Versteckte Verrücktheiten

8. Februar 2010, 17:22
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    foto: pianomania

    Hat da jemand gemeint, es sei irgendwo eine Schraube locker? Stefan Knüpfer im Wiener Konzerthaus.

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    foto: filmladen

    Stichsäge aus dem Baumarkt plus Tennisball: alles bereit für eine Resonanzprüfung

Wenn die Stars in die Tasten greifen, bleibt Klaviertechniker Stefan Knüpfer im Verborgenen - Der Film "Pianomania" zeigt seine Arbeit

"Schwierig" sei das, was man sich jetzt schon wieder von ihm wünscht, hört man Stefan Knüpfer seufzen. "Verrückt", sagt der Cheftechniker der österreichischen Niederlassung eines großen Klavierfabrikanten, seien seine eigenen Ideen, um diese Vorstellungen der Pianisten zu realisieren.

Dass die großen Stars an den Tasten auch selbst mitunter ein wenig verrückte Forderungen an ihn herantragen, würde ihm allerdings niemals über die Lippen kommen. Dazu ist Knüpfer viel zu zurückhaltend und den Göttern im Frack viel zu bedingungslos verpflichtet. Auch das Wort "neurotisch" schmettert er ab: "Stattdessen würde ich sagen - spezialisiert."

Im Film Pianomania wird Knüpfer jedenfalls mit den Wünschen der gegensätzlichsten Künstler konfrontiert: vom großen Alfred Brendel bei einem seiner letzten Auftritte bis zum schrillen Lang Lang, bei dem die Aufgabe des Klavierstimmers auch darin besteht, einen extra stabilen Hocker heranzuschleppen.

Vor allem aber begleitet die mehrfach preisgekrönte Dokumentation von Lilian Franck und Robert Cibis den Klaviertechniker bei Aufnahmesitzungen im Wiener Konzerthaus - beziehungsweise bei den langwierigen Vorbereitungen. Denn der französische Starpianist Pierre-Laurent Aimard hat für Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge extravagante Klangvorstellungen.

Und so beginnt Knüpfers Arbeit mehr als ein Jahr vor dem Aufnahmetermin, führt ihn an die Grenze der Verzweiflung, als der Pianist mit seinen mühseligen Vorbereitungen unzufrieden ist - und mündet darin, dass am Ende dennoch alle glücklich sind. (Daniel Ender, DER STANDARD/Printausgabe, 09.02.2010)

au contraire
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12.2.2010, 15:58

Wären im Artikel ein, zwei Beispiele erwähnt, mit WELCHEN Sonderwünschen ein Klaviertechniker konfrontiert werden kann (abgesehen von einem extrastabilen Sitzmöbel), könnte das mein Interesse für den Film wecken.

Da ich aber keine Ahnung habe, wie ein Piano - außer dem Spannen der Saiten - speziell auf die Wünsche des Musikers adaptiert werden kann, hält sich mein Interesse (wahrscheinlich zu Unrecht) in Grenzen.

Schade um die vergebene Chance.

es ist zu spät um nichts dagegen zu tun.
00
10.2.2010, 11:54
warum

kann ich mich nach anschauen des teasers und lesen des inhaltes nicht vorstellen, dass dieser film spannend ist? naja, nur keine vorurteile...

hc.leitich @derStandard.at
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10.2.2010, 22:21

spannend - das wäre falsche erwartung.
viel sensationskomik hat er - und ist aufs angenehmste lehrreich bezüglich klaviersound-feinschliff. ev. tipp wg. tonspur: die digitalfassung im village

TAO
 
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10.2.2010, 08:28
Der Erfolg...

...von Herrn Stefan Knüpfer hat wohl AUCH damit zu tun, dass er Steinway betreut.
Ein Mensch wie Herr Franz Nistl hat da vergleichsweise Pech: Er betreut seit Jahrzehnten das Mozarteum und die Salzburger Festspiele. Aber er kommt vom "Loser" Bösendorfer.

Martin Major
 
00
10.2.2010, 15:50

das ist gut möglich. wenn billy joel und richard joo nach wien kommen, gehen sie halt ins steinway haus, um dort fantasies and delusions aufzunehmen, und nicht in den musikverein (obwohl joo und igudesmann auch im musikverein im magna-saal aufgetreten sind, allerdings mit einem steinway ...).

hc.leitich @derStandard.at
00
10.2.2010, 22:33

zweifellos zutreffend: der film bewirbt steinway - zuungunsten von bösendorfer.
background: knüpfer stand quasi am beginn des filmprojekts - als freundschaftlich bekannter des pianisten-bruders der regisseurin (die selbst der klassikbranche eher indifferent gegenübersteht).

Martin Major
 
00
11.2.2010, 05:47

lol :) interessant formuliert *g*

Martin Major
 
02
knüpfer ist wohl der

bekannteste piano technician (wie man das so schön in den cd-credits lesen kann, wo das ü im gegensatz zu den restlichen buchstaben des nachnamens auch gern mal groß geschrieben ist ...) österreichs. zweifellos sehenswert. und hörenswert.

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