börsen bringt, was dann? So sehen Geschäfte mit Zukunft also aus!

Gutmensch2
 
09.02.2010 12:14
Christliche Werte

Christliche Werte in der ÖVP

Ich finde es so schön, die Frau vom Herrn Graf - Fr. Rauch-Kallat - hat immer so toll von den christlichen Werten in der ÖVP gesprochen, sich sogar für den Wahlausgang beim lieben Gott bedankt, und sie hat ihre frühere Ehe durch den Vatikan annullieren lassen. Sehr christlich!

Da passt der edle Beruf des Hernn Grafen super dazu, schließlich dienen Waffen zum Wohle der Menschen!

Wenn Menschen Gliedmaße abgerissen werden oder sie gleich getötet werden durch die erfolgreich verkauften Waffen dann kann man als Lobbyist natürlich gaaaaaar nix dafür, Kollateralschäden halt...

Super ÖVP, super-Christlich!

Alfred Urban
09.02.2010 18:52
Ist Koruption auch christlich

Auf welchen Konten sind die Gelder gelandet? Auf christlichen Konten bei konservativen Banken ... Frau R.-K. tut einem unheimlich weh .... aber die Unterstützung der ÖVP - Granden hat sie sicherlich ....

Lars Hakanson
09.02.2010 11:47
schwedisch-britische JAS 39??

Redwraithvienna
09.02.2010 12:14
Auch bekannt als Gripen

und ja der wird von einem Joint Venture aus Saab und BAE hergestellt.

Heitere Hyperinflation, gepflegter Staatsbankrott
 
09.02.2010 09:48
JSF statt den Eurofightern wäre cool gewesen!

Man stelle sich vor: Das österreichische Bundesheer als die erste europäische Armee mit Stealthfighten...

mief quirl
09.02.2010 15:59

Wenn er denn mal auch ausserhalb der Flugsimulatorwelt so funktioniert wie es die Marketingabteilungen immer versprochen haben.

Gramurcki
09.02.2010 13:05
dafür hätten wir

aber das Burgenland, Nordslowenien und die Ostschweiz in Zahlung geben müssen. Und so tolle Gegengeschäfte hätts sicher auch nicht gegeben.

Bertel Mann
 
09.02.2010 12:56
Vor allem hätte man irrsinnig bei den Kosten sparen können:

Man kauft nur fünf und behauptet, die anderen wären unsichtbar...

ENRICO PALAZZO! ENRICO PALAZZO!
09.02.2010 12:13
ich kann mir kaum was cooleres vorstellen...

HansDampf
09.02.2010 02:44
BAE Waffengeschäfte

http://www.guardian.co.uk/world/bae

Tansania (dieses Geschaeft wird in der aktuellen Vereinbarung von BAE mit der Justiz erwaehnt) kaufte ein militärisches Flugüberwachungssystem, das die Weltbank und die Internationale Zivilluftfahrtorganisation als zu teuer und unnotwendig erachteten, obwohl ein modernes, billigeres ziviles Sytem auf dem Markt gewesen waere. Tony Blair setzte das Projekt gegen zwei seiner Minister durch.

Bedeutender sind die sogenannten Al-Yamamah-Vertraege, durch die seit 1985 u.a. ueber 175 Kampfflugzeuge (Tornado, EF) an Sauid-Arabien geliefert wurden. Das Volumen betraegt ueber 45 Mrd GBP. Saudische Prinzen sollen Mrd kassiert haben, Ermittlungen dazu wurden eingestellt. ("Nationale Sicherheit")

Tatjana Mylneriz
09.02.2010 04:33
Absichtliches Anpatzen?

Es scheint, dass der Eurofighter zwanghaft deswegen mit den "schmutzigen" seinerzeitigen Al Yamamah-Deals von Thatcher und Hazeltine verknüpft wird, weil wir ihn gekauft haben. Weil dann ja auch bei uns die Skandalsucht befriedigt werden kann... Deswegen wird es aber nicht richtiger. "Al Yamamah I u. II" waren 72 Tornado IDS und 24 Tornado ADV sowie HAWK-Trainer. Das war in den 80er und frühen 90ern. Der Eurofighter für Riad heißt "Al Salam" und das war 2007. Es gibt nur insoweit einen Zusammenhang dass Blair damals das wegen der alten Verträge ermittelnde SFO stoppte weil die Saudis (keine Sympathie, nicht falsch verstehen) damit drohten dass "Al Salam" platzen würde. Es ist eine korrupte Branche keine Frage, aber dieser EF-Beißreflex...

HansDampf
10.02.2010 14:34

Danke fuer die Klarstellung. Die EF sind mir faelschlicherweise in die Auflistung der im Zuge der A.Y.-Vertraege gelieferten Flugzeuge gerutscht. Hat mit einem Beissreflex aber nichts zu tun.

Dr strangelove
 
09.02.2010 11:21
Zusammenhang...


...wenn man sich saudische Flugzeug Beschaffungen - sowie den britischen Zweig im EADS-Stammbaum anschaut...
und in Erinnerung ruft, dass in Saudi-Arabien - im Gegensatz zu Österreich - keine 'Wenderegierung' die Eurofighter-Entscheidung getroffen hat, wäre alles andere als eine saudische Bestellung schlichtweg eine Sensation gewesen...

anders formuliert: Es gibt für den Eurofighter - ausser Österreich - bis dato keinen einzigen Exportkunden! - warum wohl...?

http://diepresse.com/home/wirt... ern.portal

Achilles pseudonym
 
09.02.2010 00:38
wer will schon...

zB. den Hunger auf der Welt ausrotten...Kampfflieger sind viel geiler...auch wenn sie mehr kosten.

Sarah "Vlad" die Palin
08.02.2010 21:58
Es wird höchste Zeit, dass das Volk den "demokratischen Führern" kräftig den Marsch bläst!

Franz Mukal
09.02.2010 01:45
so lange das Geld noch arbeitet

wird es das nicht tun.

Dass das Geld nicht arbeitet, sondern die vielen es verdienen ist das Geheimnis der wenigen, die gut davon leben, dass die vielen es für sie verdienen.

Galileo
08.02.2010 21:35

Krieg braucht der Rüstungsproduzent .... dann klappt´s auch mit der Rendite .... (und die Anlegerherzen lachen höher - während aus anderen Herzen Blut spritzt)

beyaz peynir
08.02.2010 21:33
dann ist ja alles klar: absatzmarkt durch irankrieg!

Sandra Blümel
08.02.2010 19:33
Saab-Gripen?! Na bum. Die Sache geht für die Roten nach hinten los.

Der nächste rote Skandal.

h 90
09.02.2010 05:02

War ja schon bei den Draken das grosse Einstecken.

Die neuen Leiden des jungen Ö.
08.02.2010 23:49
wies aussieht ein roter skandal für sie

mala leche
08.02.2010 20:51

Sagen's, nehmen sie irgendwelche verbotenen Substanzen ein, oder ist ihre "Festplatte zwischen den 2 Ohrwascheln" defekt?

BH23
08.02.2010 19:14

Ja sind die Dänen noch zu retten??? 48 Flieger??? Nowegen bestellt auch 48 Flieger??? Wenn bei uns schon wegen 16 Flieger jahrelang nachgejammert wird und sich einige sogar für den Wiederverkauf sowie einer Fremdüberwachung des Luftraumes aussprechen, wie wird das wohl in Dänemark enden??? oder in Norwegen ???

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