Lorbeer

Der Sinn ist nicht der Zweck

08. Februar 2010 17:34

Christian Steinbacher erntet Wartholzer Literaturehren

Reichenau/Rax - Zum dritten Mal lasen vergangenes Wochenende im verschneiten Ambiente der Gärtnerei des Schlosses Wartholz in Reichenau an der Rax zwölf Autoren beim Literaturwettbewerb Wartholz vor Jury und Publikum aus ihren Texten. Trotz seines kurzen Bestehens hat der Literaturwettbewerb Wartholz schon für einiges Aufsehen gesorgt: einerseits dadurch, dass Wettbewerb und Preis durch die Privatinitiative eines mittelständischen Unternehmens (Blazek Gartenbau) zustande kam, das eine beträchtliche Summe Geldes aufbringt, um die Veranstaltung zu etablieren (mittlerweile beteiligen sich auch Bund und Länder). Andererseits ist die Jury jedes Jahr hochklassig besetzt, heuer mit Bernhard Fetz (ÖNB Literaturarchiv), Katja Gasser (ORF), Konstanze Fliedl (Uni Wien) und dem Autor Franz Schuh.

Im Unterschied zum Klagenfurter Bachmannpreis, der ähnlich abläuft, ist die Atmosphäre in Reichenau entspannter, der mediale Druck geringer, die Jury meist versöhnlicher. Und, das ist der wesentliche Unterschied zu Klagenfurt, hier wird auch Lyrik gelesen.

Das Textniveau war heuer durchgehend hoch und neben schon bekannten Namen wie Clemens Setz, Katharina Tiwald oder Margit Kuchler-D'Aiello fanden sich in der Endauswahl auch Autoren wie Barbara Zeman, die es noch zu entdecken gilt. Vor allem von der in der ehemaligen UdSSR geborenen, in Berlin lebenden Nellja Veremej wird man noch hören. Sie gewann mit ihrem exzellenten, sprachlich präzisen Text Wildgras über Herkunft, vorübergehende Ankunft und die Vergänglichkeit von Macht und Leben den mit 2000 Euro dotierten Newcomerpreis ebenso wie den gleich dotierten Publikumspreis.

Der Hauptpreis (10.000 Euro) ging an den 1960 geborenen oberösterreichischen Autor Christian Steinbacher, der sich abseits des Scheinwerferlichts seit vielen Jahren in seiner experimentellen Lyrik und seinen Arbeiten zur Poesie mit den Möglichkeiten von Sprache auseinandersetzt. Steinbacher ist einer, der es dem Leser oft nicht leicht macht. Auch sein Siegertext, das Langgedicht Kaum konzertante Konzentrate, schaffe sich seine Regeln selbst, so die Jury. Und weiter: Es handle sich um ein versiertes Spiel mit lyrischen Elementen, das in jedem Vers Sinnkonzentrate in den Raum stellt, um sie im nächsten zu zerstören. Zweckfreiheit ist ein Wort, das in diesem Zusammenhang wichtig ist.

Für dieses Sprachkunstwerk einzutreten, meinte Franz Schuh, sei fast schon eine literaturpolitische Aufgabe. Oder, wie es im Siegertext, der wie alle andern Beiträge in der Anthologie Wartholz III (Residenz Verlag) nachzulesen ist, heißt: "der Schritt spricht Bände, nicht der Schuh / ohne Herzblut reut die Mühsal / dem Kabinett glückt Rarität". (Stefan Gmünder, DER STANDARD/Printausgabe, 09.02.2010)

humbert heller
16.02.2010 20:38

nichts gegen steinbacher (sieht ein bißchen wie die miniaturausgabe von "magic christian" aus), für einen experimentellen schreibt er auch erstaunlich unverkrampft, aber warum muß denn eine jury mit fetz, fliedl, gasser-mädi und schuhfranz unbedingt "hochklassig" genannt werden?

DI Manés Zier
09.02.2010 13:25
Steinbacher - pfundsguter Mann der Kerl!

Avenarius Baumwax
09.02.2010 08:32
jaja...

der steinbacher. unleserlich.

Charles Pèguy
09.02.2010 18:51
Steinbacher

last dir doch einfach vorlesen

disketteauswerfen
09.02.2010 13:43
keine sorge,

für Sie schreibt eh der Menasse den nächsten Megaseller.

Sixtus Jetzein
09.02.2010 12:49
Sowas Unleserliches möchte mir auch gelingen, dass ich dafür 10.000 Euro krieg!

Charles Pèguy
09.02.2010 18:54

na dann fang schon mal an zu üben, nächstes jahr gibts wieder eine chance!

Avenarius Baumwax
09.02.2010 14:59
na...

da hab ich die summe nicht bewußt wahrgenommen. vielleicht kann er sich jetzt endlich ein händi kaufen, der christian.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.